Energy Star, Blauer Engel & Co.: Wie aussagekräftig sind Energielabel?
28. April 2012 / Autor: Energie-Experten
Elektronische Geräte gehören zu den grössten Stromfressern – nicht nur zu Hause, sondern auch am Arbeitsplatz. Energielabel wie Energy Star oder der Blaue Engel sollen darüber informieren, wie viel Strom Computer und andere Bürogeräte brauchen. Doch wie verlässlich sind die Auszeichnungen?
Energieeffiziente Geräte schonen die Umwelt und das Portemonnaie. Beim Kauf von IT-Material, Leuchtmitteln, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten lohnt es sich deshalb, genau hinzuschauen. Seit den 90er-Jahren geben Energielabel Auskunft über die Sparsamkeit elektronischer Geräte. Am bekanntesten ist das EU-Label. Doch viele Konsumentinnen und Konsumenten wissen nicht, was wirklich hinter Angaben wie A, A+, A++ und A+++ steckt.
EU-Label und Energy Star: veraltete Grenzwerte
War ein Kühlschrank der Klasse A vor 15 Jahren noch top, sind heute die wenigsten Geräte mit dieser Auszeichnung wirklich stromsparend. Denn die Grenzwerte des EU-Labels sind längst veraltet.
Genauso verhält es sich mit dem Label Energy Star, das 1993 von der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) zur Kennzeichnung energiesparender Computer, Bildschirme, Drucker und anderer Elektrogeräte ins Leben gerufen wurde. Die meisten Grenzwerte stammen aus dem Jahr 2006. Gemessen wird der Stromverbrauch im Standby-Modus, nicht bei der aktiven Nutzung der Geräte.
Lediglich bei Computern und Laptops können Sie sich auf den Energy Star verlassen – hier wurden kürzlich die Grenzwerte verschärft.
Wie ökologisch fliegt der Blaue Engel?
Zu den wohl bekanntesten und zugleich aussagekräftigsten Labels für IT-Geräte und Unterhaltungselektronik gehört der Blaue Engel. Das Gütezeichen informiert nicht nur über den Stromverbrauch, sondern berücksichtigt auch andere Kriterien wie Schadstoffarmut, Lärm-Emissionen und die Umweltfreundlichkeit bei der Herstellung und Entsorgung.
Doch Vorsicht: Nicht jeder Computer, den ein Blauer Engel ziert, ist besonders energieeffizient. Wie stromsparend das Gerät wirklich ist, geht aus dem Text auf dem Label hervor. Die Formulierung «Der Blaue Engel, weil energiesparend und recyclinggerecht» bedeutet so viel wie: Dieser PC verbraucht im Bereitschaftsmodus höchstens fünf Watt. Zum Vergleich: Ein Computer ohne diesen Text auf der Auszeichnung frisst im Standby bis zu 30 Watt.
GEEA, Euroblume und TCO
Weitere Gütezeichen für elektronische Geräte sind das GEEA-Label und die Euroblume. Beide benoten sowohl den Energieverbrauch als auch verschiedene weitere Umweltfreundlichkeitskriterien. Sie sind zwar weniger bekannt als der Blaue Engel oder Energy Star, gehören jedoch gemäss Experten zu den verlässlichsten Auszeichnungen. Das vom Dachverband der schwedischen Angestelltengewerkschaften eingeführte TCO-Label ist insbesondere hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und elektromagnetischer Strahlung von Bedeutung. Zwar bewertet es auch den Energieverbrauch, basiert jedoch auf den veralteten Grenzwerten von Energy Star.
Weitere Artikel die Sie interessieren Könnten

Heisser Tipp für Warmwasser-Sparer
21. März 2012
Autor: Energie-Experten
Ein starkes Trio: Erneuerbare Energien, eine intelligente Raumplanung und effiziente Technologien sparen Wasser, Strom, Heizöl und Geld.
Zum Artikel

Bewegungsmelder senken Stromkosten
04. Januar 2012
Autor: Energie-Experten
Nicht jeder Raum eines Unternehmens ist zu jeder Tageszeit gleichmässig frequentiert: dazu gehören z.B. Umkleidekabinen, WCs, Raucherraum oder Teeküche.
Zum Artikel

Trinkwasser das WC runterspülen?
01. März 2012
Autor: Energie-Experten
Sauberes Trinkwasser wird knapper und teurer. Mit der Wiederaufbereitung des Abwassers aus Dusche, Waschküche & Co. lässt sich der Trinkwasserverbrauch um bis zu 90% senken.
Zum Artikel