Viele Dinge, die wir besitzen, verbringen die meiste Zeit ungenutzt auf Abstellflächen. Wie lange halten Sie beispielsweise Ihre Bohrmaschine pro Jahr in der Hand? Benötigen Sie eigentlich eine Bohrmaschine oder nur die Löcher in der Wand? Genau.

Basierend auf dieser Erkenntnis hat sich die Shareconomy zum Trend entwickelt. Es ist der Versuch, Hilfsmittel verstärkt gemeinsam zu nutzen. Ziel ist es, die gewohnte Funktionalität weiter zu nutzen aber auf den Ballast etlicher nur selten genutzter Dinge zu verzichten. Ein Trend, der verstärkt die Mobilität erreicht. 

"Aus 8 macht 1: Carsharing spart viel Fläche und Energie"

Private Autos werden durchschnittlich nur eine Stunde am Tag bewegt. Die restlichen 23 Stunden stehen sie nicht nur ungenutzt am Strassenrand, sondern beanspruchen dort auch Flächen. Diese werden gerade in urbanen Räumen dringend für andere Nutzungen benötigt. Velowege und Grünflächen sind hierfür nur zwei Beispiele. Wer sich von seinem eigenen Personenwagen trennt und auf das Carsharing umsteigt, wird zum grossen Flächensparer. Rund acht private Fahrzeuge werden durch ein Carsharing-Auto ersetzt. Das hat auch erhebliche Folgen auf den Energieverbrauch. Etwa 20 Prozent der Energie, die ein Personenwagen während seiner Lebensdauer benötigt, entfallen allein auf die Herstellung. Hinzu kommt, dass Carsharing-Nutzer bewusster Autofahren. Der alte Automatismus Fortbewegung = Autonutzung wird durchbrochen, wenn das Auto nicht mehr vor der Haustür wartet. Weniger energieintensive Verkehrsalternativen wie Velo oder Bus kommen häufiger zum Einsatz. Dass dieses Mobilitätskonzept auch die Haushaltskasse entlastet, überzeugt immer mehr Bürger in Europa. Das Beratungsunternehmen Frost&Sullivan geht davon aus, dass die Anzahl der Carsharing-Nutzer in Europa von 0,7 Mio. im Jahr 2011 auf 15 Mio. im Jahr 2020 ansteigen wird. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist das sich immer stärker ausdifferenzierende Angebot. Egal ob Oneway-Fahrten oder dienstliche Nutzung, der Wunsch nach einem Elektroauto oder die einfache Fahrzeugmiete von einer Privatperson – inzwischen gibt es ein breites Angebot für jede Lebens- oder Transportsituation. In einem länderübergreifenden Selbstversuch hat ein Reporterteam für den Sender 3sat die Alltagstauglichkeit der verschiedenen Optionen getestet und in der Reportage „Mein Auto: Kein Auto“ dokumentiert.

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