Der Strom, den die Schweizerinnen und Schweizer aus ihren Steckdosen beziehen, stammt zu 58% aus erneuerbaren Energien: zu 53% aus Grosswasserkraft, zu 21% aus Kernenergie, zu 5% aus neuen erneuerbaren Energiequellen und zu rund 2% aus Abfällen und fossilen Energieträgern. Für 19% des gelieferten Stroms sind Herkunft und Zusammensetzung nicht überprüfbar. Dies zeigt der vom Bundesamt für Energie veröffentliche Bericht zur Stromkennzeichnung im Jahr 2015.

In der Schweiz wird Strom zu rund 60% aus Wasserkraft, zu 34% aus Kernkraft und zu 2% aus fossilen und 4% aus erneuerbaren Energien produziert (= Schweizer Produktionsmix). An die Schweizer Steckdosen wird aber nicht nur Strom aus Schweizer Produktion geliefert: Es herrscht ein reger Handel mit dem Ausland, bei dem Strom exportiert und importiert wird. Aus diesem Grund stimmt der Produktionsmix nicht mit der durchschnittlichen Zusammensetzung des gelieferten Stroms (= Schweizer Liefermix) überein. Für den Konsumenten ist es aber wichtig, über den Mix seines Lieferanten informiert zu sein. Nur so kann er sich bewusst für ein bestimmtes Stromprodukt entscheiden.

Seit 2005 sind die schweizerischen Stromversorgungsunternehmen deshalb gesetzlich verpflichtet, Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offen zu legen. Die Deklaration erfolgt jeweils rückwirkend, basierend auf den Daten des vorangegangenen Kalenderjahres. Seit 2006 müssen diese Zahlen allen Kundinnen und Kunden mit den Stromrechnungen bekannt gegeben und seit 2013 auch auf der zentralen Internet-Plattform www.stromkennzeichnung.ch veröffentlicht werden.

Während 2005 nur 34% des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammten, sind es 2015 bereits knapp 60%.


Das Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht alle zwei Jahre einen Bericht zum Strommix. Der am 12.5.2017 veröffentlichte Bericht gibt Aufschluss über die Stromlieferung 2015. Im Vergleich zum Jahr 2014 sind deutliche Änderungen ersichtlich:

  • 53.4% des im Jahr 2015 gelieferten Stroms wurde in Grosswasserkraftwerken produziert (2014: 49.5%). Die gelieferte Wasserkraft wurde zu 88.8% (2014: 87.6%) in der Schweiz produziert. 20.7% (2014: 26%) des gelieferten Stroms wurde in Kernkraftwerken produziert. Dies ist tiefer als der Anteil der Kernenergie am Schweizer Produktionsmix (34%). Die gelieferte Kernenergie stammt zu 88.2% aus der Schweiz.

  • 19.4% (2014: 18.1%) des gelieferten Stroms stammten aus nicht überprüfbaren Energieträgern. Dieser relative hohe Anteil dürfte darauf zurückzuführen sein, dass auf dem europäischen Markt vermehrt Strom aus fossilen und nuklearen Quellen beschafft wird, ohne Zukauf von entsprechenden Herkunftsnachweisen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil nicht überprüfbarer Energieträger indes nur leicht erhöht.

  • Der Anteil neuer erneuerbarer Energieträger (Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft) nimmt stetig zu, von 4.7% (2014) auf 4.9% im Jahr 2015. Davon wurden 94% in der Schweiz produziert und knapp drei Viertel durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) gefördert.

  • In geringen Mengen stammte der 2015 gelieferte Strom aus Abfällen (1%) und fossilen Energieträgern (0.6%).

  • Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung im langjährigen Vergleich. Während 2005 nur 34% des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammten, sind es 2015 bereits knapp 60%. Entsprechend stark rückläufig ist der Anteil aus nicht erneuerbaren Energien, von 43% (2005) auf 21% (2015). Der Anteil nicht überprüfbarer Energieträger nähert sich im langjährigen Vergleich bedauerlicherweise wieder früheren Werten an. Im Jahr 2005 betrug er 21%, aktuell sind es rund 19%.

Um die Transparenz für die Kundinnen und Kunden zu erhöhen und die Qualität der Stromkennzeichnung sicherzustellen, hat der Bundesrat verschiedene Massnahmen umgesetzt. Seit 2013 müssen - mit der Ausnahme von Kleinstanlagen - alle Kraftwerke im Herkunftsnachweissystem der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid registriert sein. Zudem verlangt die Energieverordnung von den Lieferanten, dass sie alle vorhandenen Herkunftsnachweise für die Stromkennzeichnung einsetzen und einen Anteil der "nicht überprüfbaren Energieträger" von über 20% gegenüber ihren Kundinnen und Kunden erklären.


In einem früheren Beitrag wir Ihnen den Strommix bereits einmal anschaulich erklärt. Hier geht's zum Artikel.

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