Bauen & Wohnen

Es werde Licht: Wie beleuchtet man effizient und umweltfreundlich?

Immerhin 15 Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz entfallen auf die Beleuchtung. Das sind 8,5 Milliarden kWh, und die kosten 1,3 Milliarden Franken. Völlig einleuchtend also, dass auf diesem Feld der Umwelt und dem Portemonnaie zuliebe gespart werden kann.

Tamàs KissTamàs Kiss

LED-Lampen sind die Zukunft

Von der Glühbirne über Halogenlampen, Natriumdampflampen und schliesslich Energiesparlampen war es ein langer Weg zur neuesten Generation von effizienter Beleuchtung. Eine inzwischen veraltete Glühlampe wandelte nur gerade 5 Prozent der verbrauchten Energie in Licht um, der Rest verpuffte als Wärme. Heute hat der Konsument jedoch die Qual der Wahl zwischen Eco-Halogen-, Spar- und LED-Lampen. Die Zukunft gehört dabei ganz eindeutig der LED. Das steht für Leuchtdiode, die Abkürzung kommt vom englischen Begriff „light-emitting diode“.

Achtung: LED ist nicht teurer, sondern billiger!

Wer nur auf den Anschaffungspreis achtet, wird keine Sekunde zögern: Eine Eco Halogenlampe kostet im Schnitt 4 Franken, eine LED-Lampe deutlich mehr. Doch ist eine LED korrekt gerechnet billiger. Wie das? Die Halogenlampe hat eine Lebensdauer von 2 Jahren, die LED-Lampe eine von 25 Jahren. Schon während 15 Jahren muss man also 30 Franken für Ersatzleuchtmittel ausgeben. In der gleichen Zeit verbrauchen Halogenlampen Strom für 156 Franken (bei einem Strompreis von 20 Rp./KWh), eine LED-Lampe lediglich für 36 Franken. Somit stehen in 15 Jahren Gesamtkosten von 186 Franken solchen von 101 Franken bei einer LED-Lampe gegenüber – eine beachtliche Einsparung von 85 Franken. Nicht berücksichtigt ist dabei, dass die Preise für LED-Lampen in den nächsten Jahren sicherlich noch weiter sinken werden.

Wie beleuchte ich effizient?

Energiesparen und Umweltschutz ist das eine, Lebensqualität mit effizienter Beleuchtung ist das andere. Niemand möchte im Halbdunkel sitzen oder im Sofa von kaltweissem Licht bestrahlt werden. Um dies zu vermeiden, muss man einige Begriffe kennen. Watt (W) ist die Leistung und gibt lediglich an, wie viel Strom eine Lampe pro Stunde verbraucht. Wichtiger aber ist, wie viel Lichtmenge sie damit herstellt. Eine Info, die neuerdings auf jeder Verpackung steht und die in Lumen (lm) angegeben wird. Eine Glühbirne von 60 Watt erzeugt 780 lm, ein Eco-Halogen-Spot von 50 Watt deren 350 lm, eine LED-Lampe mit 10 Watt dagegen 810 lm.

Die Lichtmenge ist wiederum das eine, die Farbtemperatur oder Lichtfarbe das andere. Sie wird in Kelvin (K) angegeben. Warmweisses Licht, wie wir es im Wohnbereich als angenehm empfinden, hat 2700 bis 3000 K, neutralweisses im Bad 4000, und am Arbeitsplatz wird am besten tagesweisses Licht von bis zu 6500 K verwendet. LED-Lampen können in all diesen Farbtemperaturen hergestellt werden. Und schliesslich wird die Energieeffizienz in Klassen gemessen, A++ ist die beste, auch das wird obligatorisch auf der Etikette angegeben.

Der Lichtzyklus

Das Leben einer Lampe beginnt nicht beim Einschalten und endet auch nicht in dem Moment, in dem sie ersetzt wird. LED-Lampen haben hier den Vorteil, dass zu ihrer Herstellung kein Quecksilber verwendet werden muss, zudem produzieren sie kaum Elektro-Smog. Allerdings sollten sie nicht im Hauskehricht entsorgt, sondern im Laden zurückgegeben werden. Neben Energieeffizienz und Umweltschonung hat LED-Licht noch weitere Vorteile. Da die Lichtquelle flach ist, ergeben sich neben dem Einsatz in „normalen“ Lampen, wo man sie mit dem Sockel einschrauben kann, ganz neue Möglichkeiten für Lichtinstallationen, die beispielsweise auch via App von einem Smartphone aus gesteuert werden können. Und selbstverständlich sind sie auch dimmbar, man kann also die Beleuchtungsstärke auf Wunsch regulieren.

Aber unabhängig von der Verwendung möglichst umweltfreundlicher und sparsamer Lichtquellen gibt es einen Spartipp, der seit der Erfindung der Glühlampe, ja seit der Herstellung von Licht mit Brennstoff oder Gas gültig ist und niemals veraltet: Immer, wenn Licht nicht gebraucht wird, gibt es einen Schalter, mit dem man den Verbrauch auf null absenken kann.

Was meinen Sie zum Thema?

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar.
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare

  • Nelly I. Seglias

    26.10.2017 16:07:38

    Dieser Artikel ist sehr informativ und gut verständlich. Ich habe ihn ausgedruckt und er steckt in meinem Behälter für Ersatzbirnen, damit ich ihn immer gleich zur Hand habe, wenn bei mir eine Birne ausfällt.
    Vielen Dank

  • Energie-Experten

    26.10.2017 16:24:34

    Liebe Frau Seglias
    Das freut uns sehr. Danke für das nette Kompliment :-D!
    Ihre Energie-Experten

  • Michael

    26.10.2017 17:18:12

    Toller Beitrag und schönes Video!
    Ich finde es nur schade oder doof, dass bei einigen Lampen die LED einmontiert sind und falls dort mal ein Lämpchen kaputt geht, dann kann man es nicht ersetzen und muss notfalls eine neue Lampe kaufen. Das könnte man meiner Meinung nach ein bisschen "konsumentenfreundlicher" machen. Beste Grüsse Michael

  • Stefan

    26.10.2017 21:01:26

    Dass es heute überhaupt noch andere Leuchtmittel als LED gibt, ist fragwürdig.
    Nicht erwähnt wurde z.B., dass LED im Gegensatz zu Energiesparlampen sofort hell sind. "Leider" ist es nun so, dass Energiesparlampen auch schon eine lange Lebensdauer haben. So werden bei mir wahrscheinlich noch während Jahr(zehnt)en Energiesparlampen in Betrieb sein.
    Bei LED wird dies noch extremer: Bei 25 Jahren Lebensdauer werden wahrscheinlich Lampen weggeworfen, die noch funktionieren würden, nur weil umgebaut wird.
    Und wie sieht es mit dem technologischen Fortschritt aus? Werden in 5 Jahren nochmals grosse Fortschritte gemacht, so dass dann die jetzigen LED-Leuchten "alt" aussehen?

  • Energie-Experten

    03.11.2017 09:00:55

    Guten Morgen Michael
    Anstatt die ganze Leuchte nur einzelne defekte Leuchtmittel ersetzen zu müssen, wäre nicht nur konsumentenfreundlicher, sondern auch umweltschonender. Das Problem dabei ist nur: Konsumenten wollen billige Preise. Die Antwort der Industrie darauf heisst leider: Wir produzieren eine Lampe, die günstig ist in der Anschaffung, dafür aber eine geringere Lebensdauer hat. Und fest montierte LED-Lampen sind nun mal günstiger in der Fabrikation als ersetzbare. Im Prinzip läuft es bei der LED-Beleuchtung jetzt gleich wie bei allen elektronischen Geräten wie z.B. auch Akkus bei Handys: In der Regel sind defekte Komponenten nicht (oder nur gegen teures Geld) ersetzbar.
    Viele Grüsse, deine Energie-Experten

  • Energie-Experten

    03.11.2017 09:42:49

    Hallo Stefan
    Die LED-Technik brachte einen grossen Wandel. Ein weiterer solch grosser Schritt ist nicht absehbar. In 3 bis 5 Jahren wird wahrscheinlich auch punkto Energieeffizienz und Preis eine Talsohle erreicht sein.

  • Regina

    16.07.2018 09:24:03

    Guten Tag
    Wir bauen ein neues Haus und studieren gerade die Elektropläne. Es ist schwierig abzuschätzen wieviele Leuchten tatsächlich nötig sind ( z.B. Keller) Gibt es einen unabhängigen Berater, welcher weiterhelfen kann?
    Vielen Dank Regina

  • Energie-Experten

    16.07.2018 10:06:02

    Liebe Regina
    Die Eltop macht Elektroinstallationen und kann dich bestimmt sehr kompetent zum Thema Leuchten beraten: http://www.ekzeltop.ch/de/Privatkunden/elektroinstallation/beleuchtung.html.
    Andernfalls gibt auch der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) Empfehlungen heraus.
    Herzliche Grüsse
    Deine Energie-Experten