Unser ökologischer Fussabdruck ist zu gross. Würden alle Menschen so leben und konsumieren wie wir in Europa, wären fast drei Erden nötig. Dieser Umstand wird immer mehr Leuten bewusst und verleiht sämtlichen "nachhaltigen" Produkten Aufwind.

Die globalen Auswirkungen des Konsums in Form von Klimawandel, Umweltverschmutzung, Energieverbrauch, Ressourcenverschwendung, abnehmender Biodiversität und nicht zuletzt unfairer Arbeitsbedingungen sind längst sicht- und spürbar. Gleichzeitig hat die wachsende Einsicht, dass es so nicht weitergehen darf, zu einer ungebrochenen Nachfrage nach "nachhaltigen Produkten" geführt, die sich auch in unzähligen Öko-Labels wiederspiegelt.

KURTS.ch

 

"Schlachte die Kuh nicht, wenn Du morgen Milch von ihr möchtest"

So besagt es ein Sprichwort. Generell gesagt ist Nachhaltigkeit eine ganzheitliche Denkhaltung in Kreisläufen (siehe auch Box zum Thema "Cradle to Cradle") – ein vernünftiger, verantwortungs- und respektvoller Umgang gegenüber Mensch, Umwelt und künftigen Generationen, bei der weit mehr als die wirtschaftlichen Kriterien berücksichtigt werden.

An der Frage, wann denn nun ein Produkt nachhaltig ist, scheiden sich aber die Geister. Auch weil das viel genutzte Wort für jeden etwas anderes bedeutet. Für den Einen ist ein faires Label ausreichend, für den Anderen kommen nur lokal hergestellte Produkte mit persönlichem Bezug zum Hersteller in Frage.

DAS Rezept, was ein nachhaltiges Produkt ist, gibt es also nicht. Nachhaltigkeit ist vielmehr die individuelle Auseinandersetzung eines jeden Einzelnen mit ökologischen und sozialen Kriterien entlang der Wertschöpfungskette. Bei allem was wir essen, tragen, verbrauchen, produzieren und nutzen.

Transparenz macht nachhaltig

Damit wir Konsumenten die Nachhaltigkeit bei Produkten individuell beurteilen und bewerten können, benötigen wir transparente und ehrliche Informationen von der Herstellung, über den Handel bis hin zum Verkauf. Von wem und unter welchen Bedingungen wurde unser Smartphone oder unser T-Shirt hergestellt? Woher kommen die Ressourcen dafür, wie sieht es aus mit Emmissionen und schädlichen Stoffen, mussten Menschen oder Tiere dafür leiden, was geschieht mit den Produkten nach dem Gebrauch, wie ist das Produkt verpackt und wieviel Energie wurde bei Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung (graue Energie) verbraucht?

Je transparenter wir hinter die Kulissen der Produkte schauen können, desto bewusster können wir uns auch für oder gegen sie entscheiden. Denn mit jedem Einkauf geben wir gleichzeitig auch unsere Stimme ab und setzen so ein starkes Zeichen für mehr und mehr nachhaltige Produkte. 

KURTS.ch



Nachhaltig einkaufen und weitere Informationen

Cradle to Cradle - Vorbild Natur

DAS perfekt nachhaltige Produkt gibt es - ausser in der Natur - noch nicht. Das Konzept "Cradle to Cradle" (von der Wiege in die Wiege) ist aber das wohl konsequenteste Modell im Bereich nachhaltiger
Produktion. Es orientiert sich an der Natur als Vorbild, in der es keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen gibt. Ein Kühlschrank oder Staubsauger zum Beispiel soll nach dem Ende seiner Nutzungsdauer nicht nur einfach zurückgenommen, entsorgt oder rezykliert werden. Jedes Bauteil soll in endlosen Produkt-Kreisläufen (Abfall ist Nährstoff) eine neue Verwendung finden. Damit sind auch ein neues Denken bei Materialwahl und Produktedesign notwendig, bei der Materialströme so gestaltet werden, dass die technischen und biologischen Nährstoffe erhalten bleiben und die eingesetzte Energie für Produkte und Prozesse aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Mit diesem Denkansatz wird nicht nur eine neue Qualitätsdimension mit hoher Wirtschaftlichkeit und geringster Umweltbelastung erreicht, sondern auch ein Paradigmenwechsel im Konsumverhalten und der industriellen Produktion.

Mehr Informationen unter www.epeaswitzerland.com

 

 

Film über Cradle to Cradle

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