Wer etwas Gutes für die Umwelt tun möchte, kauft Tomaten aus der Schweiz – und nicht etwa aus Spanien. Was auf den ersten Blick klar erscheint, ist nur die halbe Wahrheit. Was viele nicht wissen: Auch in einheimischen Produkten steckt oft mehr graue Energie als erwartet. Verbessern Sie Ihre persönliche CO2-Bilanz mit unseren klimafreundlichen Einkaufstipps.

Ob Flachbildfernseher, Strickpulli oder Thunfisch: Viele Produkte, die Sie im Ladenregal finden, haben einen langen Weg hinter sich. Rund fünf Liter Erdöl verschlingt der Transport eines Kilobundes Spargeln von Südamerika nach Europa. Zum Vergleich: Einheimische Spargeln belasten die Umwelt rund 24-mal weniger. Eine Zahl, die kaum überraschen dürfte. Dass es umweltfreundlicher ist, in der Schweiz hergestellte Produkte zu kaufen, erscheint logisch. Doch auch Schweizer Produkte sind nicht immer so CO2-neutral, wie Sie vielleicht denken. Denn nicht nur der Transport, sondern auch die Herstellung ist in vielen Fällen sehr energieaufwändig.

Ein gutes Beispiel sind Tomaten aus dem Gewächshaus. Während es im Sommer sinnvoll ist, Schweizer Produkte zu bevorzugen, geht diese Rechnung im Winter nicht auf. Ausserhalb der Saison wachsen Tomaten hierzulande nämlich nur in beheizten Gewächshäusern. Die Heizung schluckt etwa doppelt so viel Erdöl wie der Transport aus Spanien. Es sei denn, der Produzent nutzt erneuerbare Energien wie Solaranlagen, Abwärme oder Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen.

Etwas anders sieht es bei den Äpfeln aus. So sind Schweizer Äpfel immer CO2-neutraler als solche aus Neuseeland. Doch auch hier lohnt es sich, saisonale Produkte aus der Region zu kaufen. Denn je länger die Äpfel gelagert werden, desto höher der Energieaufwand für die Kühlung.

Tag für Tag an die Umwelt gedacht

Wer umweltbewusst einkaufen möchte, muss Einiges berücksichtigen. Bei so vielen Kriterien ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Damit Ihnen das energiesparende Einkaufen in Zukunft leichter fällt, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt:

1. Bevorzugen Sie wenn immer möglich Produkte der Saison. Und zwar solche, die in Ihrer Nähe hergestellt wurden.

2. Frische Produkte sind umweltfreundlicher als verarbeitete Nahrungsmittel. Besonders, wenn sie nicht gekühlt werden müssen.

3. Trinken Sie Leitungswasser statt Mineralwasser aus der Flasche. Schweizer Hahnenwasser ist bis zu 1000-mal ökologischer als – oft importiertes – Wasser aus der Flasche. Füllen Sie Glas- oder Plastikflaschen immer wieder auf, wenn Sie Wasser mitnehmen wollen.

4. Essen Sie weniger Fleisch, denn Fleischproduktion ist sehr energieaufwändig. Egal, ob das Fleisch aus dem Ausland oder aus der Schweiz stammt. Beispiel Rindfleisch: Um ein Kilogramm Gewicht zuzulegen, muss ein Rind fünf bis sechs Kilogramm Nahrung zu sich nehmen. Rinder sind Wiederkäuer und stossen dabei klimaschädliches Methangas aus. Kommt das Rindfleisch dann noch aus Übersee oder wird zur Aufzucht der Tiere Wald abgeholzt, verschlechtert sich die Ökobilanz drastisch. Die Treibhausgas-Emissionen für ein Kilogramm Rindfleisch sind viermal so hoch wie für ein Kilogramm Schweine- oder Hühnerfleisch. Verzichten Sie deshalb auf häufigen Rindfleischkonsum und legen Sie vegetarische Tage ein.

5. Beim Zucker dürfen Sie beherzt zu Produkten aus Südamerika greifen. Rohrzucker aus Kolumbien hat zwar einen längeren Transport hinter sich, die Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben ist jedoch wesentlich aufwändiger.

6. Bevorzugen Sie Recyclingpapier. Es enthält weniger als halb so viel graue Energie als Frischfaserpapier. Zudem verwenden Sie einen kostbaren Rohstoff, die aus Bäumen gewonnene Zellulose, mehrfach.

7. Gehen Sie zu Fuss, mit den öV oder mit dem Velo einkaufen. Wenn es viel zu schleppen gibt, ist ein Online-Einkauf energieeffizienter als ein Einkauf mit dem Auto. Der Lieferant fährt mit einem Transporter viele Produkte nach eine ausgeklügelten Route zu vielen Kunden.

8. Einkäufe im günstigeren Ausland lohnen sich nur, wenn Sie wirklich direkt an der Grenze wohnen. Auch finanziell.

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