Tesla hat mit der Massenproduktion von Lithium-Ionen-Akkus begonnen. Bis 2018 wollen sie mit der Gigafactory die Weltproduktion von Akkus verdoppeln.

In der Wüste Nevadas (USA) entsteht etwas gewaltiges: Die Gigafactory, die neue Akku-Produktionsstätte von Tesla und Panasonic. Heute erst zu einem Drittel fertig gestellt, bietet sie bereits 2‘900 Menschen auf rund 180‘000 Quadratmetern Arbeit. Ende 2016 wurden testweise erste Zellen vom Typ 2170 gefertigt, die Massenproduktion ist diese Woche angelaufen.

Zunächst wird die neue, kosteneffizientere Batterie-Technologie exklusiv der aktuellsten Generation von Tesla-Energiespeichersystemen zugutekommen: Dem Heim-Stromspeicher Powerwall und dem Netzspeicher Powerpack. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll dann die Produktion der Akkus für das Elektroauto Model 3 beginnen.

Ab 2018 sollen in der Gigafactory fast die Hälfte aller Akkus weltweit produziert werden.


Die zahlreiche und kostengünstige Produktion dieser Lithium-Ionen-Akkus ist für Tesla äusserst wichtig. Aktuell werden nicht genügend Batterien produziert, um alle 500‘000 Model 3 Fahrzeuge auszustatten, die Tesla bis 2018 absetzen will. Mit einem Verkaufspreis von 35‘000 US Dollar kann das Auto zudem mit den heutigen Marktpreisen für Akkus nicht profitabel produziert werden.

Der Bau der Gigafactory erfolgt währenddessen in mehreren Abschnitten. Die fertige Fabrik wird sich über eine Fläche von 540‘000 Quadratmeter erstrecken und 6‘500 Vollzeitkräfte beschäftigen. In der Region soll das Gigaprojekt zudem für weitere 20‘000-30‘000 Jobs sorgen. Geplant ist die Fertigstellung der Fabrik für 2018. Ab dann sollen jährlich Lithium-Ionen-Zellen mit einem Volumen von 35 Gigawattstunden produziert werden. Laut Tesla entspricht das fast der heutigen weltweiten Produktionsmenge.

Mitglieder von reddit.com haben die Gigafactory einem Grössenvergleich mit bekannten Bauwerken unterzogen

Bild: reddit.com



Drohnen-Aufnahme der Tesla Gigafactory Baustelle im März 2016



Weitere Informationen und Links

Die bereits erhältlichen Fahrzeuge Model S und Model X werden vorerst weiterhin mit den Zellen des Typs 18650 betrieben. Die neuen Typ 2170 Zellen sind breiter und länger und werden neben den Energiespeichersystemen Powerwall und Powerpack ebenfalls im neuen Elektroauto Model 3 eingesetzt.

Mit der Gigafactory hofft Tesla auf sinkende Produktionskosten. Die Preise für Akkus sind im vergangenen Jahr zwar bereits um 22 Prozent gesunken, werden laut Prognose (Bloomberg) im Jahr 2017 aber um weitere 15 bis 20 Prozent sinken.


Detailinformationen zum jeweiligen Produkt:

Model S https://www.tesla.com/de_DE/models

Model X https://www.tesla.com/de_DE/modelx

Model 3 https://www.tesla.com/de_DE/model3

Stromspeicher Powerwall (Eigenheime und Kleinunternehmen) https://www.tesla.com/de_DE/powerwall

Powerpack (Gewerbe und Stromversorger) https://www.tesla.com/de_DE/powerpack

Die Gigafactory

Tesla steht für eine Mission: Die Beschleunigung des Übergangs zu nachhaltiger Energiegewinnung Zur Verwirklichung dieses Ziels müssen sie Elektrofahrzeuge in ausreichenden Stückzahlen herstellen, um ein Umdenken in der Automobilindustrie anzustoßen. Mit der für die zweite Hälfte dieser Dekade geplanten jährlichen Stückzahl von 500'000 Fahrzeugen würde Tesla jedoch den heutigen weltweiten Jahresausstoss an Lithium-Ionen-Batterien benötigen. Als Konsequenz nahm Tesla das Projekt Gigafactory in Angriff, um stets über ausreichend Batterien zur Bestückung der voraussichtlichen Fahrzeugflotte zu verfügen und einen Engpass zu vermeiden.

Der Grundstein für die Tesla Gigafactory wurde im Juni 2014 außerhalb von Sparks, Nevada (USA) gelegt. Wie geplant, lief dort Ende 2016 die Produktion von Akkuzellen an. Im Jahr 2018 soll die Gigafactory seine volle Kapazität erreichen und jährlich mehr Lithium-Ionen-Batterien produzieren als 2013 weltweit hergestellt wurden.

Die Gigafactory - ein Jointventure mit Panasonic und anderen strategischen Partnern - wird Batterien wesentlich günstiger als heutzutage herzustellen. Skalierungseffekte durch hohe Stückzahlen, innovative Herstellungsverfahren, konsequente Abfall- und Ausschussvermeidung sowie durchrationalisierte Produktionsprozesse unter einem Dach sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Nach Berechnungen von Tesla können damit die Kosten pro kWh ihrer Batterieaggregate um mehr als 30% reduziert werden. Die Gigafactory soll zudem mit erneuerbaren Energien betrieben werden, womit eine Energiebilanz von Null realisiert würde.

Der Name "Gigafactory" leitet sich aus der geplanten jährlich hergestellten Batteriekapazität von 35 Gigawattstunden (GWh) ab. "Giga" steht für eine Masseinheit, die "Milliarde" repräsentiert. Eine GWh entspricht folglich der Erzeugung oder des Verbrauchs von einer Milliarde Watt für eine Stunde (Wh) - also 1'000'000 x 1 kWh.

 

Text und Bild: Tesla.com

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