In den verkehrlich stark beanspruchten Innenstadtgebieten grosser Metropolen wachsen Zeit- und Kostenaufwand für das Abstellen eines Personenwagens kontinuierlich an. Zahlreiche Apps wollen den Autofahrer beim Parkplatzfinden unterstützen. Der Blick in die Labore der ZHAW School of Engineering zeigt neue Ansätze.

Suchst Du noch oder parkst Du schon? Innovative Parkkonzepte und ihr Effekt auf den Stadtverkehr.

Der Parkplatz ist einer der zentralen Faktoren der Automobilität: jede Fahrt erfordert bei Start und Ende zwangsweise einen Stellplatz. In den Zentren grosser Städte hat der Parksuchverkehr bereits einen Anteil von rund 30 Prozent und verursacht einen durchschnittlichen Zeitaufwand von 20 Minuten pro Parkvorgang (IBM Global Parking Survey 2011). Doch wo Knappheit herrscht, existieren auch Marktchancen.

Die gegenwärtige Situation belastet die Strassenkapazitäten. Stress und Unfallrisiken steigen und unnötige Emissionen an Treibhausgasen und Lärm werden produziert. Der durch weitere städtebauliche Verdichtungsmassnahmen und steigende Flächenkonkurrenz mit Velo- und Öffentlichem Verkehr stetig wachsende Problemdruck hat dazu geführt, dass das Thema Parken in den Verkehrswissenschaften und der städtischen Praxis deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Neue Parking-Apps als Königsweg – die ZHAW forscht nach

Sowohl zahlreiche Startups (z.B. parku, parkit, parkatmyhouse) als auch etablierte Branchengrössen arbeiten intensiv an unterschiedlichen Lösungsansätzen. Schwerpunkte sind dabei aktuell die Aktivierung bislang privaten Parkraums für Drittnutzer und durch infrastrukturseitig installierte Sensoren gestützte Parkleitsysteme. Auch Park-Communities (z.B. parko, Parkonaut), innerhalb derer die Nutzer sich gegenseitig Parkplätze vermitteln, etablieren sich. Doch können diese „Crowd-Sourcing-Lösungen“, also auf Mitarbeit möglichst vieler Autofahrer basierende Ansätze, das Problem tatsächlich systemisch lösen? Wer gewinnt, wer verliert? Zwei Institute der ZHAW School of Engineering wollen dies überprüfen und entwickeln dafür in Kooperation mit den Studiengang Verkehrssysteme eine eigene App.

Überprüfung der Systemauswirkungen

Auf der Grundlage der App „placebook“ analysieren die Forscher der Institute für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) sowie für angewandte Informationstechnologie (InIT) anhand einer Verkehrssimulation die Effekte des Einsatzes verschiedener Parkierungstools. Bis Ende 2014 wird das Grundgerüst für ein robustes Instrument zur Technikfolgenabschätzung fertiggestellt sein, das daraufhin in einem Folgeprojekt mit einer interessierten Stadtverwaltung auf den spezifischen Praxiseinsatz ausgelegt werden soll.

Bis Ende 2014 wird das Grundgerüst für ein robustes Instrument zur Technikfolgenabschätzung fertiggestellt sein, das daraufhin in einem Folgeprojekt mit einer interessierten Stadtverwaltung auf den spezifischen Praxiseinsatz ausgelegt werden soll. Die ZHAW School of Engineering ist offen für Interessenten, die sich an der Praxisstudie beteiligen wollen. Dazu melden Sie sich bitte direkt bei Dr. Thomas Sauter-Servaes.

 

 

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