Die Klimabelastung, die eine Person in der Schweiz durch ihre Ernährung jährlich verursacht, entspricht den Auswirkungen einer Autofahrt von Zürich nach Afghanistan. Vor allem die Bereitstellung von Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten belastet die Umwelt stark. Auch Getränke und Genussmittel tragen jedoch einen wesentlichen Teil zur Gesamtumweltbelastung bei. Durch eine Reduktion des Konsums tierischer Produkte, den Kauf saisonaler und regionaler Produkte und die Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen kann die Umweltbelastung wesentlich gesenkt werden.

Saisonale Produkte

Beim landwirtschaftlichen Anbau kommt neben dem Dünger-, Pestizid- und Maschineneinsatz unter anderem der Beheizung von Gewächshäusern eine zentrale Bedeutung zu: Im Fall von Gurken aus der Schweiz beträgt das Treibhauspotenzial rund 0.2 kg CO2/kg, wenn der Anbau in einem unbeheizten Gewächshaus erfolgt und über 10 Mal mehr für Gurken aus beheizten Gewächshäusern. Werden generell saisonale Produkte aus Freilandproduktion konsumiert und auf Gemüse aus Gewächshäusern verzichtet, reduziert sich das Treibhauspotenzial der Ernährung um ca. 2%.

Regionale Produkte

Wie sich der Transport der Produkte auf die Ökobilanz auswirken kann, zeigt das Beispiel weisser Spargeln: Während Spargeln aus der Schweiz mit Treibhausgasemissionen von ungefähr 0.6 kg CO2/kg verbunden sind, beträgt das Treibhauspotenzial mit dem Flugzeug importierter Spargeln aus Peru über 12 kg CO2/kg. Durch den Verzicht auf eingeflogene Produkte kann das Treibhauspotenzial der Ernährung schätzungsweise um 5% reduziert werden.

Eingeflogene Spargeln verursachen 20 Mal mehr klimaschädliches Treibhausgas als einheimische Spargeln.

Nahrungsmittelabfälle

Von zentraler Bedeutung ist zudem eine Reduktion der Nahrungsmittelabfälle. Weltweit geht rund ein Drittel der für die Menschen produzierten Nahrungsmittel verloren oder wird entsorgt. Dabei fallen die Lebensmittelverluste und -abfälle über die gesamte Produktionskette vom Anbau bis hin zum Konsum an. Allein auf der Stufe der Haushalte liegen die Nahrungsmittelverluste und -abfälle in Europa bei 25% für Getreide, 19% für Früchte und Gemüse und 11% für Fleischprodukte. Könnten die Verluste beim Konsumenten verhindert werden, würde das Treibhauspotenzial der Ernährung um 10% sinken.

Bezogen auf den Gesamtkonsum ist die Ernährung für 16% des Treibhauspotenzials verantwortlich und verursacht damit fast gleich viele Treibhausgasemissionen wie die Mobilität. Während die Ernährung damit zu den Konsumbereichen mit den grössten Umweltwirkungen zählt, bieten sich in diesem Bereich gleichzeitig viele Optimierungsmöglichkeiten. Die Konsumenten haben damit die Möglichkeit, ihre individuelle Ökobilanz durch die Zusammenstellung ihres Menüplans massgeblich zu beeinflussen.

Teil 1 des Artikels - tierische Produkte und Genussmittel

Quellen Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen

Weitere Informationen: Umweltbelastungen Schweizer Haushalte

Zum nächsten Beitrag