Die EKZ bauen ihre Stromproduktion aus erneuerbaren Energien massiv aus. Eine wichtige Rolle spielen dabei Windkraftwerke an geeigneten Standorten in ganz Europa.

Das Potenzial zur Nutzung von erneuerbarer Energie hierzulande ist noch nicht ausgeschöpft. Warum investiert man nicht zuerst in der Schweiz, bevor man sich an ausländischen Kraftwerken beteiligt?

Im Photovoltaikbereich investieren wir intensiv in der Schweiz. Ein Team mit acht Mitarbeitern arbeitet ausschliesslich für den Ausbau der Photovoltaik. Bei der Windenergie ist es sehr schwierig, rentable Projekte zu realisieren. Das Erreichen der Baubewilligung ist sehr schwierig, und oft formiert sich schon im Frühstadium der Projekte eine ernsthafte Opposition. So wurden 2013 gerade mal sechs Anlagen in Betrieb genommen, dreimal so viel wie im Vorjahr. Aber so kommt man natürlich nicht vorwärts, denn wir sind auch nicht die Einzigen, die investieren wollen.

Und im Ausland ist es besser ?

Im Ausland sind die Bedingungen viel besser, und aufgrund der grossen Anzahl realisierter Projekte sind die Bewilligungsabläufe auch erprobt und berechenbar, vor allem im Bereich Windenergie. Aus diesem Grund sichern wir uns ja auch die guten Standorte. Wir rechnen aber damit, dass in der Schweiz bis 2020 bessere gesetzliche und raumplanerische Rahmenbedingungen geschaffen werden, so dass die Chancen für die Realisierung von Projekten steigen.

Was sind die grossen Herausforderungen ?

An qualitativ gute Projekte heranzukommen, die auch eine Mindestwirtschaftlichkeit zulassen. In den stabilen Ländern der EU wie Deutschland und Frankreich herrscht ein starker Wettbewerb um solche Projekte. Zudem wollen wir die Risiken möglichst gering halten und führen daher jeweils eine sorgfältige Prüfung durch, eine sogenannte Due Diligence.

„Die Windkraft hat einen hohen Reifegrad erreicht und kann kostengünstig erschlossen werden.“

Warum ist die Windkraft so wichtig?

Die Windkraft hat einen hohen Reifegrad erreicht und kann an guten Standorten kostengünstig erschlossen werden. Die resultierenden Produktionskosten sind mit denjenigen von neuen konventionellen Kraftwerken vergleichbar. Windenergie ist eine wichtige Säule der Stromproduktion im Europa der Zukunft. Aber klar ist auch: Um die Windenergie optimal zu nutzen, müssen die Transportkapazitäten in Europa ausgebaut werden.

Gibt es noch weitere Herausforderungen hinsichtlich der «Energieversorgung der Zukunft» ?

Ja, wie etwa das Management der dezentralen Einspeisung. Statt einer begrenzten Anzahl Grosskraftwerke tragen in Zukunft tausende von Kraftwerken zur Stromversorgung bei. Der Ausgleich zwischen Produktion und Nachfrage verlangt Speichermöglichkeiten und auch Eingriffsmöglichkeiten auf der Nachfrageseite, beim Verbraucher.

Viel zu tun. Weist der Bund mit der Energiestrategie 2050 einen gangbaren Weg ?

Grundsätzlich schon, aber die Strategie wird sicher in den nächsten 35 Jahren noch mehr als einmal überarbeitet werden. Klar ist: Ohne Kernenergie und ohne fossile Kraftwerke führt kein Weg am Ausbau der erneuerbaren Energie vorbei.

Fragen beantwortet durch:
Hanspeter Fuchs, Leiter Erneuerbare Energien bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich.

Zum Autor:
Daniel Hänny ist Leiter der Geschäftsstelle Deutschschweiz des Vereins energo. energo ist Partner von EnergieSchweiz (Bundesamt für Energie) und gilt als nationales Kompetenzzentrum für die Betriebsoptimierung von Bauten. - See more at: www.energie-experten.ch/business/business/energetische-betriebsoptimierung-oekologie-trifft-oekonomie.html

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Daniel Hänny ist Leiter der Geschäftsstelle Deutschschweiz des Vereins energo. energo ist Partner von EnergieSchweiz (Bundesamt für Energie) und gilt als nationales Kompetenzzentrum für die Betriebsoptimierung von Bauten. - See more at: www.energie-experten.ch/business/business/energetische-betriebsoptimierung-oekologie-trifft-oekonomie.html

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