Polizei-Scooter mit Blaulicht am Heck
Mobilität

Elektro-Roller für den Arbeitsweg, E-Töffs für Touren

Sie sind sauber, schnell und leise: Die Elektro-Roller. Derzeit fahren sie in der Schweiz noch etwas im Windschatten von Elektroautos und E-Bikes, doch die Auswahl an Typen und Modellen ist dynamisch gewachsen. Neue Modelle drängen auf den Markt – für ganz verschiedene Bedürfnisse: E-Roller für die Stadt gibt es von modisch-chic bis retro, E-Motorräder für Töff-Begeisterte sowie praktische Cargo-E-Scooter fürs Gewerbe.

Eric BushEric Bush4 min

Was ist zu beachten beim Kauf eines E-Motorrads? Der Überblick zu Markt, Typenauswahl, Kauf, Umweltbelastung und Betriebskosten fasst die wichtigsten Informationen zusammen, inklusive Bestenliste von Topten. «E-Scooter oder 125er-Motorroller?» – Diese Frage stellt sich wohl nicht mehr lange. In China sind Benziner bereits weitgehend verboten, elektrische Alternativen stehen für jeden Zweck bereit. E-Roller sind zum Teil der klassischen Vespa wie aus dem Gesicht geschnitten und mindestens so flink unterwegs, aber gleichzeitig viel umweltfreundlicher. Ideal sind E-Roller offensichtlich für den Arbeitsweg und für die Stadt (Foto Polizei-Scooter: ETRIX AG). Tests zeigen aber auch, dass sich die neuesten E-Motorräder durchaus für Tourenfahrer eignen, sofern der Kaufpreis und ab und zu eine Ladepause zu verschmerzen sind.

Wie stark belasten E-Scooter die Umwelt?

Gemäss einer Studie von NewRide (unterstützt von EnergieSchweiz) verursachen E-Motorräder rund 60 Prozent weniger Umweltbelastung als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Von Abgasen also keine Spur. Dazu sind die Fahrkosten nahezu null: Der Energieverbrauch liegt je nach Fahrleistungen bei 3 bis 8 kWh pro 100 km, was umgerechnet 0,3 bis 0,8 Liter Benzin entspricht.

Typen: vom E-Mofa bis zum Sport-Motorrad

Die Palette an E-Motorrädern wächst. Die E-Cargo-Scooter mit drei Rädern, wie sie von der Post genutzt werden, sind – entsprechend konfiguriert – auch für Senioren und Menschen mit Behinderung ideal. Bei den klassischen E-Rollern steht eine ganze Bandbreite an Modellen im Motorradhandel bereit. Mit dem Mobilec ist ein in der Schweiz entwickeltes Produkt erhältlich, das sich als praktisch emissionsfreier Ersatz für Zweitakt-Mofas eignet (bis 35 km/h). Für den städtischen Verkehr sind E-Scooters mit Maximal-Geschwindigkeiten von 45 bis 80 km/h ideal, wie zum Beispiel diejenigen von Etrix oder PEDA. Die schnellsten E-Roller werden bei 120 km/h abgeriegelt, um die Batterie zu schonen. Bei den E-Rollern finden sich auch schöne Retro-Modelle (z.B. Emco Nova R 2000). Die Königsklasse bei den E-Motos bilden die E-Motorräder. Der Energica Ego+ trumpft mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und einer Reichweite von bis zu 400 km auf.

Markt: Elektro-Motorräder oder Benziner?

Der Verkauf von Elektro-Rollern in der Schweiz hat 2019 stark zugenommen, liegt mit gut 1'000 Stück aber immer noch auf sehr tiefem Niveau. 15'000 Roller wurden mit Benzin-Motor verkauft. Total sind nun rund 14'000 Elektro-Motorräder auf den Schweizer Strassen unterwegs. In der Schweiz und generell in Europa ist es noch nicht gelungen, die umweltschädlichen Benzin-Motorräder zu ersetzen. Ausnahmen gibt es, so hat die Schweizerische Post die grossen Vorteile der umweltfreundlichen Elektromotorräder erkannt und eine Flotte mit Tausenden von flinken Kyburz-Dreirad-Rollern für ihre Postboten angeschafft.

E-Töff kaufen: Vorsicht bei Billigangeboten

Sobald klar ist, ob es ein E-Roller, ein E-Cargo Scooter oder ein E-Motorrad sein soll, gibt es einige wenige Dinge zu beachten. Das Wichtigste: Keine Bleibatterie! Bleibatterien sind nicht selten in günstigen Modellen unter 2000 Franken eingebaut. Sie haben auch den Nachteil, dass oftmals nach kurzer Zeit die Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind.

Kriterien für den Kaufentscheid

Eine empfehlenswerte aktuelle Übersicht mit den besten Elektromotorrad-Modellen in der Schweiz findet sich bei Topten. Die Liste enthält nur Modelle, deren Unterhalt durch ein gutes Netz von Schweizer Vertretungen und Werkstätten gewährleistet ist und sie enthält keine Modelle mit Bleibatterien.

  • Service-Partner: Auch ein E-Motorrad braucht einen regelmässigen Service und gegebenenfalls Ersatzteile.
  • Sicherheitsmerkmale: Griffige Pneus und starke Bremsen sind zwingend für eine sichere Fahrt.
  • Austauschbare Batterien: Damit der Motorrad-Akku kurzfristig oder bei Altersschwäche ersetzt werden kann, sollte er herausnehmbar sein.
  • Option Zusatzakku: Hat das Motorrad ein oder zwei zusätzliche Batteriefächer, kann bei Bedarf die Reichweite erhöht werden.

 

Betriebskosten: Volltanken für 1 Franken

Die Akkus der E-Roller  lassen sich ganz bequem an jeder regulären 230-V-Haushaltssteckdose innert weniger Stunden aufladen. Viele Hersteller bieten Schnellladegeräte an, welche die Ladezeit stark reduzieren. Wie bei allen E-Fahrzeugen ist die Reichweite auch bei E-Motorrädern ein Thema, wobei Faktoren wie Fahrweise, Witterung, Reifendruck und Topografie einen spürbaren Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Mittlerweile bieten viele Hersteller gegen Aufpreis stärkere Akkus oder sogar die Möglichkeiten an, einen zweiten Akku zu nutzen. So verdoppelt sich die Reichweite gleich. Je nach Akkukapazitäten (2-16 kWh) kostet einmal Volltanken bei den E-Motos umgerechnet lediglich zwischen einem und drei Franken.

Die besten E-Motorräder der Schweiz 2020

E-RollerE-Scooter / Elektroroller
Der Klassiker und Ersatz für Benzin-Roller
zur Scooter-Liste bei Topten
E-MotosE-Motos
E-Motorräder für Sport und Touren
zur E-Moto-Liste bei Topten
E-Cargo-ScooterE-Cargo-Scooter
Scooter mit Ladefläche, auch als Fahrzeug für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit
zur E-Cargo-Scooter-Liste bei Topten

Quellen und weitere Infos zu E-Motos

Was meinen Sie zum Thema?

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar.
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare

  • Tnidi

    13.06.2020 13:14:24

    Guten Tag, ich möchte einmal die ganze Wahrheit der Studie vom Vergleich Elektro zu Benzin erfahren. Ist Elektro viel Umweld freundlicher als ein Benzin Fahrzeug, wenn man die Herstellung und Entsorgung aller Komponeten vergleicht.
    Von wo kommt zum Beispiel das Lithium in den Akkus und wie wird dieses entsorgt?
    Ich hoffe, dass in dieser Hinsicht einmal offen und ehrlich kommuniziert wird und nicht nur der Betriebstoff verglichen wird.
    MfG
    Tnidi

  • Energie-Experten

    18.06.2020 10:37:40

    Hallo Tnidi, danke für die berechtigte Frage. Wir haben gerade diesen Artikel aktualisiert, der das Thema Ökobilanz von E-Fahrzeugen weiter vertieft:
    https://www.energie-experten.ch/de/mobilitaet/detail/wie-stark-belastet-die-batterieherstellung-die-oekobilanz-von-elektroautos.html

    Zwar geht es da vor allem um Autos und um die Herstellung von Autobatterien, dafür aber mit vielen Details und Studien, was die Komplexität des Themas aufzeigt. In den Kommentaren ist auch die Herkunft der Materialien wie Lithium und Kobalt ein Thema (ganz unten mit aktueller Antwort von uns).

    Zu den Inhaltsstoffen und der Entsorgung planen wir weitere Beiträge, wir hoffen, Sie bleiben bei uns am Ball!