Mobilität

Ökologisch mobil

Mit Umsetzung der Energiestrategie 2050 werden die CO2-Werte von neu in Verkehr gesetzten Personen- und Lieferwagen weiter sinken. Die Wahl ökologischer Verkehrsmittel sowie eine energieeffiziente Fahrweise unterstützen dieses Ziel zusätzlich.

Sonja KöppelSonja Köppel

Der Verkehr verbraucht in der Schweiz besonders viel Energie. Auf ihn zurückzuführen sind ganze 36 Prozent, also mehr als ein Drittel.

Stärkste Mobilität in der Freizeit

Bemerkenswert ist, dass die Freizeitaktivitäten mit einem Distanzanteil von 44% in der Schweiz den mit Abstand wichtigsten Verkehrszweck bilden, ge­folgt von den Arbeitswegen mit 24%. Dies hat der Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2015 zutage geführt, eine Erhebung, welche alle fünf Jahre im Auftrag der Bundesämter für Statistik und für Raumentwicklung durchgeführt wird.

Grundbedürfnis versus Grundrecht

Mobilität ist ein Grundbedürfnis, auf welches nur ungern verzichtet wird. Der Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt vor «schädlichen oder lästigen Einwirkungen» (Schweizer Bundesverfassung, Artikel 74) hat aber auch seine Berechtigung. Umso mehr, als dass Mobilität auch möglich ist, ohne dabei die Gesundheit von Mitmenschen und das Klima zu belasten.

Die Energiestrategie 2050 sah eigentlich vor, dass im Bereich der Mobilität neu in Verkehr gesetzte Personenwagen ab 2020 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen dürfen (heute 130g CO2/km), wobei für neu in Verkehr gesetzte Lieferwagen und leichte Sattelschlepper nur noch 147 Gramm pro Kilometer gelten. Nachdem die EU die vollständige Einführung dieses CO2-Neuwagenziels um ein Jahr von 2020 auf 2021 verschoben hat, räumte auch der Bundesrat noch zwei weitere Jahre ein, bis die 95g/km erreicht werden müssen. So wird das CO2-Ziel bei Autos von Ende 2020 erwartungsgemäss um zwei Jahre nach hinten verschoben.

Weil die steigenden Emissionen im Verkehr keine Verzögerungen erlauben, ist es umso wichtiger, dass jeder einzelne sein Mögliches zu einer umweltbewussten Mobilität beiträgt. Im Film «Mobilität geht auch ökologisch» zeigen wir, wie das geht.

Tipp #1: Energieeffizientes Fortbewegungsmittel wählen

Ein besonders ökologisches und schnelles Verkehrsmittel stellt das Velo dar. Es braucht sowohl beim Fahren als auch beim Parkieren erheblich weniger Platz als das Auto und ist besonders kostengünstig in der Anschaffung und im Unterhalt. Auch wer den Bus, Zug oder das Tram benützt, spart im Vergleich zum benzinbetriebenen Auto 75% Energie.

Tipp #2: Teilen statt kaufen

Wem es nicht möglich ist, auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zurückzugreifen, der ist auf private Fortbewegungsmittel angewiesen. Nicht immer ist es jedoch nötig, sich ein eigenes Auto anzuschaffen. Es gibt viele günstige Alternativen wie BlaBlaCar oder Mobility.

Tipp #3: Neue Technologien prüfen

Neue Technologien ermöglichen weitere Ersparnisse. Für Kurzstrecken und Stadtverkehr kann ein Elektromobil oder E-Motorrad eine Alternative darstellen. Werden oft längere Strecken gefahren, so sind Hybridfahrzeuge (mit Verbrenner- und Elektromotor) effiziente Optionen zu reinen Benzin- oder Dieselfahrzeugen (e-mobile.ch).

Tipp #4: Energieetikette beachten

Wer sich einen Neuwagen anschafft, der sollte die Wagengrösse seinen effektiven Bedürfnissen anpassen und ein Fahrzeug der besten Energieeffizienzklasse A wählen. Auf der Website co2tieferlegen.ch finden Sie besonders umweltfreundliche Personenwagen (CO2-Ausstoss kleiner als 95 g/km und Energieeffizienzkategorie A oder B), die in der Schweiz angeboten werden.

Tipp #5: Ökologische Fahrweise beachten (Ecodrive)

Wer noch ein benzinbetriebenes Fahrzeug fährt, der sollte sich bewusst sein, dass das Benutzerverhalten einen erheblichen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch hat. Mit einer ökologischen Fahrweise (sogenanntes Ecodrive) lassen sich 15% und mehr Energie einsparen. Dazu gehören:

  • schnelles Beschleunigen und frühzeitiges Schalten (Fahren in hohem Gang)
  • vorausschauendes, gleichmässiges Fahren und das Fahren mit Tempomat
  • fahren mit dem richtigen Reifendruck, die Energieetikette für Reifen zeigt u.a. die Energieeffizienz (Rollwiderstand) an
  • unnötigen Ballast vermeiden (schwere Gegenstände, Dachträger)
  • Klimaanlage nur einschalten, wenn wirklich nötig. Auch offene Fenster können eine Abkühlung bringen. Solange die Aussentemperatur nicht über 18 °C liegt, ist keine Klimaanlage nötig. Wenn die Klimaanlage eingeschaltet wird, dann nur bei geschlossenen Fenstern.
  • Sitzheizung ausschalten, wenn nicht nötig
  • In hohem Gang bergauf fahren
  • Motor abstellen beim Halten

Weitere Informationen dazu finden sich auf ecodrive.ch. Auch ein Garagist kann innerhalb eines Autoenergiechecks den Reifendruck, Luftfilter, Auspuff- und die Klimaanlage prüfen und optimieren. Dies kann je nach Fahrzeuggrösse im Jahr bis zu 360 Franken an Treibstoffkosten einsparen. Ein grosses Sparpotenzial im Vergleich zum finanziell kleinen Aufwand von 29 bis 49 Franken für den Check. 

Unsere Reihe zur Energiestrategie 2050

Lesen Sie auch unseren Beitrag «Die drei Säulen der Energiestrategie 2050». Er geht auf die grundsätzlichen Ziele und Massnahmen der Energiestrategie 2050 ein.

In den insgesamt fünf Folgebeiträgen zur Energiestrategie 2050 geben wir wertvolle Tipps, wie im Alltag auf einfache und kluge Art Energie gespart werden kann. Der vierte Beitrag, der nächsten Monat erscheint, behandelt das Thema Wärmeenergie.

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Kommentare

  • Oliver Mathys

    26.04.2018 12:49:30

    Punkt 5:
    "Klimaanlage nur einschalten, wenn wirklich nötig. Auch offene Fenster können eine Abkühlung bringen. Solange die Aussentemperatur nicht über 18 °C liegt, ist keine Klimaanlage nötig. Wenn die Klimaanlage eingeschaltet wird, dann nur bei geschlossenen Fenstern."
    wäre zu beweisen.
    Wie verhält sich ein geöffnetes Fenster auf die Aerodynamik und somit auf den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum Betrieb einer Klimaanlage beim Auto?

  • Samuel Künzli

    26.04.2018 13:12:33

    Zu Punkt 4
    Ich finde es schwierig ein Auto der Energieklasse A zu finden wo 3 Kindersitze reinpassen und welches noch bezahlbar ist. Auch haben wir als Mieter keine Möglichkeit ein e-Auto aufzuladen.

  • NewGreenTec GmbH

    26.04.2018 16:27:53

    Damit mehr Menschen auf das ökologischste Verkehrsmittel Fahrrad umsteigen, muss i. B. das Benutzen der E-Bikes gefördert werden. Mit den E-Bikes erhöht sich der Radius oder die Reichweite für Pendler gegenüber dem Velo um Faktor drei, was eine Vergrösserung der Fläche bzw. der Anzahl der Benutzer um den Faktor neun ergibt. Dazu sind sichere und geschützte Einstellplätze nahe der Destinationen auf kleiner Grundfläche nötig.
    NewGreenTec GmbH