Am derzeit entstehenden Versuchs- und Demonstrationsgebäude Nest werden zukünftig neue Wohn- und Arbeitsformen erforscht. Das sogenannte Backbone dient dabei als leeres Skelett, das die separaten Forschungsmodule miteinander verbindet und mit Wasser, Wärme sowie Elektrizität versorgt. Die Inbetriebnahme von Nest ist für Mitte 2016 angedacht.

Zentrales Element des viergeschossigen Versuchs- und Demonstrationsgebäudes Nest (Next Evolution Sustainable Building Technologies) auf dem Empa-Campus in Dübendorf ist das Backbone, das der Versorgung austauschbarer Module mit Wasser, Wärme und Elektrizität dient. Darin werden Energieflüsse und die Versorgungstechnik der Gebäude von morgen untersucht. "Mit Nest soll ein reelles Umfeld geschaffen werden, in dem auch der Mensch ein zentrales Element ist", erklärt Reto Largo, Geschäftsführer von Nest, die Bedeutung des Nutzers.

Die eingesetzten Technologien sollen durch erneuerbare Energien betrieben werden. Der Energy Hub speichert zum einen Solar- und Abwärme sowie Elektrizität zwischen. Zum anderen lässt sich über ihn bei Bedarf auch Strom beziehen. Zudem stellt der Energie-Hub Wärme und Kälte in drei Netzen als Hoch-, Nieder- und Tieftemperatur zur Verfügung.

Bisher war die Erforschung und Demonstration neuer Technologien und Systeme unter alltagsnahen Bedingungen nicht möglich. Nest erlaubt im Vergleich zu einem normalen Nutzbau grössere Risiken beim Einsatz, was für die Demonstration und Validierung von neuen Technologien und Systeme notwendig ist. "Wir möchten Nest als Ort für Wirtschaft, Forschung und öffentliche Hand etablieren, wo gemeinsam nachhaltig Mehrwert generiert wird", erläutert Largo das Ziel von Nest.


Units in der Entwicklung

Die geplanten Einheiten unterstreichen diesen Anspruch: Mit "meet2create" untersucht die Hochschule Luzern eine flexibel nutzbare Bürolandschaft als Gegenstück zum klassischen Arbeitsplatz. "HiLo" der ETH Zürich besteht aus einer Leichtbaukonstruktion mit adaptiver Fassade. Das zweigeschossige Penthouse für Wohnen und Arbeiten soll beim Bau und im Betrieb möglichst wenig Energie verbrauchen. 

Zudem entwickelt die Empa ein solares Fitness-Wellness-Modul, das ausschliesslich mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Über körperliches Training wird zusätzlich Strom generiert. "Wir wollten den Menschen eine Möglichkeit zur körperlichen Betätigung geben und die dabei entstehende Energie nutzen und emotionalisieren. Auf Basis von CO2-Wärmepumpen soll ein neues Energienetz erzeugt werden und im privaten sowie geschäftlichen Sektor eingesetzt werden", erklärt Reto Largo die Idee dahinter. Nest soll auch die Mobilität integrieren, indem die erneuerbaren Energien über den Energy Hub als Treibstoff verwendet werden. "Ein ebenso interessantes Projekt ist die angedachte Urban Mining Unit, die sich rezyklierbaren Materialien zur Herstellung von Bauteilen bedient", ergänzt Largo.

Entwicklung steht bekanntlich nicht still. Auch im Falle von Nest soll es laut Reto Largo stetige Weiterentwicklungen geben: "Momentan wird das Backbone erstellt. Die ersten Einheiten werden ab Oktober eingebaut. Die Inbetriebnahme von Nest ist etwa für April/Mai 2016 vorgesehen. Wir beginnen mit 4 Einheiten und erweitern Nest anschliessend um 1 bis 2 Module pro Jahr. Wir beabsichtigen, Nest als Plattform für die nächsten 20 Jahre zu nutzen."

 

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