In vielen Pizzerien, Bäckerstuben oder Conditoreien sind ineffiziente Kühlgeräte im Einsatz. Sie verursachen hohe Stromkosten und haben klimaschädliche Kühlmittel. Höchste Zeit für den Ersatz. Dank dem Förderprogramm für Gewerbekälte von Kantonen, Städten und EW’s sind sie ein Viertel günstiger.

Ohne Gewerbekälte ist kein Gastrobetrieb denkbar. Wer eine Million Pizzas pro Jahr ausliefert wie das Pizzaunternehmen Dieci kann ohne Kühlung der Zutaten nicht arbeiten. Dieci hat 22 Pizzerias, 5 Restaurants und 5 Gelaterias über die halbe Schweiz verteilt; sie werden nach dem Franchising-System betrieben. Seit der Gründung 1990 hat sich das Unternehmen zu einem der grössten Gastrounternehmen und zum grössten Pizzakurier der Schweiz entwickelt. Nachhaltigkeit wird grossgeschrieben; so führt das Unternehmen heute 40 Pandas mit Erdgasantrieb für die Pizza-Auslieferung.

Nur die besten Kühlgeräte

Die Einrichtung der 32 Filialen – und dazu gehören die Kühlgeräte – erfolgt durch das Mutterhaus in Rapperswil. Seit kurzem profitiert Dieci vom Förderprogramm "Gewerbekälte". "Wir hatten schon vor längerer Zeit begonnen, nur noch qualitativ hochwertige und energieeffiziente Geräte von Liebherr für unsere Betriebe anzuschaffen", erklärt der technische Leiter von Dieci, Rico Müller. "Dabei kommt uns die Unterstützung durch das Förderprogramm natürlich sehr gelegen." Seit Mitte 2012 hat Dieci rund 40 Liebherr-Geräte für Kühlung und Tiefkühlung in den Filialen angeschafft.

Vom Förderprogramm "Gewerbekälte" hat Rico Müller dank des Gerätehändlers Fors AG (Studen BE) erfahren, von dem Dieci die Liebherr-Geräte bezieht. In der Filiale Bern, Freiburgstrasse 111, wurden zum Beispiel seit 2012 drei effiziente Kühlgeräte beschafft beziehungsweise alte Geräte ersetzt. Eines davon, nämlich das Gastrokühlgerät Liebherr GKPv 6590 (Bruttoinhalt 601 Liter, Kosten: CHF 4'200), konnte mit Unterstützung der Stadtberner Förderaktion "Eiskalt sparen" gekauft werden. Die Firma Dieci erhielt 25 Prozent der Kaufsumme zurück.

Natürliche Kältemittel

Aber das Gerät ist auch für die Umwelt ein Segen, denn es arbeitet mit natürlichen Kältemitteln (z.B. R600a, R290). Sie enthalten weder Chlor noch Fluor und haben nur ein sehr geringes Treibhauspotenzial. Fluor-Kohlenwasserstoffe (wie: R134a, R404A, R507) sind heute noch immer verbreitet. Sie haben zwar kein Ozonabbaupotenzial wie die schon vor über 20 Jahren verbotenen Fluorchlor- Kohlenwasserstoffe (FCKW), tragen jedoch immer noch zum Treibhauseffekt und damit zur Klimaveränderung bei. Darum gibt es für solche Geräte keinen Förderbatzen. Natürliche Kältemittel haben eine 1'000 bis 4'000 Mal kleinere Wirkung auf die Klimaerwärmung als herkömmliche Kältemittel.

Ein Viertel günstiger und bis 8 Mal weniger Strom

Die Förderaktion, die von Bund (ProKilowatt), den Städten Basel (mit iwb), Bern (mit ewb), Lausanne (mit SiL), Luzern, Winterthur und Zug, dem Kanton Thurgau, den Elektrizitätswerken von Kanton und Stadt Zürich (EKZ, ewz), getragen wird, ist auf drei Jahre angelegt. Das Programm wurde im Herbst 2013 schweizweit gestartet und dauert bis Juni 2016. Es vergünstigt KMUlern - Gastronomie, Take-Away, Detailhandel und Hotels – die Anschaffung von (Verkaufs-)Kühl- und Gefriergeräten substantiell um 25 Prozent. Wegweisend ist dabei die Produkteliste mit den Bestgeräten auf www.topten.ch/gewerbe. Dort können die energieeffizienten und klimafreundlichen Verkaufskühlmöbel oder Gastro-Kühlgeräte auf einen Blick verglichen werden.

"Ziel der Aktion ist die Einsparung von 40 Millionen Kilowattstunden", sagt Eric Bush von Topten. Typische gewerbliche Kühl-/Gefriergeräte verbrauchen im Vergleich zu effizienten Modellen bis fünfmal so viel Strom. Besonders krass fällt die Bilanz bei den offen Verkaufs-Kühlmöbeln (sog. "Impuls"-Regale und offene Tiefkühlinseln) aus: Hier liegt der Verbrauch sogar acht Mal höher als bei Geräten mit Tür oder Deckel. "Impuls"-Kühlmöbel wollen beim Kunden die Hemmschwelle senken, hineinzulangen und ein Produkt zu behändigen. Ideal sind stromsparende Modelle mit isolierter Tür.

 

Foto: Olaf Nörrenberg

Förderprogramm für (steckfertige) effiziente Kühl- und Tiefkühlgeräte bis 2016

Das Förderprogramm für effiziente gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte wird massgeblich unterstützt und mitfinanziert durch das Förderprogramm ProKilowatt unter der Leitung des Bundesamtes für Energie. Dem im September 2013 gestarteten Programm stehen insgesamt 3.7 Miollionen Franken zur Verfügung. Wer effiziente Geräte mit klimafreundlichen Kältemittel beschafft, wird mit einem Förderbeitrag von bis zu 25 Prozent des Netto-Kaufpreises unterstützt. Das Förderprogramm läuft noch bis 30. Juni 2016 oder solange, bis die Fördergelder aufgebraucht sind.

Hinweis: Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Gerät förderberechtigt ist oder nicht, nehmen Sie mit den Experten von topten Kontakt auf. gewerbe(at)topten.ch. Alle Informationen samt Übersicht zu förderberechtigten Geräten finden sie unter www.topten.ch/gewerbe.

Eine Übersicht aller Förderprogramme nach Postleitzahl finden Sie unter www.energiefranken.ch.

Gut zu wissen

Effiziente gewerbliche Kühl- oder Gefriergeräte verbrauchen im Vergleich zu den gängigen Modellen zwei- bis fünfmal weniger Strom.

Ein effizientes, geschlossenes Verkaufskühlmöbel benötigt sogar achtmal weniger Strom als ein offenes Gerät von vergleichbarer Grösse.

Natürliche Kältemittel haben eine 1'000 bis 4'000 Mal kleinere Wirkung auf die Klimaerwärmung (Treibhauspotenzial) als herkömmliche Kältemittel.

Eine Übersicht über alle Förderprogramme verschiedener Bereiche für Ihren Standort finden Sie unter www.energiefranken.ch.

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