Die Klimabelastung, die eine Person in der Schweiz durch ihre Ernährung jährlich verursacht, entspricht den Auswirkungen einer Autofahrt von Zürich nach Afghanistan. Vor allem die Bereitstellung von Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten belastet die Umwelt stark. Auch Getränke und Genussmittel tragen jedoch einen wesentlichen Teil zur Gesamtumweltbelastung bei. Durch eine Reduktion des Konsums tierischer Produkte, den Kauf saisonaler und regionaler Produkte und die Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen kann die Umweltbelastung wesentlich gesenkt werden.

Die Bereitstellung unserer Nahrungsmittel verursacht eine Vielzahl verschiedener Umweltbelastungen. Vom landwirtschaftlichen Anbau bis hin zur Entsorgung abgelaufener Lebensmittel werden Schadstoffe in die Umwelt emittiert und Ressourcen verbraucht. Mit einer Ökobilanz werden die Umweltwirkungen dieser Emissionen und Ressourcenverbräuche analysiert und bewertet. Als mögliche Indikatoren können dabei der Primärenergieverbrauch und die Treibhausgasemissionen herbeigezogen werden.

Jeder Schweizer verursacht über seine Ernährung jährlich Treibhausgasemissionen in der Höhe von 2'100 kg CO2-eq. - Das entspricht einer Autofahrt von 6'600 km.

In der Schweiz ist die Bereitstellung der konsumierten Nahrungsmittel mit einem Primärenergiebedarf von 12 MWh und mit Treibhausgasemissionen von 2.1 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr verbunden. Die Klimawirkungen der Ernährung entsprechen damit denjenigen einer Autofahrt von 6‘600 km. Zum Vergleich: Alle Schweizer zusammen, legen umgerechnet 140‘000 Mal pro Jahr die Distanz von der Erde zum Mond zurück.

Tierische Produkte und Genussmittel

Es bestehen viele Möglichkeiten, die Umweltwirkungen der Ernährung zu vermindern. Ein grosses Potenzial liegt bei einer Reduktion des Konsums tierischer Produkte. Im Durchschnitt weist ein vegetarisches Gericht knapp ein Drittel der Umweltbelastungen eines fleischhaltigen Menüs auf. Mit einer Umstellung auf eine vegetarische Ernährung könnte die Umweltbelastung des Nahrungsmittelkonsums um ca. 35% reduziert werden, bei einem Verzicht auf sämtliche tierische Produkte sogar um ca. 48%. Ein weiteres Reduktionspotenzial liegt im Verzicht auf die Genussmittel Alkohol, Kaffee und Schokolade. Dadurch reduziert sich das Treibhauspotenzial der Ernährung um ca. 10%.

Die Klimabelastung, die eine Person in der Schweiz durch ihre Ernährung jährlich verursacht, entspricht den Auswirkungen einer Autofahrt von Zürich nach Afghanistan (2 t CO2-eq.).

Teil 2 des Artikels - Regionalität, Saisonalität und Nahrungsmittelabfälle

Weitere Informationen: Umweltbelastungen Schweizer Haushalte

QuellenInstitut für Umwelt und Natürliche Ressourcen

Zum nächsten Beitrag