Dass Strom aus Windkraft sauber ist, bestreitet kaum jemand. Die Windräder in der eigenen Nähe haben will aber niemand wirklich. Unschön anzusehen, Platzverschwendung oder auch Ursache für Kopfschmerzen oder Schlafstörungen seien sie. Darum wird ständig nach alternativen Standorten für die Windkraft gesucht.

Die EU will in den nächsten fünf Jahren den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf bis zu 20 Prozent erhöhen. Der grösste Teil davon wird auf die Windkraft entfallen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es neue Ideen.

Eine umsetzbare Idee kommt von britischen und spanischen Wissenschaftlern: Windkraftanlagen sollen zwischen Brückenpfeilern installiert werden. Dieser Raum besteht und bleibt sonst ungenutzt. Ihre Idee haben die Wissenschaftler am Beispiel der Juncal-Brücke auf Gran Canaria durchgerechnet:

Im besten Fall könnten zwei gleich grosse Windräder mit einer Leistung von je 0,25 Megawatt den Strombedarf von bis zu 500 Haushalten decken. Damit würden pro Jahr 140 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Je nach Brücke könnte die Installation unterschiedlich ausfallen. Statt zwei grossen Anlagen hätten an der Juncal-Brücke 24 kleine zu einer ähnlichen Leistung geführt.

Solche Windturbinen könnten auch unter Autobahnbrücken installiert werden und wären durchaus geeignet für dicht besiedelte Umgebungen oder für Gebiete, die naturbelassen werden müssen.

 

Originalbeitrag in Englisch: ScienceDaily

Bild: Illustration von Windturbinen unter einer Brücke. Copyright José Antonio Peñas (Sinc)

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