An einer Universität in Holland forscht man zurzeit an farbigen Lärmschutzwänden die Strom erzeugen. So würden die Wände zukünftig nicht nur schöner aussehen, sondern wären auch noch doppelt nützlich.

Lärmschutzwände an Autobahnen oder Bahnlinien kennen wir alle. Sie dämpfen den Lärm, besonders schön anzusehen sind sie aber sicherlich nicht. Das Team der Universität Eindhoven in Holland will die unansehlichen Wände nun revolutionieren. Bei der verwendeten Technik handelt es sich um sogenannte lumineszierende Solarkonzentratoren, im Englischen luminscent solar concentrator, kurz LSC genannt. Die farbigen Panels fangen auch indirektes Sonnenlicht ein und leiten dieses an die Ecken der jeweiligen Elemente. Dort wiederum gewinnen klassische Solarzellen Energie daraus.

Beim indirekten Sonnenlicht liegt dann auch der besondere Unterschied zu herkömmlichen Photovoltaikanlagen. Damit eignen sie sich besonders für Regionen mit einem hohen Anteil diffusem Sonnenlicht. Die freie Farbgestaltung macht sie zudem passend für verschiedenste Bau-Objekte.

Seit Mitte Juni 2015 wird nun an zwei Stellen entlang einer holländischen Autobahn während einem Jahr getestet und verglichen. Dazu wurden parallel zu den LSC-Elementen auch klassische Photovoltaik-Zellen angebracht um die Leistung der LSC genauer beurteilen zu können. Bei positiven Ergebnissen könnten die farbenprächtige Solarwände schon im nächsten Jahr neben diversen Autobahnen stehen. Bislang haben erste Hochrechnungen ergeben, dass ein Kilometer Lärmschutzwand bestückt mit LSC-Elementen Solarenergie für 50 Haushalte produziert. Und schöner anzusehen als die gräulichen Wände wie sie heute sind, wären sie auf jeden Fall!

Test-Elemente an einer holländischen Autobahn

Bild: Heijmans

So könnte es zukünftig aussehen

Bild: Heijmans
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