In Zeiten, in denen die Rohölpreise in die Höhe steigen, gewinnen energiesparende Heizsysteme immer mehr an Bedeutung. Für viele Unternehmen ist das Heizen mit Wärmerückgewinnung eine interessante Alternative zu herkömmlichen Anlagen.

Wo Energie in Strom umgewandelt wird, entsteht auch Wärme. In vielen Unternehmen geht ein Grossteil dieser Abwärme ungenutzt verloren. Ein gutes Beispiel sind Rechenzentren. Grosscomputer und Serveranlagen wandeln fast die ganze elektrische Energie in Wärme um. Um eine Überhitzung der Geräte zu vermeiden, müssen diese laufend gekühlt werden. Anstatt die überschüssige Wärme ins Freie entweichen zu lassen, bietet es sich an, sie dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht werden kann: zum Beispiel als Heizenergie  oder das Warmwasser. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget. In vielen Fällen lassen sich die Energiekosten für Heizung und Warmwasser auf diese Weise beinahe auf null reduzieren.

Zwar fallen für die Installation einer Wärmerückgewinnungsanlage Kosten an, die auf den ersten Blick hoch erscheinen mögen. Doch bei Gesamteinsparungen zwischen 50 und 80% lohnt sich die Investition erfahrungsgemäss bereits nach drei bis vier Jahren.


Wo im Unternehmen entsteht Wärme?

In grösseren Unternehmen und Industriebetrieben entsteht laufend Abwärme aus verschiedenen Quellen – und das nicht nur in den bereits erwähnten Rechenzentren. Die Einsatzmöglichkeiten für Wärmerückgewinnungssysteme sind also vielfältig:

Lüftungsanlagen: Gut gedämmte Gebäude sind praktisch luftdicht gebaut. Damit das Raumklima angenehm bleibt, befördern Lüftungsanlagen die verbrauchte Luft nach draussen. Dabei geht auch Wärme verloren. Wärmerückgewinnungsanlagen entziehen der Abluft bis zu 90% der Restwärme und führen sie der frischen Raumluft zu.

Heizräume: Heizkessel geben einen grossen Teil der erzeugten Wärme direkt an den Raum ab, in dem sie stehen. Mithilfe einer Wärmepumpe lässt sich die Abwärme zum Heizen anderer Räume oder des Boilers nutzen.

Kälteanlagen: Klimaanlagen und Kühlungen erzeugen sehr viel Abwärme, die sich als Energiequelle für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung anbietet.

Abwasser: In der Schweiz gibt es mehr als 200 Heizanlagen, die Wärme aus Abwasser gewinnen. Studien zeigen, dass rund fünf Prozent der Gebäude auf diese Weise mit Energie versorgt werden könnten. Besonders interessant ist die Wärmegewinnung aus Abwasser für Industriebetriebe, denn sie erzeugen oft eine grosse Menge Abwasser. 

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