Daniel Hänny im Technikraum vor Ort.
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Energetische Betriebsoptimierung – Ökologie trifft Ökonomie

Mit der energetischen Betriebsoptimierung (eBO oder kurz BO) von Gebäuden lässt sich eine Menge Energie und Geld bei der Energiebeschaffung einsparen, ohne dass dafür viel investiert werden muss. Die Wirkung tritt bei korrekter Umsetzung schnell ein und ist nachhaltig.

Daniel HännyDaniel Hänny4 min

Unter der energetischen Betriebsoptimierung von Gebäuden versteht man das Umsetzen von betrieblichen Massnahmen im Bereich der Gebäudetechnik. Diese Art der Optimierung ist in KMU genauso sinnvoll wie in der Verwaltung, in Schulen oder in Wohnbauten einschliesslich dem Pflegebereich mit Spitälern und Altersheimen. Eine Massnahme darf nur so viel kosten, wie durch Einsparungen bei der Energiebeschaffung innert zwei Jahren wieder eingespielt werden kann. Damit unterscheidet sich die Betriebsoptimierung deutlich von der Modernisierung der gebäudetechnischen Anlagen oder der Sanierung der Gebäudehülle, wo mit Payback-Zeiten von 10 bis 20 Jahren zu rechnen ist. EnergieSchweiz definiert den Begriff Betriebsoptimierung wie folgt:

Eine energetische Betriebsoptimierung (BO) erschliesst eine bessere Energieeffizienz auf einfache Art und Weise. BO-Massnahmen sind besonders attraktiv, da sie kaum Risiken bergen. Sie lösen keine Ersatzinvestitionen aus und weisen eine hohe Wirtschaftlichkeit auf.

Wann lohnt sich eine Betriebsoptimierung?

Voraussetzung für eine erfolgreiche Optimierung des Betriebs ist ein minimaler Technisierungsgrad der Anlage. Vorteilhaft ist es weiter, wenn der Gebäudebetreiber nicht eingemietet, sondern auch Eigentümer ist und Zugriff auf die relevanten gebäudetechnischen Anlagen hat.

Idealerweise weist das Objekt oder das Areal jährliche Energiebeschaffungskosten von mindestens 40’000 Franken aus. Das Alter des Gebäudes und der Haustechnik spielt keine entscheidende Rolle. Denn was selbst viele Fachleute unterschätzen: Nicht nur ältere Feuerungsanlagen, sondern auch neue Wärmepumpen-Heizungen weisen oft hohes Einsparpotential auf, das mit einer eBO ausgeschöpft werden kann.

Energiekosten um 10 bis 15 Prozent senken

Durch die Betriebsoptimierung können erfahrungsgemäss 10 bis 15 % des Energiebedarfs eingespart werden, wobei die Erfolgskontrolle anhand der Messung des Energieverbrauchs erfolgt. Die Projektdauer beträgt je nach Objektgrösse zwei bis fünf Jahre. Die fachliche Betreuung durch einen externen Energieberater reduziert die zeitliche Belastung der Betriebsfachleute und stellt sicher, dass die Massnahmen einerseits zielorientiert eruiert werden und dass diese andererseits auch betrieblich sicher umgesetzt werden können.

Verbrauch von Strom, Wärme und Wasser im Betrieb reduzieren

Die Betriebsoptimierung ist die wirtschaftlichste und schnellste Methode, um die Kosten für die Energiebeschaffung zu senken: Die Gesamtkosten für die Optimierung betragen lediglich ca. 5 bis 8 Prozent der Energiebeschaffungskosten für Strom, Wärme und Wasser. Erfahrungsgemäss ist die energetische Betriebsoptimierung schon nach zwei bis drei Jahren gewinnbringend.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist in der Regel der Beizug eines erfahrenen Fachingenieurs als Energieberater erforderlich. Neben dem spezifischen Fachwissen und der langjährigen Erfahrung sollte der beratende Ingenieur ein hohes Mass an Sozialkompetenz ausweisen. Denn die richtige Kommunikation mit den Betriebsfachleuten vor Ort ist mindestens so wichtig wie die fachlichen Voraussetzungen. Der Energieberater analysiert die Anlagen im Betrieb, schlägt geeignete Massnahmen vor und unterstützt den technischen Dienst so weit wie möglich bei der Umsetzung. Die Mitarbeitenden im Betrieb vor Ort erfüllen dabei eine zentrale Rolle, indem ihr Fachwissen und ihr Know-how der betrieblichen Abläufe in das Projekt einfliessen.

Effizienzsteigerung durch Modernisierung als nächster Schritt

Dank dem Wissen und den Erfahrungen aus einer energetischen Betriebsoptimierung können in einer nachfolgenden Phase smarte Investitionen in die Modernisierung der Gebäudetechnik getätigt werden. Unter Berücksichtigung von betrieblichen Aspekten sind dabei Effizienzsteigerungen weit über das übliche Mass von «1:1 Ersatzinvestitionen» hinaus möglich und üblich.

Daniel Hänny ist Experte für Energie- und Gebäudetechnik und arbeitet bei der EKZ-Energieberatung für Geschäftskunden.

Links und Quellen

 

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Kommentare

  • Tomate

    15.01.2018 10:57:30

    Das passt hier vielleicht nicht irklich zum Artikel. Aber man muss bedenken die Industrie ist der Hauptverusacher, noch vor dem Verkehr und den Haushalten zusammen. Wer hindert mich dran 1GW Strom in ein Bitcoiner zu investieren ich koennte auch 10 GW brauchen. Da liegt doch das Problem, die Industrie kann so viel Energie verbrauchen wie sie will. Den Haushalten wird jedes Watt ins gewissen gelegt.