Die Weltbevölkerung hat heute, am 8. August, alle Ressourcen verbraucht, die ihr für das ganze Jahr 2016 zur Verfügung stehen. Unser Ressourcenverbrauch steigt kontinuierlich. Schuld daran ist unter anderem unser Konsumverhalten.


Heute ist es wieder soweit: Der "Earth Overshoot Day", der Welterschöpfungstag, ist gekommen. Das heisst ab jetzt lebt die Welt auf Pump. Die Menschheit hat bereits alle Ressourcen ausgeschöpft, welche die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Erstmals verbrauchte die Weltbevölkerung Anfang der 70er Jahre mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum produzieren konnte. Damals fiel der Earth Overshoot Day in den Dezember. Dieses Jahr findet dieser Tag also bereits am 8. August statt, 2015 war es noch der 13. August. Letztes Jahr kam der Earth Overshoot Day somit rund eine Woche früher als 2014 (19. August) und 1,5 Monate früher als noch im Jahr 2000 (1. Oktober). Mittlerweile sind über 1,5 Planeten nötig, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung langfristig zu stillen. Geht diese Entwicklung so weiter, sind im Jahr 2030 gemäss Berechnungen von WWF global über 2 Planeten nötig.
 
Wenn alle so leben würden wie wir Schweizerinnen und Schweizer, dann wären gar 3 Planeten notwendig, um unseren Ressourcenbedarf zu decken. Vielen ist nicht bewusst, welchen Ressourcenverschleiss unser Konsum mit sich bringt: Für ein 100 Gramm schweres Handy sind zum Beispiel 44 Kilogramm Rohstoffe nötig. Auch andere Geräte, die in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken sind, belasten unsere Umwelt stark. So frisst ein Laptop 734 Kilogramm und  ein LCD Fernseher ganze 2666 Kilogramm unserer Ressourcen.

Wenn alle so leben würden wie wir Schweizerinnen und Schweizer, dann wären gar 3 Planeten notwendig, um unseren Ressourcenbedarf zu decken.


Da wir stets mit der Mode gehen, beträgt die Lebensdauer eines Handys lediglich 12 bis 18 Monate. Die alten Modelle – geschätzt auf 8 Millionen Exemplare – liegen unbenutzt in der Schublade und nur wenige werden wiederverwendet oder recycelt. Dies wäre jedoch wichtig, denn in einem Handy verstecken sich – neben einem hohen Energieaufwand – Edelmetalle wie Kupfer, Silber und Gold und viele exotische Metalle wie Tantal, Palladium, Gallium und Indium, die nicht unendlich in der Natur vorkommen.
 
„Um den Rohstoffverschleiss einzudämmen und die Umwelt zu schonen, sollte man Geräte wie Handys so lange wie möglich verwenden und so der Wegwerfmentalität Gegensteuer geben“, sagt Ökobilanzexperte Christoph Meili. Sind elektronische Geräte kaputt und können nicht mehr repariert werden, darf man sie kostenlos im Fachhandel zurückgeben, wo sie recycelt werden.

Doch nicht nur mit Elektrogeräten sollte weniger verschwenderisch umgegangen werden. Auch bei Kleidung oder Nahrungsmitteln kann jede einzelne Person mit ihrem Verhalten einen Beitrag leisten. Wir haben bereits ausführlich zu diesen Themen berichtet:
Klimaschutz geht durch den Magen
Kleider machen Leute – und viel CO2

Wie gross der persönliche Ressourcenverbrauch ist kann jedermann mit dem WWF-Footprint-Rechner gleich selbst testen.
 
  
Beispiele Ressourcenverbrauch pro Einheit:

  • Einfamilienhaus (100qm): 410000 Kilogramm
  • Kühlschrank: 2381 Kilogramm
  • DVD Player: 1928 Kilogramm
  • Sofa: 694 Kilogramm
  • Recyclingpapier (100 Blatt): 15 Kilogramm
  • Kotelett (250g): 6.8 Kilogramm

(Quelle: WWF Schweiz)

Illustriertes Video zum Earth Overshoot Day (in Englisch)

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