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Effizient kühlen und Betriebskosten senken

Supermärkte, Hotels und andere Betriebe verbrauchen besonders viel Energie für Gefrier- und Kühlgeräte und die Kosten schlagen kräftig zu Buche. Mit einigen hilfreichen Tipps und der Wahl des richtigen Geräts lässt sich viel Geld sparen.

Julia EsebeckJulia Esebeck5 min

Rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs eines Supermarkts entfällt auf seine Gefrier- und Kühlgeräte. Für Betreiber hat dies erhebliche Auswirkungen: Mit einem effizienten Lager-Kühlgerät können im Vergleich zu einem Altgerät bis zu 80% Energie eingespart werden.

«Bestgerät» kaufen und 25% sparen

Die Technologie für gewerbliche Kühlgeräte hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, dies ist unter anderem der 2016 eingeführten europäischen Energieetikette für Lager- und Gastronomie-Kühlgeräte zu verdanken. Die «Bestprodukte» verbesserten sich dadurch in nur einem Jahr um bis zu 30 Prozent.

Für Verkaufsgeräte in Supermärkten oder an Kiosken existiert jedoch noch keine Energieetikette. Unternehmen können sich deshalb beim Kauf schlecht orientieren und haben Mühe, die energieeffizientesten Produkte zu finden. Genau hier setzt Topten.ch an. Topten  testet Haushaltsgeräte von einer unabhängigen Seite her und listet diejenigen Produkte auf, welche einen tiefen Energieverbrauch aufweisen.

Mit einem neuen Förderprogramm für Gewerbegeräte unterstützt Topten den Kauf von energieeffizienten, steckerfertigen Gewerbegeräten durch einen finanziellen Beitrag von bis zu 25 Prozent des Kaufpreises. Das Förderprogramm wird von Prokilowatt mit einem Volumen von 2 Millionen Franken finanziert und untersteht der Leitung des Bundesamtes für Energie. Die Aktion dauert bis zum 30. September 2021 – oder bis zur Ausschöpfung der Fördermittel. Alle Geräte mit Förderbeitrag sind auf der Webseite von Topten gelistet.

Das vergangene Förderprogramm «Eiskalt sparen mit stromsparenden Gastrokühlgeräten» ist Ende September 2017 ausgelaufen. Die Erfolge zeigen, dass ein solches Programm zu erheblichen Einsparungen führt. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Programmpartnern: den Elektrizitätswerken EKZ, ewz und IWB sowie den Städten Bern, Lausanne, Luzern, Zug, Winterthur und dem Kanton Thurgau konnten 6'000 Geräte gefördert und 55 Millionen Kilowattstunden Strom mit einem Wert von 11 Millionen Franken eingespart werden.

3 Tipps für eine bessere Energiebilanz

Verschlossene Geräte verbrauchen dreimal weniger Strom als offene Geräte.

1. Türe zu, Deckel drauf

Neben der Anschaffung eines effizienten Geräts, können grosse Einsparungen durch Türen und Deckel erzielt werden. Denn: Verschlossene Geräte verbrauchen dreimal weniger Strom als offene Geräte. Und auch ein nachträgliches Anbringen von Türen oder Deckeln bei offenen Geräten führt zu Energieeinsparungen von 40%. Viele grosse Supermarktketten befürchten, dass durch den Einsatz geschlossener Geräte weniger Produkte verkauft werden. Diese Sorge ist jedoch nicht belegt und es gibt viele Gegenargumente, wie beispielsweise eine angenehmere Temperatur, die zu längerem Verweilen im Supermarkt und vor den Truhen einlädt.

2. Klimafreundliche Kältemittel wählen

Kältemittel wie R290, R600a oder R744 (CO2) haben ein sehr geringes Treibhauspotential (GWP kleiner/gleich 3). Da klimaschädliche Kältemittel ab 2020 in der EU ohnehin verboten sind, ist es sinnvoll, so früh wie möglich auf klimafreundliche Kältemittel umzusteigen. Achten Sie daher beim Kauf eines effizienten Geräts auch unbedingt auf ein klimafreundliches Kältemittel.

3. Getränkekühler über Nacht abstellen

Eine weitere Massnahme zur Senkung der Energiekosten ist das Abstellen von Getränkekühlern über Nacht. Im Gegensatz zu Speisen, ist es nicht nötig Getränke über Nacht zu kühlen. Durch automatische Abschaltsteuerungen nach Ladenschluss können zwischen 15% und 45% der Energiekosten eingespart werden. Zudem kann eine Nachtabdeckung von geschlossenen Geräten wie beispielsweise Glacé-Truhen zu weiteren Einsparungen führen.

Topten empfiehlt Geräte, die noch funktionieren, zunächst nicht auszutauschen, da auch in der Produktion ein erheblicher Energieverbrauch versteckt ist. Wenn Geräte allerdings nach etwa zehn Jahren ohnehin ausgetauscht werden, sollte man bei der Neuanschaffung auf die Effizienzklasse achten.

Um einen Förderbeitrag für gewerbliche Kühlgeräte zu beantragen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Informieren Sie sich bei Topten welche Geräte förderberechtigt sind oder sehen Sie in der Liste förderberechtigter Geräte nach.
  2. Füllen Sie das Gesuchsformular vollständig aus.
  3. Senden Sie das Gesuchsformular sowie alle Rechnungen an gewerbe@topten.ch.

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