Vom 07. bis zum 12. März findet die vierte Nachhaltigkeitswoche der fünf Zürcher Hochschulen statt. Die größte studentische Eventserie zur Nachhaltigkeit in der Schweiz wird von von mehr als 60 Studierenden organisiert und beinhaltet über 20 Veranstaltungen.

Mit dem nationalen Aktionstag der Nachhaltigkeit an Schweizer Hochschulen startet die dritte Woche des Frühlingssemesters und mit ihr die Nachhaltigkeitswoche 2016. Die Woche hat sich an allen Zürcher Hochschulen ganz diesem übernutzten Wort verschrieben. In über 20 Veranstaltungen werden Brennpunkte der Nachhaltigkeit in Politik, Gesellschaft und Privatem thematisiert. Mit ExpertInnen werden die Grenzen des Wirtschaftswachstums ausgelotet und eine nachhaltige Asylpolitik entworfen. Professor Mark Post gibt Einblicke in die Laborfleisch-Revolution und mit Professor Melanie Joy werden die Möglichkeiten und Vorzüge eines guten, nachhaltigen Lebens für alle diskutiert. Dazu gehört auch Praktisches, wie nachhaltiges Bauen, Kleidertausch, Urban Farming, Exkursionen zu Bauernhöfen, Kochshows und –Kurse: ein vielfältiges Programm.

Der Klimawandel ist ein Generationenproblem, und eng verknüpft mit anderen globalen Herausforderungen

Zum Gelingen des Klimaabkommens bei der COP 21 in Paris trugen nicht zuletzt neue Erkenntnisse an den Universitäten bei, welche die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels in den Fokus rückten. Die Leuchtturmfunktion der Wissenschaften und Universitäten für Politik und Wirtschaft ist hier besonders klar zu Tage getreten. Mit ihr einher geht die Verantwortung und Pflicht, Konsequenzen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ziehen, zu kommunizieren und vorzuleben. Die Nachhaltigkeitswoche stellt daher täglich eine Forderung an die Hochschulen um dazu beizutragen, bestehende Lücken in deren Arbeit zu schliessen - der Arbeit, die „schlussendlich darauf zielt, eine nachhaltigere Zukunft für unseren Planeten zu formen“ (Lino Guzzella, Präsident der ETH im NHB 2013/14). Die Veranstaltungen sollen dabei eine Plattform für praktische Lösungsansätze und konstruktive, interdisziplinäre Diskussion sein.

"Der Klimawandel ist ein Generationenproblem, und eng verknüpft mit anderen globalen Herausforderungen. Um diese zu lösen, ist es von zentraler Bedeutung, dass junge Menschen mit Nachhaltigkeitsthemen in Kontakt kommen. Die Nachhaltigkeitswoche leistet dazu einen wichtigen Beitrag an den Zürcher Hochschulen." sagt der Klimaforscher und ETH Nachhaltigkeitsdelegierte Reto Knutti. Nimmt man diese Worte ernst, tragen besonders die Studierenden Verantwortung für eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft und Gegenwart. Die Woche will daher aufzeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur von von oben nach unten, sondern gleichzeitig auf allen Ebenen der Politik, Gesellschaft und im Privaten gelebt werden kann. Sie will die Studierenden dazu anregen, Alltägliches zu hinterfragen, zu kritisieren, Initiative zu ergreifen und zu handeln. Das und wie dies möglich ist, wird hier breit diskutiert. Alle Veranstaltungen sind dabei öffentlich und kostenlos.

Die Nachhaltigkeitswoche 2016 knüpft an bestehende Erfolge an. So wurde vor zwei Jahren auf ihren Druck an der UZH ein Nachhaltigkeitsdelegierter ernannt. Die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts an der ETH, eine vegetarische Mensa und eine dem Thema gewidmete Kommission an der UZH illustrieren die bestehenden Anstrengungen der Hochschulen. Dennoch möchte die Nachhaltigkeitswoche Verbesserungen anstossen und diese Problematik stärker in Lehre und Forschung verankern. Auch die Studierenden sind nicht nur dem Studieren verpflichtet, sondern auch dem kritischen Auseinandersetzen mit den drängenden Problemen der Gegenwart. Nichts anderes als dieses Bewusstsein zu fördern ist das Ziel dieser Woche.

Das komplette Programm der Nachhaltigkeitswoche finden Sie hier: nachhaltigkeitswoche.ch/programm/

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