Der Energieverbrauch soll bis 2050 halbiert werden, weniger Atomstrom, mehr erneuerbare Energien. Das fordert das neue Energiewendegesetz in Frankreich.

Die Nationalversammlung in Paris hat am Mittwoch in einer Schlussabstimmung das Gesetz zur nationalen Energiewende beschlossen. Die Ziele sind ambitiös, gewisse Punkte werden von den Gegnern gar als unrealistisch eingestuft: 

  • Bis 2030 soll der Gesamtenergieverbrauch in Frankreich im Vergleich zu 2012 um 30 Prozent reduziert werden. Bis 2050 gar halbiert.
  • Derweil sollen bis 2030 rund 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen und der Anteil fossiler Energieträger soll bis dann um 30 Prozent zurückgehen.
  • Der Anteil Atomstrom am Strommix soll von den heutigen circa 75 Prozent innert zehn Jahren auf 50 Prozent gesenkt werden.

Besonders der letzte Punkt ist umstritten, da in sehr kurzer Zeit viele Atomreaktoren stillgelegt werden müssten und durch andere Kraftwerke ersetzt werden. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, wurden ein Massnahmenkatalog erstellt. Mit rund 400 Millionen Euro wird der Ausbau von erneuerbaren Energien gefördert. Neben der Investition in Offshore-Windparks sollen Haus- und Wohnungsbesitzer dazu verpflichtet werden, bei Fassaden- oder Dachsanierungen diese auch gleich im energetischen Bereich vorzunehmen. Im Gegenzug können sie von Steuererleichterungen profitieren.

Das fortschrittlichste Energiegesetz unter den Industrieländern


Daneben soll die Elektromobilität gefördert werden: Bis 2030 sollen sieben Millionen neue Elektro-Tankstellen gebaut werden. Und auch hier soll es eine Förderung geben um den Leuten das Umsteigen schmackhaft zu machen: Wer sich für ein Fahrzeug mit Elektroantrieb statt einem Dieselmotor entscheidet, soll finanziell unterstützt werden.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal liess verlauten, dass ihr Land damit das „fortschrittlichste Energiegesetz unter den Industrieländern“ habe. Und tatsächlich könnte es andere Länder unter Druck setzen, nachzuziehen. Wie gut die gesetzten Ziele erreicht werden können, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

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