Bauen & Wohnen

Im Haushalt lässt sich noch viel Energie und Geld sparen

Das Wohnen spielt in der Energiestrategie 2050 eine zentrale Rolle. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wo Energie eingespart werden kann. Wir greifen drei Beispiele heraus: Kühlschrank, Beleuchtung, Warmwasser. Am Ende des Beitrags gibt es Links zum Thema und Informationen zu weiteren Sparmöglichkeiten.

Eric BushEric Bush5 min

Der Stromverbrauch eines typischen Einfamilienhauses liegt bei gut 4000 Kilowattstunden im Jahr. Bei Wohnungen ist es etwa die Hälfte. Gesamthaft verbrauchen Schweizer Haushalte pro Jahr 19 Milliarden Kilowattstunden Strom im Wert von 3,8 Milliarden Franken. Das entspricht einem Drittel des gesamten Stromverbrauchs des Landes.

Stromverbrauch der Haushalte

Das Heizen mit elektrischen Wärmepumpen (WP) und die Warmwasser-Erwärmung mit Elektroboilern führen die «Rangliste» beim Stromverbrauch der Haushalte an. Wärmepumpen-Heizungen brauchen die Hälfte des ganzen Stroms im Haus, Elektroboiler einen Drittel. Die Unterschiede von Haus zu Haus sind aber extrem gross. Auch wenn der Rest im Haushalt «nur» 17 Prozent ausmacht: Hier besteht grosser Verbesserungsbedarf. Wir greifen drei Beispiele heraus.

Beispiel Küche: Nur den besten Kühlschrank anschaffen

In Schweizer Küchen stehen rund 4 Millionen Kühlschränke. Zusammen verbrauchen sie jährlich rund 1,2 Milliarden Kilowattstunden. Das ist Strom für insgesamt 240 Millionen Franken. Während der rund 15-jährigen Nutzungszeit eines Kühlschranks summieren sich die Stromkosten auf 460 Franken (Effizienzklasse A+++) beziehungsweise 700 Franken (A++). Ein altes Klasse-A-Gerät verbraucht gar Strom für 1150 Franken.

Tipp: Auch wenn moderne Geräte immer weniger Strom brauchen: Kälter als 7 Grad braucht der Kühlschrank nicht zu sein! Damit kann man gegenüber der Temperatur von 5 Grad gleich 12 Prozent Strom sparen. Wer im Haushalt zusätzlich über ein Gefriergerät verfügt, kann auf ein Gefrierfach im Kühlschrank verzichten und spart so 30 Prozent Strom! 

Nicht vergessen: Der Kaufentscheid bei einem Kühlschrank beeinflusst die Stromrechnung während 15 Jahren. Daher lohnt sich der Kauf eines Geräts mit Energieklasse A+++. Auf topten.ch finden sich die besten Geräte.

Beispiel Beleuchtung: LED ersetzt alte Lampen

Eine durchschnittliche Schweizer Wohnung weist rund zwei Dutzend Lichtquellen auf. Immer noch sind viele alte Leuchtmittel wie Leuchtstoffröhren und Halogenlampen im Einsatz. Beim Ersatz stellt man heute auf LED-Lampen um, die überall erhältlich sind.

Der Spareffekt ist enorm: LED-Lampen verbrauchen bis 80 Prozent weniger Energie als eine Halogen-Lampe und sind viel langlebiger. In zehn Jahren spart eine LED-Lampe gegenüber einer Halogenlampe 85 Franken.

LED-Lampen sind für alle Fassungen der alten Leuchtmittel erhältlich, von Schraub- und Bajonettgewinden bis zu solchen, die gesteckt werden. 

Übrigens, auch wenn LED viel effizienter ist, sollte man Licht nicht unnötig brennen lassen. 

Entsorgung: LED-Lampen enthalten elektronische Bauteile und müssen wie anderer Elektroschrott (Computer, Radio, Bügeleisen etc.) zum Recycling ins Geschäft zurückgebracht werden. Die Verkaufsstellen sind zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet. Im Gegensatz zu den alten Sparlampen enthalten LEDs kein giftiges Quecksilber.

Beispiel Warmwasser: Solarthermie und Wärmepumpen-Boiler statt Elektroboiler

Elektroboiler gehören neben der Elektroheizung (sog. Widerstandsheizung) zu den grössten Stromfressern im Haus. In der Schweiz sind immer noch etwa eine Million Elektroboiler im Einsatz. Sie verbrauchen drei Prozent des gesamten Schweizer Stroms. 
Elektroboiler sollten ersetzt werden, denn sie verschwenden wertvollen Strom für diese ineffiziente Art der Warmwasser-Aufbereitung. In den meisten Kantonen ist die Neuinstallation von Elektroboilern heute denn auch verboten. 
Mit thermischen Sonnenkollektoren und Wärmepumpen-Boilern gibt es stromsparende Alternativen: 

  • Sonnenkollektoren unterstützen die Warmwassererzeugung und halbieren den Energiebedarf. 
  • Wärmepumpen-Boiler vermindern den Stromverbrauch gegenüber einem Elektroboiler um zwei Drittel. Denn Wärmepumpen-Boiler erreichen mit dem Antrieb einer Klein-Wärmepumpe einen rund dreimal höheren Wärmegewinn. Der Wärmepumpen-Boiler steht normalerweise im Keller, wo er dem Heizungsraum warme Luft entzieht.

Checkliste für den Ersatz von Elektrogeräten

Vor dem Kauf eines neuen Haushaltgeräts sollten stets die gleichen Fragen beantwortet werden: 

  • Braucht es das Gerät tatsächlich? 
  • Kann das alte Gerät noch repariert werden? 
  • Muss es wieder gleich gross sein? (Selbst wenn es viel effizienter ist als etwa der alte Kühlschrank.) 
  • Welche Funktionen sind wirklich nötig?
  • Und erst dann: Welches Gerät braucht am wenigsten Energie?

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Kommentare

  • Nelly Irene Seglias

    25.03.2020 12:11:17

    sobald in meinem Haushalt etwas ersetzt werden muss, werde ich mich schlau machen, um wirklich effiziente Gerräte zu kaufen.
    Danke für Ihre Anregungen.