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Anreize für effizientes Licht

Zirka 10 Prozent oder 6 Terawattstunden des Schweizer Stromverbrauchs entfallen auf die Beleuchtung. Beim Licht können Unternehmen mit überschaubarem Aufwand grosse Einsparungen erzielen. Moderne Technik reduziert den Verbrauch um bis zu zwei Drittel. Diverse Förderprogramme für Beleuchtung unterstützen sanierungswillige Firmen und Immobilienmanager bei ihren Vorhaben.

Energie-ExpertenEnergie-Experten5 min

Die künstliche Beleuchtung ist ein Grundpfeiler der modernen 24-Stunden-Gesellschaft. In den rund 3,8 Millionen Haushalten der Schweiz sind durchschnittlich je 24 Leuchtmittel installiert – Tendenz zunehmend. Für die Beleuchtung zuhause verbrauchen Private rund 6 Prozent des Stroms.

Am meisten Strom für Licht brauchen Büros, Industrie und Pflege, gefolgt von Ladengeschäften.

Die Liste der Licht-Stromverbraucher führen jedoch Büroflächen und -gebäude, Industriebauten sowie die Pflege (Spitäler) an – gefolgt von Verkaufsflächen (Warenhäuser), Strassen- und Tunnelbeleuchtungen, Schulen und Sport, Gastronomie und Gewerbe.

Lichtinstallationen auf Komfort und Energie optimieren

Werden veraltete Beleuchtungslösungen auf LED-Leuchtmittel umgerüstet, lässt sich bereits viel Energie sparen. Bei einem Lagerhaus kann die Beleuchtung bis zu 80 Prozent der Energiekosten ausmachen. Hier lohnt es sich aufgrund des grossen Sparpotenzials, auf zeitgemässe Leuchten und Leuchtmittel umzustellen. Lichtplaner Stefan Bormann von der Schweizer Licht Gesellschaft SLG:

Auch moderne Lichtinstallationen hätten oft über 60 Prozent Verbesserungspotenzial, indem regelbare Leuchten eingesetzt, Nachlaufzeiten reduziert und Sensoren nachgerüstet würden.

Einsparungen lassen sich vor allem erzielen, wenn effiziente Lichtquellen nach Bedarf, Anwesenheit und Tageszeit gedimmt oder sogar ausgeschaltet werden. Moderne Lichttechnik kann zudem den Farbeindruck und die Helligkeit so steuern, dass verschiedene Stimmungen erzeugt werden oder bestimmte Lichtszenen einfach programmier- und abrufbar sind. Aktuelle Lichtmanagementsysteme maximieren den Lichtkomfort und minimieren die Energiekosten.

Lichtmanagement und Standby-Betrieb

Beim Einsatz von Sensoren und Lichtmanagementsystemen stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Energiebedarf für den Standby-Betrieb der eingesetzten Steuerungs- und Automationskomponenten. Doch der Gesamtspareffekt bei einer Erneuerung der Beleuchtung überwiegt den Standby-Stromverbrauch innovativer Lichtsteuerungen und Sensorik bei weitem.

Ein verstärkter Einsatz von Sensorik kann gemäss Stefan Gasser, Berater für Stromeffizienz und Beleuchtung bei der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz S.A.F.E., eine Einsparung von etwa 1,5 TWh pro Jahr beim Schweizer Stromverbrauch bringen. Demgegenüber beziffert er den Standby-Verbrauch in einer groben Schätzung auf zirka 5 Prozent dieses Werts. Zudem arbeiten die Hersteller daran, den Standby-Verbrauch weiter zu senken. Neben der Verbesserung der Elektronik kann dies auch durch temporäres Abschalten von Beleuchtungsregelungen geschehen – sofern Installationstechnik und Nutzung es erlauben. So oder so sollte die Sensorik in den frühen Phasen der Lichtplanung berücksichtigt werden, und für jede Beleuchtungsaufgabe gilt es, das Spannungsdreieck Ökologie, Ökonomie und Ergonomie auszuloten.

Förderung von Beleuchtungssanierungen

Bund, Kantone und einzelne Elektrizitätswerke stellen Fördermittel für Beleuchtungslösungen und Stromeffizienz-Projekte zur Verfügung. Diverse Programme finden sich bei ProKilowatt unter: https://prokw.ch/de/programme/ > Technische Ausrichtung: Innenbeleuchtung. Dabei ist jeweils zu prüfen, ob es sich um Förderprogramme rein zur Sanierung von Beleuchtungslösungen oder um Fördermittel im Rahmen einer Gesamtsanierung handelt. Fördermassnahmen, die lediglich die Sanierung von Beleuchtungen unterstützen, sind auf www.lightbank.ch aufgeführt. Allen gemeinsam ist, dass sie helfen sollen, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Sich zu orientieren, ist nicht ganz einfach. Allgemein gilt: Der Antrag auf Förderung ist vor Beginn eines Vorhabens zusammen mit den notwendigen Unterlagen einzureichen.

Für mehr Stromeffizienz

Mit dem EKZ-Förderprogramm «Stromeffizienz im Unternehmen» sollen Geschäftskunden motiviert werden, Effizienzmassnahmen im Elektrizitätsbereich umzusetzen. Dabei kann es sich um Stromeffizienz-Projekte oder den Einsatz energieeffizienter Elektrogeräte handeln. Stromeffizienz-Projekte werden mit einem Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde Strom, jedoch bis maximal 30 Prozent der Netto-Projektkosten unterstützt. Die Förderbeiträge sind an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Das Projekt wurde noch nicht in Auftrag gegeben oder bestellt. Mit den Umbauarbeiten darf frühestens 2 Monate nach Gesuchseingabe begonnen werden.
  • Das Projekt ist mit Investitionen verbunden.
  • Die Stromeinsparung gegenüber dem Ist-Zustand beträgt mindestens 10 Prozent.
  • Die Payback-Zeit ohne EKZ-Förderbeitrag ist grösser als 4 Jahre.

Die Firma Pestalozzi in Dietikon konnte mit finanzieller Unterstützung aus diesem Programm den Strombedarf für die Hallenbeleuchtung auf unter die Hälfte senken, indem Quecksilberdampfleuchten durch effiziente LED-Leuchten ersetzt wurden.

Bäckerei spart 75 Prozent Strom beim Licht

In ihrer Filiale Niederglatt profitiert die Bäckerei-Conditorei Fleischli von einem um 75 Prozent niedrigeren Stromverbrauch, allein was das Licht berifft. Dies dank einer auf LED-Beleuchtung mit Tageslichtregelung umgestellten Beleuchtungsanlage. Möglich wurde dies mit Hilfe des Förderprogramms von EKZ. Dass die LED-Leuchtmittel gegenüber der Halogenbeleuchtung energieeffizienter sind und auch eine rund zehnmal höhere Lebensdauer aufweisen, war Geschäftsinhaber René Fleischli bekannt. Die Lichtqualität der neuen Beleuchtungstechnologie entsprach allerdings lange Zeit nicht seinen Vorstellungen. Das Licht war zu kalt oder liess die Backwaren nicht frisch erscheinen. «Mit der Unterstützung der EKZ-Beratung haben wir die richtigen LED-Strahler gefunden, und ich bin mit der Lichtqualität der neuen Beleuchtung nun sehr zufrieden», fasst René Fleischli zusammen.

Auf gute Lichtqualität achten

Die Beleuchtung ist für den grössten Teil unserer Sinneswahrnehmungen verantwortlich, denn Menschen nehmen zirka 80 Prozent ihrer Umwelt über das Auge wahr. Licht hilft uns nicht nur, unsere Umwelt wahrzunehmen, es beeinflusst auch Wohlbefinden und Gesundheit. Bei allen Anstrengungen, Energie zu sparen, sollte daher immer die Qualität der Beleuchtung im Zentrum stehen. Hochwertige LED-Lampen und -Leuchten der neusten Generation garantieren heute eine Lichtqualität, die hohen Anforderungen genügt, wie sie beispielsweise bei Verkaufsflächen oder im Lebensmittelsektor üblich ist.

Zwölf wichtige Organisationen, Verbände und Unternehmen der Lichtbranche unterzeichneten 2018 die «Licht-Vereinbarung von Davos» mit der Absicht, den Licht-Stromverbrauch der Schweiz bis 2050 zu halbieren. Erreichen will man dies durch neue Technologien, intelligente Lichtplanung, moderne Steuerungen, gezielte Information und Weiterbildung. Die Initianten und ein Dutzend weiterer Partner haben in der Zwischenzeit das Programm Energylight ins Leben gerufen. Dieses wird von EnergieSchweiz unterstützt, wobei es um eine Reihe von Projekten geht, die von den verschiedenen Partnern durchgeführt werden sollen. Ziel der Initiative ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 zu leisten. Dies soll für den Privatbereich ebenso gelten, wie für Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe sowie für öffentliche Bauten.

Die Einsparung von mindestens 3 TWh gemäss den Zielen von Energylight entspricht beinahe der Jahresproduktion des Kernkraftwerkes Beznau 2 und soll ohne Komforteinbussen für die Nutzer realisierbar sein.

Unter dem Link https://prokw.ch/de/programme/ > Technische Ausrichtung: Innenbeleuchtung finden sich die momentan laufenden Programme zur Effizienzsteigerung bei Beleuchtungslösungen. Die von der Schweizer Licht Gesellschaft SLG betreuten Förderprogramme sind unten mit den Förderbedingungen zusammengefasst und unter www.lightbank.ch aufgeführt. Bei Fragen zu diesen Förderprogrammen können sich Interessierte direkt bei der SLG melden: bormann(at)slg.ch.

www.effeled.ch – läuft bis 2020

  • Zweckbauten ab 2000 m2 in der ganzen Schweiz

  • Einsparung min. 50 %

  • Trägerschaft: Fachverband der Beleuchtungsindustrie, info(at)effeled.ch

www.senso70.ch – läuft bis 2021

  • Zweckbauten bis 2000 m2 in der ganzen Schweiz

  • Sensoren bei 70 % der beleuchteten Fläche, Einhaltung des ProKilowatt-Grenzwertes

  • Trägerschaft: SLG

www.salvaluce.ch – läuft bis 2021

  • Mehrfamiliengebäude, Wohnareale ab 2000 m2 – ganze Schweiz (ohne SH, TG)

  • Einsparung ca. 80 %, mit Sensoren

  • Trägerschaft: Savenergy, solutions(at)savenergy-light.ch

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