Der Anteil der Elektroautos auf unseren Strassen wächst. Mehrere Länder verdeutlichen ihr Bestreben zu einer umweltverträglicheren Mobilität mit einem Verbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren. Bis es so weit ist, gilt es, die notwendige Infrastruktur zu entwickeln.

Das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität steigt. Deshalb arbeitet die Automobilbranche mit Hochdruck an marktfähigen Produkten. Beim Hersteller Audi gibt es Überlegungen, Bestandteile des Autos wie Klimaanlagen und Sitzheizungen dank Solarzellen mit Energie zu versorgen. Diese Entwicklung geht auf die Kooperation mit einem Solarzellenhersteller zurück. Denn weniger Belastung für die Batterie bedeutet mehr Reichweite für das Fahrzeug. Steht das Fahrzeug still, kann damit zudem die Batterie geladen werden. Neu ist dieser Ansatz freilich nicht, doch die marktreife Umsetzung liess bisher auf sich warten.

Auch Porsche hat Ambitionen für Elektromobilität. So wurde im Sommer 2017 im Manager Magazin bekannt gegeben, dass ab 2023 jedes zweite Fahrzeug des schwäbischen Sportwagenherstellers mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein soll. Das erste Elektrofahrzeug wird 2019 erhältlich sein.

Passend dazu arbeitet ein Reifenhersteller an Rädern speziell für Elektroautos. Das New-Wheel-Concept ist auf die Anforderungen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen abgestimmt und soll unter anderem Energierückgewinnung beim Bremsen ermöglichen.

Innovative Räder für Elektrofahrzeuge

Mitbegründer des Aufschwungs

Die zunehmende Popularität von Elektromobilität ist auch auf Tesla von Elon Musk zurückzuführen. Die Produktion des neuen Tesla 3 läuft derweil auf Hochtouren, mit der Auslieferung der Wagen ist nicht vor Mitte 2018 zu rechnen. Das Elektrofahrzeug aus dem Mittelklassesegment kann bereits ab 35'000 USD erstanden werden. In unter sechs Sekunden beschleunigt es von 0 auf 100 km/h und hat eine Reichweite von 345 km.

Tesla 3
Bild: Tesla 3 - ein Elektromobil für die Mittelklasse. Das erste produzierte Modell sowie weitere aktuelle Informationen zeigt der Twitterauftritt von Elon Musk. (Quelle: Tesla)

Staatliche Bemühungen

Auch die Regierungen sind bei der Entwicklung technischer und infrastruktureller Lösungen gefordert. Die weltweite Spitzenposition elektrisch betriebener Fahrzeuge hat derzeit China inne. Rund 350'000 konnten im vergangen Jahr neu abgesetzt werden. Norwegen ist mit über 100'000 zugelassenen Elektromobilen in Europa führend, was vor allem durch staatliche Subventionen begünstigt wird. Ab 2025 sollen deshalb auch keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden. Frankreich möchte ab 2040 den Verkauf von Verbrennungsmotoren ebenfalls gänzlich unterbinden. In der Schweiz fehlen dagegen bisher derartige Bekenntnisse, obwohl die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt. So waren 2016 in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik nahezu 11'000 Personenwagen mit elektrischem Antrieb unterwegs, was im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 42 Prozent bedeutet. Weltweit waren es sogar knapp über 2 Mio. Elektroautos, während 2011 lediglich 100'000 Fahrzeuge elektrisch fuhren. Bei den Neuzulassungen rein elektrischer Fahrzeuge gab es in der Schweiz hingegen einen Rückgang. Im Vergleich zu 2015 fiel die Zahl 2016 von 3882 auf 3525.

Elektroauto-Bestand

Eine Umfrage der Universität St. Gallen und Raiffeisen zeigt, dass vor allem fehlende Infrastrukturen in der Schweiz und die geringe Reichweite der Fahrzeuge derzeit gegen den Kauf eines Elektromobils sprechen. Für die meisten Befragten war zudem der Klimaschutz Hauptargument für den Kauf eines elektrisch betriebenen Fahrzeuges. Auch das bequeme Laden von daheim und geringe Betriebskosten (Reparaturkosten) galten als Argumente.

Weil in der Schweiz 38 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Mobilitätsverkehr stammen, wünschen sich deshalb einzelne Politiker Massnahmen wie die Vernetzung bestehender Ladestrukturen, um Ladevorgänge zu vereinfachen. Auch kantonsübergreifende einheitliche Motorfahrzeugsteuern gehören dazu.

Marktübersicht 2017 (Quelle: Electrosuisse)

Die neue Marktübersicht von e'mobile nennt technische Daten zu derzeit in der Schweiz verfügbaren Personenwagen mit maximal 3,5 t Leergewicht, die in der Energieeffizienzkategorie A eingestuft sind und höchstens 95 g CO2 pro Kilometer ausstossen.

Grafik: Wie Elektromobilität die Energiewende unterstützen kann. (Quelle: WWF)

Elektromobilität und Energiewende
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