Wohlige Wärme in den Wohnungen und Häusern ist für die meisten Leute in den Industrieländern heute selbstverständlich. Selbst bei tiefsten Minustemperaturen und Schneesturm herrschen drinnen gemütliche 20 Grad oder mehr. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie die moderne Zentralheizung entstanden ist? Wir haben für Sie ein wenig die Geschichtsbücher gewälzt.

Wenig verwunderlich gilt das Feuer als erste künstliche Heizung. Erst mal entdeckt wie man Feuer macht, diente es als Wärmestelle die aber leider nur so lange ihren Zweck erfüllte, wie das Feuer auch brannte. Und ein grosser Teil der Wärme verflüchtigte sich auch dann in alle Himmelsrichtungen. Steine um die Feuerstelle vermochten zwar etwas Wärme zu speichern, doch die Energieeffizienz war äusserst dürftig.

Doch bereits im 1. Jahrhundert vor Christus wurde die erste Zentralheizung in Betrieb genommen. Die Römer und Griechen heizten in der Antike mit der sogenannten Hypokaustenheizungen (Hypokaustum: Griechisch für „von unten beheizt“). Mit der komfortablen Warmluftheizung wurden vor allem die Wasserbecken der öffentlichen Badehäusern (Thermen) beheizt sowie einzelne Räume in Landvillen.

Meist ausserhalb des Hauses wurde in einem separaten Heizraum mit Holz- oder Holzkohlefeuer in einem Brennofen die Luft auf circa 250 Grad erhitzt. Von dort aus verteilte sich die aufsteigende Wärme über Tonrohre in Hohlräume unter dem Fussboden oder in Hohlziegel der Raumwände. Der Aufbau der Fussbodenheizung bestand aus einem unteren Boden, auf dem ungefähr 50 Zentimeter hohe Ziegelpfeiler verteilt standen. Auf den Pfeilern wiederum lagerten Suspensuraplatten und darauf der Unterlagsboden.

Antike Griechische Hypokausten-Heizung

Antike Griechische Hypokausten-Heizung


Auf dem Fussboden erreichte man so komfortable 35 Grad, im Raum 21 Grad. Allerdings dauerte es mehrere Tage bis ein Raum auf diese Temperatur erwärmt war. Die Energieeffizienz war also gering, der Brennstoffverbrauch entsprechend hoch. Da es zu dieser Zeit noch keine Schornsteine gab, strömten die Abgase über Rohre und Schächte in den Wänden nach aussen.

Das Hypokausten-Prinzip wird auch heute noch angewendet, zum Beispiel im modernen Kachelofenbau oder in Solar-Luft-Systemen in Verbindung mit Wandheizungen. Wärmeerzeuger ist dabei entweder ein Kamineinsatz für Holz oder Pellets oder ein solarer Luftkollektor, der in einem geschlossenen Luftsystem eine Flächenheizung versorgt. 

Ab dem 8. Jahrhundert wurde sozusagen das Feuer ins Wohnzimmer verlegt. Gemauerte Kamine boten eine höhere Brandsicherheit, speicherten Wärme und erreichten so eine höhere Effizienz. Trotzdem ging natürlich weiterhin ein grosser Teil der Wärme über den Schornstein direkt nach draussen und somit verloren.

Eine alte Idee – Steine ins Lagerfeuer zu geben um die Wärme zu speichern – wurde im 14. Jahrhundert in Japan weiterentwickelt. Der sogenannte „Kotatsu“ ist ein beheizter Tisch und selbst heute noch in elektrischer Form in japanischen Wohnungen allgegenwärtig. Früher handelte es sich um einen Tisch, abgedeckt mit einer riesigen dicken Decke, der über einem mit Glut und Steinen gefüllten Erdloch stand. Die Familienmitglieder setzten sich um den Tisch unter die Decke und wurden so angenehm gewärmt.


Auch heute noch allgegenwärtig in Japan: Kotatsu

Wie funktioniert ein Kotatsu?Kotatsu im modernen Japan
Bild: Web-Japan.org (Cooperation: MUJI Yurakucho Store, Ryohin Keikaku Co., Ltd.)

Die ersten Kachel- und Eisenöfen kamen im 15. Jahrhundert auf. Durch die Erfindung des Eisengusses war es möglich, geschlossene Eisenöfen zu bauen. Oftmals waren diese damals schon mit einem Steinaufsatz versehen, da dieser die Wärme viel besser speichert als das Metall. Noch viel effizienter in Sachen Wärmespeicherfähigkeiten waren die Kachelöfen die zur selben Zeit gebaut wurden. Die extra gefertigten Ofenkacheln aus einer speziellen Tonmischung vermochten die Wärme um ein vielfaches besser zu speichern.

Um ein Gewächshaus im nordenglischen Newcastle zu beheizen, entwickelte der Schwede Marten Trifvald 1716 die erste Warmwasser-Zentralheizung. Bestehend aus einem Dampferzeuger und einem Rohrleitungssystem, zirkulierte der heisse Dampf unter hohem Druck. Die reichen Adeligen waren begeistert und liessen ihre Schlösser und Villen damit ausrüsten. Bürgerliche Wohnungen erreichte die Technik schliesslich im späten 19. Jahrhundert. 

Nach Jahrhunderten in denen Holz und Kohle als einzige Brennstoffe gedient hatten, kamen Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Gas- und Ölkessel auf den Markt. Die Brüder Buderus waren damals die Pioniere im Heizungsbau. 1920 entwickelten sie die ersten Pumpen-Warmwasserheizungen, die Etagenheizung in Mietshäusern war geboren.

Es dauerte aber noch eine ganze Weile bis sich diese Heizungen durchsetzen konnten. Erst seit den 1970ern gehört die zentrale Wärmeversorgung in Neubauten zum Standard. 

Der Ölpreisschock Mitte der 70er-Jahre brachte das Thema Energieeffizienz ins Bewusstsein vieler Leute und führte zu rasanten Entwicklungen in der Heizungstechnik. Moderne Brennwerttechnik und Wärmepumpen sind unter anderem die Ergebnisse. Natürlich wurden auch die Gebäude an sich verbessert, so dass die Wärme nicht mehr zum grössten Teil gleich wieder aus den Räumen verschwindet.

Wenn Sie das Beste aus Ihrer modernen Heizung herausholen wollen und Ihren Energieverbrauch senken möchten, dann haben wir für Sie 12 Effizienztipps zum Heizen.

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