E-Bikes übernehmen die Strasse (Copyright: Bosch eBike Systems)
Mobilität

E-Bikes übernehmen die Strasse

Die Verkäufe von E-Bikes sind in der Schweiz in den letzten Jahren rasant gestiegen. 2019 steht für einen neuen Rekord: Die E-Bikes lassen die Elektroautos weit hinter sich. Und auch in einer ökologischen Gesamtbetrachtung steht die Nutzung von E-Bikes weit vorne.

Eric BushEric Bush3 min

Die Verkaufszahlen des Verbands der Schweizer Fahrradlieferanten velosuisse sprechen für sich. Mit über 130’000 Stück wurde 2019 ein neuer Verkaufsrekord von E-Bikes in der Schweiz erzielt. Der Zuwachs betrug 19 Prozent, somit dürften mittlerweile rund 600’000 E-Bikes in der Schweiz unterwegs sein. Zum Vergleich: Im 2019 wurden rund 13'000 Elektroautos in der Schweiz verkauft – zehnmal weniger .

Die unschlagbaren Vorteile von E-Bikes

Wer schon ein E-Bike fährt, merkt bald: E-Bikes machen Freude. Doch neben dieser Fahrfreude gibt es noch einige überzeugende Fakten, welche den anhaltenden Boom erklären.

  • E-Bikes sind schnell: Bei Distanzen von 5 bis 10 km im Stadtverkehr ist das E-Bike das schnellste Verkehrsmittel überhaupt. Gleichzeitig sind der Grossteil der einzelnen Autofahrten in der Schweiz unter 10 km, d.h. hier besteht ein riesiges Potential für die Substitution durch E-Bikes.
  • E-Bikes sind günstig: velosuisse schätzt, dass E-Bikes im Schnitt 3500 Franken kosten. Das hört sich zuerst einmal nach viel an. Doch in dieser Zahl sind auch E-Mountainbikes und die etwas teureren S-Pedelecs (45 km/h) berücksichtigt. Gute E-Bikes für die Stadt kosten heute zwischen 2000 und 2500 Franken. Werden diese wöchentlich genutzt und ersetzen ÖV-Billette und/oder Autofahrten, dann ist diese Anschaffung in wenigen Jahren amortisiert.
  • E-Bike fahren ist gesund: Aufgrund der geringeren Anstrengung motiviert das E-Bike öfter Rad zu fahren und ist bewegungsfördernd. Studien zeigen, dass schon 15 Minuten tägliche Bewegung deutliche Gesundheitsvorteile mit sich bringen und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen und Altersdemenz verringern können.

Sind E-Bikes umweltfreundlich?

E-Bikes sind ein wirkungsvoller Beitrag zur Förderung der Energieeffizienz und zum Umweltschutz: Die ökologische Stärke des E-Bikes ist, dass jedes E-Bike im Schnitt 1000 Autokilometer und damit rund 60 Liter Benzin pro Jahr einspart. Die zusätzliche Umweltbelastung aus Stromverbrauch und Produktion der Lithium-Ionen-Akkus sind absolut vertretbar.

Wie viel Strom verbraucht eigentlich ein E-Bike pro Jahr?

Der Stromverbrauch für das Laden der Akkus ist gering: Ein grosser Akku braucht für eine Volladung 0,5 kWh. Um 2500 km zu fahren, wird der Fahrrad-Akku 70 Mal pro Jahr aufgeladen, das entspricht total 35 kWh zum Preis von rund 7 Franken. Dieser zusätzliche Stromverbrauch ist klein und vertretbar, geradezu marginal, gemessen am Nutzen und dem ökologischen Gewinn für jeden eingesparten Auto-Kilometer.

Neuer Schwung auch bei den E-Motos

Auch bei den Elektromotorrädern gelten die meisten der oben genannten Vorteile. Zwar sind sie etwas weniger ökologisch als E-Bikes, aber als Ersatz für Verbrennungsmotoren werden auch sie eine Rolle spielen. Erstmals seit 2012 haben die E-Moto-Verkaufszahlen im 2018 wieder zugenommen. Grössere Reichweiten, neue Motoren und neue Marken bringen weitere Marktimpulse. Mehr dazu in unserem Beitrag «Elektro-Roller für den Arbeitsweg, E-Töffs für Touren».

Tipps für Kauf und Nutzung von E-Bikes

Der Markt der E-Bikes ist vielfältig geworden. Bambus-Fahrräder, doppelte Akku-Packs, Automatikgetriebe oder Carbon-Riemenantriebe sorgen für spannende Entwicklungen.

  1. Welcher E-Bike-Typ? Brauche ich ein E-Bike mit Tretunterstützung bis 25 oder bis 45 km/h? Was sind die Vorzüge der verschiedenen Velo-Typen und was ist bezüglich Sicherheit zu beachten? Unser Beitrag «Welcher E-Bike-Typ sind Sie?» hilft weiter.
  2. Marktübersicht E-Bikes: Eine gute Marktübersicht bietet die Online-Plattform Topten; hier lässt sich über einen Filter der bevorzugte E-Bike-Typ finden.

     

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Kommentare

  • Stefan B

    15.06.2019 12:35:29

    Mir fehlt eine Aussage zur Rekuperation. Mittelmotoren können nicht rekuperieren. Hat dies keinen Einfluss auf Reichweite bzw. Effizienz? Beim Elektro-Auto ist dies doch ein wichtiger Aspekt.
    Ist die Aussage korrekt, dass ein schnelles E-Bike einem Mofa entspricht? Ich meinte, dass es rechtlich gesehen eben genau zwischen Velo und Töffli positioniert wird.
    Und ein schnelles E-Bike mit Anhänger? Ist dies überhaupt gestattet? Ein ungebremster Anhänger bei 45 km/h? Ein langsames E-Bike muss nicht unbedingt einen schwächeren Motor haben. Die Motorunterstützung ist einfach bei 25 km/h abgeriegelt.

  • Detlef Zimmer

    08.07.2019 17:39:59

    Guten Tag,
    die Romandie hat in Sachen Velo grossen Nachholbedarf.
    Ich suche einen ähnlichen Artikel in Französisch.
    Gruss, Detlef