Fragen Sie unsere Experten

Die Energie Experten beantworten gerne Ihre Energiefragen.

Ihre persönlichen Daten in diesem Formular werden vertraulich behandelt, weder für den Versand des Newsletters verwendet, noch an Dritte weitergegeben.

Sie haben auch die Möglichkeit Ihre Fragen im Forum zu platzieren.

Ihre Angaben

Ihre Frage

* alle Felder sind Pflichtfelder

Energieeffizienz Forum - Energieproduktion

Zurück zur Übersicht

Be-Smart der Swisscom

Verfasst am: 08.08.2013 [16:31] Wir haben von der Firma Swisscom Energy Solution die EInladung erhalten, ein Steuerungs- und Kontrollgerät zu installieren, das mithelfen soll die Schwankungen im Stromnetz zu glätten. Für die Aufladung der Elektrospeicherheizung und des Boilers haben wir jetzt einen Sperrschalter der die Aufladung nur zur Nachtzeit ab 23.00 Uhr erlaubt. Kann ich mit diesem Gerät Strom sparen? Was soll ich machen?
Verfasst am: 14.08.2013 [16:11] Hallo Meier

Vorweg: Be-Smart bringt für den Kunden auf den ersten Blick keine Vor- und Nachteile. Im Grunde wird ein Gerät bei Ihnen zuhause installiert, mit welchem Sie der Swisscom das Recht einräumen die Aufladung der Elektrospeicherheizung, wie auch des Boilers für ca. eine halbe Stunde zu unterbrechen. Für Sie entstehen keinerlei Kosten.

Wann würde die Swisscom die Aufladung kurzzeitig unterbrechen? Das, was gemacht wird, nennt man Spitzenlastmanagement, d.h. um die Netzbelastung des schweizerischen Stromnetzes zu verringern, werden in Spitzenzeiten gewisse Verbraucher gezielt ausgeschaltet bis der Engpass vorbei ist. Dann werden diese wieder zugeschaltet. Somit muss keine teure Leistung eingekauft werden. In Zukunft und im grossen Massstab gedacht, würde man dies Teil eines Smart-Grids nennen. Die eingesparte Energie verkauft der Anbieter von Be-Smart an den Stromproduzenten - so wird Geld verdient.

Welche Vorteile hat es für den Kunden? Für Sie bedeutet es finanziell keinen Aufwand (die Installation wird vom Anbieter übernommen) - hingegen gibt es auch keinen finanziellen Vorteil. Zusätzlich besteht aber für den Kunden die Möglichkeit über eine Internetseite den genauen Verlauf des Stromverbrauchs (der ferngesteuerten Geräte) einzusehen.

Welche Nachteile gibt es? Sie räumen dadurch externen ein, Ihre Heizung und den Boiler (mehr oder weniger) zu steuern. Dies kann zu Komforteinbussen führen (geringere Temperaturen im Boiler oder Reduktion der Raumtemperatur). Es ist auch anzunehmen, dass die Be-Smart Installation für den Betrieb selbst Strom verbraucht.

Eine Empfehlung kann pauschal nicht gegeben werden. Einflussfaktoren die zu beachten sind: Heizungssystem und dessen Einstellungen, Art des Gebäudes (Massivbau oder Leichtbau), Wärmespeicherung, usw.

Mit Be-Smart sparen Sie keinen Strom.
Verfasst am: 02.10.2013 [15:55] Auch wenn hier keine direkten Vor-/Nachteile zu erkennen sind, wie sieht es mit dem Aufwand für den Kunden aus, eine Be-Smart Lösung einzubauen?

Soweit ich sehen kann, wird die Lösung zwar von einem Profi eingebaut, aber mit welchem Aufwand für den Kunden? Wie ich haben viele Kunden wenig Platz im Bad wo konkret mein Boiler hängt. Müsste man diesen abmontieren (= großer Aufwand)? Wie groß ist diese Steuerung? Gibt es hier Erfahrungen von bestehenden Kunden? Oder auch Bilder, um die Größe/Montage abschätzen zu können?
Verfasst am: 16.10.2013 [12:09] Der Kunde hat keinen grossen Aufwand. Es muss wohl nur jemand die Wohnung resp. den Keller/Verteilerkasten öffnen und nach dem Weggang des Monteurs nach wenigen Stunden wieder schliessen.

Es wird nur ein Schalter (K-Box) im Verteilerkasten oder halt daneben in einer Ergänzung des Verteilerkastens eingebaut, der ähnlich gross ist wie der Rundsteuerempfänger des EVU (ca. so gross wie eine Zigarettenschachtel). Am Boiler oder der Wärmepumpe ändert sich gar nichts.

Dieser Schalter ist in Serie mit dem Schalter der Rundsteueranlage geschaltet. D.h. ist der Schalter der Rundsteueranlage aus, kann die elektrische Last nicht eingeschaltet werden, auch von SES nicht.

Gehe davon aus dass der Montage-Aufwand minimal ist, sicher dann, wenn es im Verteilerkasten noch wenige Zentimeter Platz auf einer Hutschiene für den Schalter hat.

Zudem wird irgendwo im Haus, dort wo man Mobilfunkempfang hat, eine Art Gateway (M-Box) an eine Steckdose gesteckt. Dieses Gateway stellt die Verbindung zwischen Mobilfunknetz/Server und Schalter sicher. Zwischen Gateway und Schalter im Verteilerkasten wird mittels PLC (Power Line Communication) kommuniziert. Da diese Kommunikation auf dem Stromkabel läuft kommt man im Unterschied zu Funkverbindungen auch durch Betonwände, d.h. vom Keller dorthin, wo das Mobilfunknetz ist und ergo das Gateway sich befinden kann.

Funktionsweise/Schema

Strom sparen:

Die Geräte von SES brauchen einige wenige Watt für den eigenen Betrieb.

Man kann die angeschlossenen Geräte wie Heizung oder Warmwasserboiler über Internet/Mobilfunk schalten. D.h. man kann die Geräte dann wenn man sie nicht braucht ausschalten oder zurückregeln. Dies bedeutet dann eine Stromeinsparung.

Die SES Lösung welche Fernübewachung und Fernsteuerung erlaubt und via der man Meldungen bekommt wenn eine Störung vorliegen könnte, ist "gratis". Das ist die Gegenleistung die man als Konsument von SES kriegt wenn man seine bedeutenden Lasten für das Ausregeln des Stromnetz zur Verfügung stellt.

Wie gesagt: Die Schalter zum Schalten von Lasten sind nicht gross – vergleichbar in der Grösse mit Schaltern von Rundsteueranlagen der EVU.
Verfasst am: 20.11.2013 [17:16] Lieber Fox, vielen Dank für Ihre Antwort. icon_smile.gif

Ich habe es jetzt grob verstanden.

Aber kann Be Smart jeder bestellen der einen E-Boiler hat, oder muss man hier eine solche „Rundsteueranlage“ haben?

Verfasst am: 20.11.2013 [17:37] Hoi Mario, haben soeben deinen Eintrag gesehen. Nach meinem Wissen hat das nichts mit Rundsteuranlage zu tun. Diese benutzt Dein EW ja um die Boilerschaltung zu steuern. Ich denke aber dass Swisscom das auch so installieren kann.
Verfasst am: 19.12.2013 [14:52]
"Fox" schrieb:


Zudem wird irgendwo im Haus, dort wo man Mobilfunkempfang hat, eine Art Gateway (M-Box) an eine Steckdose gesteckt.


Das heisst, es wird mir "irgendwo im Haus", ziemlich sicher im Wohnbereich, ein Mobilfunkgerät, das permanent sendet, eingesteckt. Dann verlier ich eine Steckdose und bin der zusätzlichen Strahlung ausgesetzt. Das muss ich mir in dem Fall noch genau überlegen...
Verfasst am: 11.02.2014 [16:41] Guten Tag

Auch wir haben kürzlich einen Brief von der Firma Störi erhalten mit dem Hinweis 'Leisten Sie jetzt mit Ihrer Elektroheizung einen wichtigen Beitrag zur Energiewende! Tönte gut und wir waren mit der Installation einverstanden. Was wir nicht wussten (und wurde vorher auch nie angesprochen), dass die ganze Steuerung über ein Mobilfunkgerät läuft. Wir haben bisher bewusst auf einen WLAN Anschluss verzichtet, weil wir die Strahlungsemissionen möglichst gering halten wollen. Nun haben wir genau das, was wir nie wollten. Zudem verbraucht das Gerät 10 Watt, was jährliche Kosten von ca CHF 20.- verursachen, die wir selbstverständlich selber bezahlen. Was bereits erwähnt wurde ist, dass wir mit diesem Einbau nicht mehr oder weniger Strom verbrauchen. Der Titel von Störi ist also irreführend und stimmt so nicht. Der Vorteil liegt beim Stromanbieter, weshalb die Installation von ihm auch übernommen wird. Heute würde ich dem Einbau nicht mehr zustimmen, bzw wir lassen die Installation wieder rückgängig machen. Einfachste Variante ist, den Mobilfunkempfang vom Stromnetz zu entfernen, dann melden sich die Betreiber ganz schnell von alleine icon_wink.gif
Verfasst am: 19.02.2014 [08:32] Ich bin in der gleichen Situation, nur habe ich die Installation momentan sistiert, da ich zuerst genaue Infos über die Geräte und deren Eigenschaften sehen will. Auch müsste die Kommunikation über das Festnetz erfolgen, denn das ist ja vorhanden, wozu dann ein Mobilfunk??? Ich warte immernoch auf eine Antwort....

Ich denke auch, dass es grundsätzlich eine gute Sache ist. Aber dass man sich eine gute energetische Lösung mit grösserer Umweltbelastung in Form von Mobilfunkstrahlen erkaufen muss, ist inakzeptabel.

Es fehlen heutzutage allgemein die ganzheitlichen Lösungen. Fast jede Verbesserung verschlechtert einen anderen Bereich.
Verfasst am: 03.04.2014 [22:55] Wenn man hier 1 und 1 zusammenzählt wird der Verbraucher betrogen und die Swisscom macht damit Millionengewinne. Energie sparen lässt sich mit der Lösung für den Verbraucher nicht. Was hier passiert ist doch folgendes: weil die Swisscom mit der Lösung irgendwann massenhaft Verbraucher abschalten kann, kann sie diese "Nicht gebrauchte Energie" an die Swissgrid als sogenannte Regelenergie zu sehr hohen Preisen verkaufen, schlimmer noch: Schon die Bereitstellung bringt der Swisscom Geld. Dies obwohl hier gar keine Energie erzeugt wird. Dadurch werden gleichzeitig die Investitionen der Kraftwerksbetreiber in umweltfreundliche Wasserkraftwerke in Frage gestellt. Das ganze ist nichts anders als das was Finazspekulanten jeden Tag an der Börse machen. Auf der anderen Seite verbraucht der Boiler und die Heizung keine einzige Kilowattstunde weniger da sie den Aufheizvorgang einfach später fortsetzt und dabei gleich viel Energie verbraucht. Am Ende verbraucht die Installation der Swisscom noch etwa 10 W die den Verbraucher im Jahr etwa 17 Franken zusätzlich kosten. Außerdem hat jeder Verbraucher der das installiert dann einen wunderbaren Mobilfunksender direkt in der Wohnung. Wenn das nicht super ist !

Forum Netiquette

Vielen Dank für Ihr Interesse am Energieeffizienz-Forum. Bitte beachten Sie bei der Nutzung des Forums die Forums Netiquette.