Forscher der University of Southampton und der Universität Zürich arbeiten an einem intelligenten Thermostat, der Nutzern neue Sparmöglichkeiten verspricht. Denn statt nur die Temperatur zu regeln, kann er auch die Energiekosten anzeigen und berücksichtigen. Ein Feldversuch mit Prototypen hat gezeigt, dass das wirklich hilft. Denn zumindest Briten scheinen gerne noch ein paar Grad weniger in Kauf zu nehmen, wenn klar ist, wie viel sie damit sparen können.

Sparen ohne zu unterkühlen

Es gibt bereits einige Anbieter intelligenter Thermostate, die das Smartphone für Regelzwecke nutzen. Doch Angebote wie jene von Nest nest.com oder tado tado.com steuern einfach nur die Temperatur. Das neue System setzt nun darauf, Nutzern auch die aktuellen Energiekosten anzuzeigen. Das wirkt, wie der Feldversuch mit 30 Haushalten gezeigt hat. "Die meisten senken bei hohen Preisen die Temperatur", erklärt Alper Alan, Doktorand in Southampton. "Die Leute nehmen eine Reduktion um vier Grad in Kauf, um Geld zu sparen."

Im Rahmen der Studie konnten die Tester ihre Thermostate mittels Smartphone oder Tablet fernsteuern. Das System hat alle 30 Minuten aktualisierte Energiepreise bereitgestellt, die Nutzer abrufen konnten. Viele haben auf diese Infos reagiert, indem sie bei hohen Kosten ihren Temperaturregler teils deutlich herunterfuhren. "Sie sagten, das Haus wurde kühler als gewohnt, aber das war okay, weil es nicht so kalt war und sie Geld gespart haben", sagt Alan. Da viele Menschen zum Überheizen tendieren, was als ungesund gilt, könnte das sogar weitere positive Nebeneffekte haben.

Versuche mit drei Systemen

Das Team hat drei Versionen getestet. Bei einer müssen Nutzer manuell eingeben, wie die Heizung auf geänderte Energiekosten reagieren soll. Die anderen beiden nutzen KI-Algorithmen, um die Präferenzen eines Haushalts zu erlernen und die Temperaturregelung zu automatisieren. Die Tester haben bei allen Varianten auf hohe Kosten mit niederer Temperatur reagiert und das System positiv aufgenommen. Allerdings haben die Nutzer auch klargemacht, dass eine optimale Lösung nicht nur die Energiekosten berücksichtigen darf. Wichtig wäre auch, dass sich ein System darauf einstellt, wann und wie Räume genutzt werden, und auf die Witterung reagiert.

 

(pte)

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