Ein neues, preisgekröntes Projekt zeigt die Möglichkeit auf, wie man stillgelegte U-Bahnstrecken zu Radwegen umfunktionieren könnte. Die nebenbei noch Strom produzieren!


Dass London dicht besiedelt ist und das Verkehrsaufkommen entsprechend gross, kann man erahnen selbst wenn man noch nie dort war. Als Radfahrer trägt man zwar zur besseren Luft bei und kommt schneller vorwärts, man lebt aber auch gefährlich. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben sich schon mehrere kreative Köpfe Lösungen überlegt: Vom schwimmenden Radweg auf der Themse über einen Velo-Highway auf Stelzen. Nun also die Umwandlung von Tube-Tunnels - wie die U-Bahn in London genannt wird -in Radwege.

Die Vorteile: Die Tube-Schächte bestehen bereits. Und die Velofahrer wären unter sich, sind weder dem dichten Stadtverkehr noch dem Wetter ausgeliefert. Das alleine könnte manch einen überzeugen im Zentrum aufs Velo umzusteigen. Denn vielen Londonern ist es schlicht und einfach zu gefährlich, in der Hauptstadt auf das Fahrrad zu steigen.

Das „London Underline“ genannte Projekt des Architekturbüros Gensler gewann einen Preis beim diesjährigen Stadtplanungswettbewerb London Planning Awards. Eine rund 2 Kilometer lange Strecke könnte beispielweise zwischen den Stationen Greenpark und Holborn zurückgelegt werden – in aller Ruhe unter Tage, während über den Köpfen der Radler der Verkehr tobt.

Copyright: Gensler


Doch das ist noch nicht alles: Die Wege könnten mit Platten ausgelegt werden, die bei Belastung Strom produzieren. Diese Technik wird bereits seit längerem bei anderen Projekt erprobt. Daneben bieten die nicht mehr genutzten Haltestellen Platz für Cafés, Ausstellungen oder temporäre Läden.

Ob das Projekt jemals umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Wir bleiben auf jeden Fall dran!


Die Projektseite von Gensler (auf Englisch)

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