Der mit herkömmlichen Zügen vergleichbare Hyperloop könnte zukünftig Fahrzeiten erheblich reduzieren. Die ersten Probeläufe des Schnellzuges stehen bald an.

Der Hyperloop soll das Transportmittel der Zukunft werden. Dabei wird in einer Röhre ein Vakuum erzeugt, um die darin enthaltene Beförderungskapsel mithilfe sogenannter Magnetschwebetechnik heben zu können. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 1200 km/h (rund 740 Meilen pro Stunde) könnten Frachten und Personen schliesslich mit der Magnet-Schwebebahn transportiert werden.

Hohe Zeitersparnis

Und so verspricht das Unternehmen Hyperloop One: „We’re not selling transportation, we’re selling time.“ - „Wir verkaufen kein Transportmittel, wir verkaufen Zeit.“ Tatsächlich ist die Zeitersparnis das herausragende Merkmal des Schnellzuges. Denn statt einer Flugzeit von 4,5 Stunden könnte beispielsweise die Strecke zwischen Melbourne und Sydney innerhalb von 55 Minuten zurückgelegt werden. Auch eine Strecke zwischen Dubai und Abu Dhabi mit einer Fahrzeit von 12 Minuten ist geplant.

Bild: Benötigte Zeit für verschiedene Transportmittel im Vergleich. Quelle: Hyperloop One

„We’re not selling transportation, we’re selling time.“ – „Wir verkaufen kein Transportmittel, wir verkaufen Zeit.“

Transport mit Komfort

Laut Herstellerangaben wirken im Hyperloop die gleichen tolerierbaren G-Kräfte auf Passagiere wie in einer Boeing 747. Das Fahrgefühl wird mit einer Fahrt im Aufzug verglichen. Energie beziehen die Systeme aus verfügbaren Quellen entlang der Strecke. Das könnte prinzipiell auch ausschliesslich Wind- und Sonnenenergie sein.

Erste Teststrecke fertiggestellt

Mit der ersten, im April fertiggestellten Teststrecke kommt das Unternehmen Hyperloop One seinem Ziel ein Stück näher. Das rund 500 m lange, als „DevLoop“ betitelte und oberirdisch verlaufende Röhrensystem mit einem Durchmesser von 3,3 m befindet sich in der Mojawe-Wüste nahe Las Vegas (Nevada). Im laufenden Jahr ist die Fertigstellung weiterer Teststrecken geplant, auf denen 2018 die ersten Probeläufe stattfinden sollen. Die Kern-Technologien wie Antrieb, Kontroll- und Schwebefunktionen stehen dann zur anschliessenden Weiterentwicklung auf dem Prüfstand. Alternative Materialien für die derzeit aus Stahl gefertigten Röhren könnten zukünftig die Effektivität noch erhöhen und Kosten reduzieren. Die ersten fertigen drei Systeme sollen ab 2021 in Betrieb genommen werden.

Bild: DevLoop-Teststrecke in Nevada. Quelle: Hyperloop One

Auswahlprozess für die erste offizielle Strecke

Im Auswahlprozess „Hyperloop One Global Challenge“ sammelte das Unternehmen seit Mai 2016 zudem Vorschläge für die erste richtige Hyperloop-Strecke. Mehr als 2600 Teams wie Universitäten und regionale Gruppen aus über 100 Ländern hatten sich für den Wettbewerb registriert. Elf Konzepte wurden schliesslich speziell für die USA als besonders vielversprechend eingestuft und werden zukünftig für die Umsetzung weiterentwickelt. Für die längste Route mit 1850 Kilometer (1152 Meilen) von Cheyenne nach Houston  ist lediglich eine Fahrzeit von 1 h und 45 Minuten vorgesehen.

Was ist der Hyperloop?

Hyperloop ist eine neue Methode des Transports, um Frachten und Personen schnell, sicher, auf Abruf und direkt vom Ausgangspunkt zum Ziel zu bewegen. Das Prinzip basiert auf einer 2013 von Tesla-Erfinder Elon Musk vorgestellten Idee zur Röhren-Magnetschwebebahn. Die Hyperloop-Fahrzeuge werden mit Passagieren oder Frachten beladen, mit einem elektrischen Antrieb stufenweise beschleunigt und durch eine Unterdruckröhre befördert. Hyperloop-Anlagen werden oberirdisch auf Stützen oder unterirdisch in Tunneln errichtet, um gefährliche Kreuzungspunkte zu vermeiden. Das System ist vollständig autonom und verhindert Pilotenfehler sowie Witterungsgefahren. Es ist sicher, sauber und erzeugt keine direkten Karbonemissionen.

Finanzielle Investitionen

Die Höhe der Umsetzungskosten richtet sich nach den geographischen Gegebenheiten. In einer Studie wurden etwa die Kosten für die 500 km lange Strecke von Helsinki nach Stockholm ermittelt, die rund 38 Millionen Euro pro Kilometer kosten soll. Ein Unterwassertunnel in der Nordsee als weltweit längster seiner Art würde zusätzlich 3 Milliarden Euro für diese Strecke kosten.

Zusammenarbeit mit der Schweiz

Hyperloop One unterstützt die Schweiz zudem bei der Entwicklung des Cargo Sous Terrain, ein unterirdisches Transportsystem für Güter und Paletten.

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