Am 9.3. sind André Borschberg und Bertand Piccard mit Solar Impulse 2 auf ihre Weltreise mit einem Solarflugzeug gestartet. Das Projekt ist nicht nur ein technologischer Meilenstein, sondern auch eine Kampagne für eine saubere Zukunft.

Bonne Chance, Bertrand!

Heute startet Bertand Piccard mit Solar Impulse 2 auf seine Weltreise. Diese Reise ist ein Symbol für den Erfindergeist der Menschheit und dafür, wie durch ihn Grenzen verschoben werden.

Der Start ist gut gewählt. Neun Monate vor dem Klimagipfel in Paris macht sich Bertrand Piccard zusammen mit seinem Partner André Borschberg auf zu einer Weltumrundung in einem Solarflugzeug. Damit schreibt er, nach der ersten Umrundung der Erde in einem Ballon im Jahre 1999, ein weiteres Mal Geschichte. Sein neues Abenteuer, das nach 15 Jahren durch die Weltumrundung zu seinem Abschluss kommt, erzeugt weltweit einen grossen Medienwirbel.

Ein Meilenstein für nachhaltige Technologien
Auch wenn daraus kaum je ein massentaugliches Produkt wird: Für die Solartechnik – und weiter gefasst – für nachhaltige Technologien ist es ein Meilenstein, wenn es gelingt, den Traum des Menschen – das Fliegen – alleine mit der Kraft der Sonne zu realisieren.

Technische Meilensteine
Damit Solar Impulse 2 überhaupt abheben kann, mussten wichtige technische Meilensteine erreicht werden. Die rund 20'000 Solarzellen mit Rückseitenkontakt sind nur 135 Tausendstel eines Millimeters dick und wurden auf eine hauchdünne aber hoch widerstandsfähige Kunststoffschicht montiert, um Gewicht zu sparen und ein optimales Flügelprofil zu ermöglichen. Die Akkus speichern 200 Wh/kg und sind damit etwa 10% besser als kommerziell erhältliche Lithium-Ionen Akkus. Auch im Leichtbau mussten neue Dimensionen erschlossen werden.

Grenzen der Technologie sprengen
Für mich ist dieses Projekt ein Beispiel, wie die Grenzen der Technologien durch die Entwicklung verschoben werden. In den 70’er Jahren, in den Anfangszeiten der Photovoltaik-Forschung, galt die Debatte der Frage, ob denn Solarzellen überhaupt mehr Strom produzieren könnten, als bei deren Herstellung benötigt. Diese Zellen, gefertigt aus dicken Siliziumscheiben, geklebt auf Glas waren unförmig und schwer – immobile Infrastrukturen. Dass zwei „Solarverrückte“ - Josef Jenni und Urs Muntwyler - 1985 auf die Idee kamen, diese Zellen auf Autos zu montieren und damit durch die Schweiz zu düsen, war eine Pioniertat. Ich erinnere mich noch genau wie man vor der ersten Austragung darüber diskutierte, ob die Fahrzeuge denn in der Lage sein würden über den Gotthard zu fahren. Nun, sie waren es. In der Folge steckten sich die Pioniere immer höhere Ziele. In der World Solar Challenge durchqueren heute immer schnittigere Fahrzeuge den Australischen Kontinent von Norden nach Süden auf einer Strecke von 3000 km – zuletzt mit einem Schnitt von 90 Kilometern pro Stunde in nur 33 Stunden.

Mitmachen bei #FUTUREISCLEAN
Bertrand Piccard hat aber nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sein Projekt in einem grösseren Kontext sieht. Darum hat er parallel dazu eine weltweite Kampagne lanciert, die alle – auch Sie geschätzte Leserin, geschätzter Leser,– unterstützen können. Unter www.futureisclean.org kann jeder Teil dieses Abenteuers werden und seine Unterstützung für eine saubere Zukunft bekunden.

Auch swisscleantech ist stolz, Teil dieses Projektes zu sein und wünschen Bertrand „Gute Reise und viel Erfolg“!

Mehr über den Traum vom solaren Fliegen und welche Bedeutung das Projekt hat, lesen sie unter http://blog.swisscleantech.ch/2015/03/bonne-chance-bertrand/

Zum Autor:Christian Zeyer, Dr. ETH, Co-Geschäftsführer swisscleantech, Spezialist für Energie- und Klimafragen und für nachhaltige Technologien, Erfahrung in Produkt- und Prozessentwicklung in der Industrie.

 

 

 

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