Der Strom, den die Schweizerinnen und Schweizer aus ihren Steckdosen beziehen, stammt zu 62% aus erneuerbaren Energien: zu 56% aus Grosswasserkraft, zu 17% aus Kernenergie, zu 6% aus neuen erneuerbaren Energiequellen und zu weniger als 2% aus Abfällen und fossilen Energieträgern. Für 19% des gelieferten Stroms sind Herkunft und Zusammensetzung nicht überprüfbar. Dies zeigt der vom Bundesamt für Energie veröffentliche Bericht zur Stromkennzeichnung im Jahr 2016.

In der Schweiz wird Strom zu rund 59% aus Wasserkraft, zu 33% aus Kernkraft und zu 3% aus fossilen und 5% aus erneuerbaren Energien produziert (= Schweizer Produktionsmix 2016). An die Schweizer Steckdosen wird aber nicht nur Strom aus Schweizer Produktion geliefert: Es herrscht ein reger Handel mit dem Ausland, bei dem Strom exportiert und importiert wird. Aus diesem Grund stimmt der Produktionsmix nicht mit der durchschnittlichen Zusammensetzung des gelieferten Stroms (= Schweizer Liefermix) überein. Für den Konsumenten ist es aber wichtig, über den Mix seines Lieferanten informiert zu sein. Nur so kann er sich bewusst für ein bestimmtes Stromprodukt entscheiden.

Seit 2005 sind die schweizerischen Stromversorgungsunternehmen deshalb gesetzlich verpflichtet, Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offen zu legen. Die Deklaration erfolgt jeweils rückwirkend, basierend auf den Daten des vorangegangenen Kalenderjahres. Seit 2006 müssen diese Zahlen allen Kundinnen und Kunden mit den Stromrechnungen bekannt gegeben und seit 2013 auch auf der zentralen Internet-Plattform www.stromkennzeichnung.ch veröffentlicht werden.

Während 2005 nur 34% des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammten, sind es 2016 bereits über 60%.


Das Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zum Strommix. Die am 26.3.2018 veröffentlichten Daten geben Aufschluss über die Stromlieferung 2016. Im Vergleich zum Jahr 2015 sind deutliche Änderungen ersichtlich:

  • 55.9% des im Jahr 2016 gelieferten Stroms wurde in Grosswasserkraftwerken produziert (2015: 53.4%). Die gelieferte Wasserkraft wurde zu 85.9% (2015: 88.8%) in der Schweiz produziert. 16.9% (2015: 20.7%) des gelieferten Stroms wurde in Kernkraftwerken produziert. Dies ist tiefer als der Anteil der Kernenergie am Schweizer Produktionsmix (33%). Die gelieferte Kernenergie stammt zu 91.8% (2015: 88.2%) aus der Schweiz.
     
  • 19.4% (2015: 19.4%) des gelieferten Stroms stammten aus nicht überprüfbaren Energieträgern. Dieser konstant hohe Anteil ist darauf zurückzuführen, dass stromintensive Unternehmen auf dem europäischen Markt Strom aus fossilen und nuklearen Quellen beschaffen, ohne Zukauf von entsprechenden Herkunftsnachweisen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil nicht überprüfbarer Energieträger praktisch gleich geblieben.
     
  • Der Anteil neuer erneuerbarer Energieträger (Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft) nimmt stetig zu, von 4.9% (2015) auf 5.9% im Jahr 2016. Davon wurden rund 95% in der Schweiz produziert und über drei Viertel durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) gefördert.
     
  • In geringen Mengen stammte der 2016 gelieferte Strom aus Abfällen (0.8%) und fossilen Energieträgern (0.8%).
     
  • Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung im langjährigen Vergleich. Während 2005 nur 34% des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammten, sind es 2016 bereits über 60%. Entsprechend stark rückläufig ist der Anteil aus nicht erneuerbaren Energien, von 43% (2005) auf 18% (2016). Der Anteil nicht überprüfbarer Energieträger nähert sich im langjährigen Vergleich bedauerlicherweise wieder früheren Werten an. Im Jahr 2005 betrug er 21%, aktuell sind es rund 19%.
     

Seit dem 1. Januar 2018 ist die Angabe von "nicht überprüfbaren Energieträgern" bei den Herkunftsnachweisen des produzierten Stroms nicht mehr zulässig. Dies schreibt das neue Energiegesetz vor.


In einem früheren Beitrag wir Ihnen den Strommix bereits einmal anschaulich erklärt. Hier geht's zum Artikel.
 

Zum nächsten Beitrag