Die Temperaturen bestimmen die Notwendigkeit, für die jeweiligen Anforderungen der Jahreszeiten den passenden Reifen zu wählen. Dies ist einerseits wichtig für die eigene Sicherheit, es zahlt sich aber auch an der Tanksäule aus.

Hinsichtlich des Reifenwechsels ergibt in der Schweiz der Blick auf die Temperaturskala zwei Zeitfenster, in denen die wichtige 7 °C-Marke zum Tragen kommt. In den Monaten April und Oktober ist die Zeit für einen Reifenwechsel gekommen. Wir haben zusammengetragen, was es rund um die richtigen Pneus zu beachten gibt, und weitere Benzinfresser die in unseren Autos lauern.

Die grössten Benzinschlucker

Reifen: Untersuchungen haben ergeben, dass rund 20% des Benzinverbrauches durch die Reifen verursacht werden. Dieser Wert setzt sich zu 16% aus dem Rollwiderstand und zu 4% aus dem Luftwiderstand der Reifen zusammen. Eine Verminderung des Rollwiderstands führt zu weniger Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen und somit zu einer Steigerung der Energieeffizienz des Strassenverkehrs.

Ein um 10% geringerer Rollwiderstand senkt den Treibstoffverbrauch um ca. 1,5%, dies entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen von 2g pro gefahrenem Kilometer.

Die Treibstoffeinsparung zwischen den Energieetiketten-Klassen A und G beträgt zirka 0.5 Liter pro 100km.

Klimaanlage: Im Sommer raus aus der heissen Luft, rein ins runtergekühlte Auto. Das verbraucht allerdings pro 100 Kilometer bis zu fünf Liter Benzin, denn der Stromverbrauch der Klimaanlage liegt bei 1‘500 Watt. Steht das Auto in einer Garage und ist dementsprechend nicht aufgeheizt, lohnt es sich, die Klimaanlage auf Umluft zu stellen. So muss nicht die heisse Luft von aussen runtergekühlt werden.

Sitzheizung: Das Gegenstück der Klimaanlage bringt es immerhin auf einen halben Liter zusätzlichen Benzinverbrauch wenn sie eine Stunde läuft. Darum lieber beim Einsteigen kurz aufheizen und dann wieder abschalten.

Das Auto als Stauraum: Viele Autos müssen zuerst ausgeräumt werden, bevor 5 Leute Platz nehmen können oder das Gepäck im Kofferraum verstaut werden kann. Noch schlimmer als der halbe Hausrat im Auto sind allerdings Dachträger jeglicher Art, die das Fahrzeug das ganze Jahr über verzieren. Einerseits bewirkt das zusätzliche Gewicht einen erhöhten Spritverbrauch, andererseits verschlechtert sich durch die Dachträger die Aerodynamik des Autos und sorgt so für einen höheren Verbrauch. Circa ein Liter geht zu Lasten des Skiträgers.

Laufender Motor: Die Tafeln an den Baustellen-Rotlichtern kennen alle: Bei Rotlicht bitte Motor abstellen. Dieser Aufforderung sollte dankend nachgegangen werden. Denn schon bei einer Wartezeit ab 8 Sekunden lohnt es sich, den Motor abzuschalten. Die meisten modernen Autos verfügen über eine Start-Stop-Automatik die genutzt werden sollte: acht bis zehn Prozent Benzin kann damit an Rotlichtern gespart werden.

Motoröl: Öl ist gleich Öl und beim teureren wird man vor allem die Marke und das Image bezahlen? Stimmt nicht ganz. Gutes, hochwertiges Öl spart bis zu sechs Prozent Verbrauch ein, weil der Reibungswiderstand im Motor verringert wird. Die Einsparung beim Kauf des Motorenöl kann also ganz schnell vom Benzinverbrauch überholt werden.

Wichtigkeit der richtigen Reifen

Sparpotenzial Treibstoff: Untersuchungen haben ergeben, dass rund 20% des Spritverbrauchs durch die Reifen verursacht werden. Lesen Sie oben unter „Die grössten Benzinschlucker“ wie sich dieser Wert zusammensetzt.

Beim Reifenkauf: Beim Reifenkauf sollten Produkte mit gutem Energieeffizienzwert (Rollwiderstandskategorie im grünen Bereich) bevorzugt werden, sofern sie auch bei Sicherheitskriterien und Lärm gut abschneiden. Falls die Reifen in der Anschaffung etwas teurer sein sollten, können die Treibstoffeinsparungen die Mehrkosten wieder aufwiegen.

Schweizer Vorschriften: In der Schweiz gibt es kein Gesetz, das die Ausrüstung eines Fahrzeuges mit Winterreifen vorschreibt. Wer aber auf schneebedeckter Fahrbahn mit unzweckmässiger Fahrzeugausrüstung (z. B. Sommerreifen) stecken bleibt oder einen Unfall verursacht, kann zur Rechenschaft gezogen werden. Bezüglich Sicherheit haben Tests gezeigt, dass der Bremsweg auf Schnee mit Sommerreifen im Vergleich zu Winterreifen bis doppelt so lang sind.

Die Reifen müssen auf der ganzen Lauffläche mindestens 1,6 mm tiefe Profilrillen aufweisen. (Bei Winterreifen empfiehlt sich eine Mindestprofiltiefe von 4 mm).

Vorschrift Deutschland: Eine ausdrückliche Pflicht zur Winterbereifung gilt für denjenigen, der mit dem Auto bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf der Fahrbahn“ unterwegs ist - verbindlich auch für im Ausland zugelassene Kraftfahrzeuge.

Vorschrift Österreich: Vom 1. November bis 15. April dürfen Lenker eines PKW oder LKW mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3500 kg bei winterlichen Fahrverhältnissen, das heisst bei Schnee, Matsch oder Eis ihr Fahrzeug nur dann in Betrieb nehmen, wenn an allen Rädern Winterreifen montiert sind oder wenn Schneeketten an den Antriebsrädern angebracht sind.

Vorschrift Italien: Je nach Wetter können in Italien Winterreifen kurzfristig oder zu bestimmten Zeiten für vereinzelte Streckenabschnitte vorgeschrieben sein.

Vorschrift Frankreich: In Frankreich ist auf Gebirgsstraßen mit Winterreifen zu fahren, wenn entsprechende Verkehrszeichen oder Zusatzschilder darauf hinweisen.

Luftdruck: Der Reifen ist der einzige Kontakt zur Fahrbahn. Die Aufstandsfläche ist mit der Grösse einer Postkarte pro Rad zu vergleichen.

Sicherheit: Ein zu tiefer Luftdruck kann Brems- oder Ausweichmanöver schwieriger machen, und der abnehmende Luftdruck verschlechtert die Fahreigenschaften. Wenn der Reifendruck zu gering ist, kann es gefährlich werden. Durch zu geringen Reifendruck werden der Schulterbereich und die Seitenwand des Reifens höher belastet und die Reifentemperatur steigt an. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Überbeanspruchung und einem Reifenplatzen führen.

Energieeffizienz: Der Reifendruck beeinflusst den Rollwiderstand. Wie beim Velofahren braucht ein zu geringer Reifendruck mehr Energie zur Fortbewegung. Tests haben gezeigt, dass durch zu geringen Luftdruck bis zu 0,3 Liter pro 100km Mehrverbrauch entstehen können. Somit ist der optimale Reifendruck nicht nur eine Frage der Betriebssicherheit, sondern hat auch Auswirkungen auf das Portemonnaie.


Ausführlichere Informationen rund um die Reifen gibt es hier:

Energieetikette für Reifen

Entsorgung von Reifen

 

Erstellt: 26. September 2014

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