Drucker und iMac im Homeoffice
Business

Der beste Drucker für zuhause spart Energie und Geld

Auf viele Geräte kann man im Haushalt verzichten, aber auf ihn nicht: den Drucker. Wir kopieren, scannen ein Bild oder drucken Dokumente – ganz papierlos geht es meist noch nicht. Doch alle Geräte brauchen Energie. Einerseits für die Herstellung des Geräts, beim Drucken direkt, aber viel mehr noch im Standby und über die im Papier enthaltene Energie. Was kann man tun, um diesen Energieverbrauch zu senken?

Nadja GrossNadja Gross5 min

Rund vier Millionen Laser- und Tintenstrahldrucker sind in der Schweiz in Haushalten und Büros im Einsatz. Der Stromverbrauch der Drucker liegt bei rund 80 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Anders als erwartet, braucht aber nicht etwa das Ausdrucken am meisten Strom – das macht gerade mal zehn Prozent aus – vielmehr geht der Grossteil im Standby verloren. Es ist darum wichtig, das Gerät jeweils über eine Schalterleiste ganz vom Netz zu trennen, der On-Off-Schalter genügt da nicht.
 

Welcher Drucker ist der beste für zuhause?

Bevor Sie sich nun einfach irgendein Gerät kaufen, das Sie gerade anspricht im Geschäft oder in einer Werbung, sollten Sie genau Ihre Bedürfnisse kennen.

Für die Umwelt sind ein geringer Papierverbrauch und das Verwenden von Recyclingpapier am wirkungsvollsten.

Checkliste: Was muss ein guter Drucker können?

  • Funktionen und Leistung: Wie häufig und wofür genau möchten Sie Ihren Drucker nutzen? Müssen Sie Dokumente nur drucken, oder auch scannen? Werden Sie vorwiegend Text drucken, oder auch Bilder? Möchten Sie viele Fotos drucken? Dafür gibt es spezielle Fotodrucker. Wie viele Seiten drucken Sie pro Stunde, pro Tag oder pro Monat? Mehr dazu im nächsten Abschnitt über Tintenstrahl- und Laserdrucker.
  • Papierformate: Reicht A4 oder soll auch A3 gedruckt werden? A3-Drucker brauchen mehr Platz und sind deutlich teurer in der Anschaffung. Werden nur selten A3-Drucke benötigt, ist es oft günstiger, dies in einem Kopiershop machen zu lassen.
  • Doppelseitiger Druck (Duplex): Es empfiehlt sich, ein Gerät mit der Möglichkeit für doppelseitigen Druck anzuschaffen. Dies spart viel Papier und damit auch Energie (bei der Papierherstellung).
  • Unterhaltskosten: Berücksichtigen Sie die Unterhaltskosten für die Toner (Laserdrucker), für Tintenpatronen oder Nachfülltinte für Tintentanks (welche Sie selbstständig auffüllen können). Diese übersteigen schnell die Anschaffungskosten des Druckers selbst (v.a. bei Geräten im unteren Preissegment).
  • Labels: Bevorzugen Sie Geräte und Papier mit dem Umweltlabel «Blauer Engel». Diese finden Sie auch auf Topten.ch.

Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker?

Laserdrucker sind zwar in der Regel etwas teurer in der Anschaffung, dafür sind die laufenden Druckkosten wesentlich tiefer als bei den Tintenstrahldruckern. Tintenpatronen sind häufig sehr teuer und müssen oft bald nach dem Kauf das erste Mal ersetzt werden. Die Druckqualität von Tintenstrahldruckern ist heutzutage sehr gut. Nur bei der Geschwindigkeit haben die Laserdrucker die Nase immer noch vorne und sind allgemein etwas schneller. Für Wenigdrucker sind auch Tintenstrahldrucker heute eine Option, weil die Tinten mindestens 24 bis 30 Monate nach Kauf haltbar sind, in der Praxis auch deutlich darüber hinaus.

Sind Laserdrucker gesundheitsschädlich? Wer sicher sein möchte, dass die Belastung des Innenraumklimas durch Toner-, Ozon- und Feinstaubemissionen minimal ist, wählt ein Gerät mit dem Gütesiegel «Blauer Engel», denn tiefe Schadstoffemissionen sind für dieses Label zwingend. Wer zudem alle Sicherheitsempfehlungen wie etwa die regelmässige Wartung des Geräts einhält, muss kaum eine Gesundheitsgefährdung durch Drucker im Homeoffice befürchten.

10 Drucker-Tipps, die sich lohnen – für die Umwelt und fürs Portemonnaie

Mit diesen wirkungsvollen Tipps kann Energie und damit auch Geld gespart werden. Das freut die Umwelt und das Portemonnaie. Es geht ganz einfach:

  1. Braucht es wirklich ein neues Gerät? Mit dem tieferen Energieverbrauch im Betrieb lassen sich die Anschaffungskosten nicht amortisieren. Vielleicht braucht es nur neuen Toner, neue Tinte oder eine kleine Reparatur?
  2. Gerät mit Label «Blauer Engel»: Wählen Sie wenn immer möglich ein Gerät mit dem Label «Blauer Engel» aus. Diese Geräte reduzieren die Belastungen für die Umwelt aufs Minimum und verringern die Risiken für die Gesundheit (geringe Innenraumbelastung, strenge Anforderungen zur Werkstoffauswahl, geringer Energieverbrauch, recyclinggereche Konstruktion).
  3. Geräte auf Topten.ch: Die Auswahl von Druckern auf Topten.ch ist eine gute Orientierungshilfe. Die Geräte sind umweltschonend und arbeiten mit bester Energieeffizienz.
  4. Doppelseitig drucken: Nicht alle Drucker beherrschen den Duplexdruck. Wenn immer möglich, sollten Sie doppelseitig ausdrucken. Setzen Sie die Standardeinstellung auf «duplex». Das spart Papier und damit auch Energie, welche bei der Papierherstellung verbraucht wird.
  5. Recyclingpapier: Es braucht in der Herstellung bis zu dreimal weniger Energie und Wasser als Papier aus Frischfaser. Wenn es unbedingt Frischfaserpapier sein muss, achten Sie darauf, ein Produkt mit FSC-Label (Holz aus nachhaltigem Anbau) zu wählen.
  6. Eine Patrone pro Farbe: Wählen Sie ein Gerät mit Einzelpatronen, damit Sie nur die leeren Farbpatronen ersetzen müssen, statt die ganze Multipatrone mit allen anderen, noch halbvollen Farben. Das ist nachhaltiger und spart Kosten.
  7. Nachfüllen und Recycling: Man sollte leere Patronen nie im Haushaltsmüll entsorgen, da sie elektronische Teile enthalten. Leere Patronen können an den Hersteller zurückgeschickt oder bei einem Dienstleister neu aufgefüllt werden. Auch die meisten Verkaufsstellen und Entsorgungscenter nehmen Tintenpatronen und Tonerkassetten zurück.
  8. Ersatzpatronen/Ersatztoner: No-name-Tintenpatronen und -Toner, welche gemäss Hersteller ebenso mit den Druckern kompatibel sind, sind meist deutlich günstiger als Originalzubehör. Jedoch besteht das Risiko, dass die Qualität der Ausdrucke nicht gleich ist oder im schlimmsten Fall gar der Drucker beschädigt wird. Oft ist so auch die Garantie auf den Drucker nicht mehr gewährleistet.
  9. Tintentank: Einige Hersteller setzen auf eine neue Technologie mit fest eingebauten Tintentanks. Tinte kann man selber nachfüllen, indem man die passende Tintenflasche in die Füllöffnung einrastet. Das Nachfüllen wird automatisch gestoppt, wenn der Tank voll ist, so dass keinerlei Verschmutzung entsteht. Diese Geräte sind in der Anschaffung etwas teurer, danach aber im Unterhalt wesentlich günstiger. Die Tintenflaschen können im Haushaltmüll entsorgt werden, da sie keine elektronischen Teile enthalten.
  10. Besser kein Drucker mit Faxfunktion: Der Fax wird immer seltener benötigt, da heute ein Dokument fast immer auch per E-Mail oder Messenger-App übermittelt werden kann. Eine Faxfunktion braucht viel Energie, da das Gerät dauernd auf Empfang bleibt. Wählen Sie darum ein Gerät ohne Faxfunktion aus.

Drucken Sie, wenn immer möglich, doppelseitig aus. Setzen Sie die Standardeinstellung auf ‹duplex›. Das spart Papier und damit auch Energie und Geld.

Und wie immer gilt: Am meisten Energie sparen Sie, wenn Sie den Drucker gar nicht einschalten und nichts ausdrucken. Überlegen Sie sich darum immer gut, ob Sie etwas wirklich auf Papier haben müssen, oder ob es auch einen digitalen Weg zum Ziel gibt.

 

Für jedes Kilo Frischfaserpapier werden in der Produktion etwas über zwei Kilogramm Holz verarbeitet. Fast jeder zweite industriell gefällte Baum wird dem WWF zufolge zu Papier. Beim Drucken macht der Energieverbrauch der Papierherstellung 90 % der Gesamtenergie aus, der Strom für den Druckerbetrieb hingegen nur 10 % (mit 70 % Frischfaserpapier gerechnet).

Zum Vergleich: Energie für die Herstellung eines Druckers

Lassen wir die Energie aus der Papierherstellung einmal ausser acht, erfordert die Herstellung des Druckers und der Druckköpfe doppelt soviel Energie wie in der Nutzungsphase des Geräts in Form von Strom verbraucht wird. Von der insgesamt eingesetzten Energie gehen also 75 % aufs Konto der Papierherstellung, 17 % entfallen auf die Druckerherstellung und 8 % auf den Strombedarf.

Erhöht man in dieser Rechnung den Anteil Recyclingpapier, kann man den Anteil der grauen Energie im Papier enorm reduzieren.

Nadja Gross, MSc Umweltnaturwissenschaften ETH, ist Projektleiterin Energieeffizienz bei Topten und betreut dort die Kategorien «Drucker» und «Gewerbliche Drucker».

Links

Ähnliche Beiträge im Blog

 

Quelle Titelbild: Evelyn Geissler/Unsplash

Was meinen Sie zum Thema?

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar.
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare

Bisher gibt es noch keine Kommentare.