Licht mit Handy und Tablet steuern
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Licht mit Handy und Tablet steuern

Mit modernen Beleuchtungslösungen auf LED-Basis lässt sich heute weit mehr als nur Licht ein- und ausschalten. Sie sind je nach Fabrikat via Smartphone und Tablet bedienbar oder auch per Sprachsteuerung.

Rudolf BolligerRudolf Bolliger5 min

In den letzten Jahren wurden LED-Leuchtmittel und -Lampen stetig weiterentwickelt und sind aus der heutigen Lichtwelt nicht mehr wegzudenken. Mit ihnen lassen sich verschiedene Lichtstimmungen erzeugen und manche sorgen mit integriertem Lautsprecher sogar für Hintergrundmusik.
Bereits in den 1990er-Jahren erregten Lichtsteuerungen, bei denen die Lampen mittels Händeklatschen ein- und ausgeschaltet werden konnten Aufsehen. Zwar war die Bedienung nicht jederzeit ganz einfach und exakt, aber man brauchte nicht immer gleich aufzustehen um den Schalter zu betätigen. Was damals noch Spielerei war, hat sich mit der Digitalisierung und deren Möglichkeiten zu einem breiten Markt entwickelt. 
Licht per Smartphone oder Tablet regeln, ist heute mit unterschiedlichen Systemen möglich. Einfache Bluetooth-Lampen, die sich via App steuern lassen, eigenen sich für kleinere Anwendungen. Soll die Beleuchtung Teil eines Smart-Home-Konzepts sein, wird eine weiterreichende Lösung nötig. Diverse Hersteller bieten umfangreiche Systeme an, die via WLAN oder mit den Funkstandards Zigbee oder Z-Wave arbeiten. Über eine Schaltzentrale kommunizieren sie mit Leuchten, können aber oft auch zusätzlich Steckdosen, Rollläden und Heizkörperventile steuern.
 

Infrastruktur und Lichtsteuerung

Bei Wireless LAN und Bluetooth ist auf ein stabiles Netz beziehungsweise auf genügend Reichweite zu achten. Ist bei einer Lösung mit Bluetooth das Mobiltelefon mit der App ausser Haus, kann es die Lampen nicht mehr steuern. Deshalb setzen viele Hersteller bei Smart Home auf Zigbee. Diese Übertragungstechnologie bietet den Vorteil, dass sich das System selbstständig in den Standby-Modus versetzen kann. Auch in Sachen Reichweite punktet Zigbee gegenüber anderen Übertragungswegen: Es ist stabil und ermöglicht, Licht aus bis zu 100 Metern Distanz zu steuern.
Notwendig bei Zigbee ist jedoch ein Gateway als Lichtsteuerungszentrale zum Verbinden von Leuchten und Leuchtmittel mit Tablets oder Smartphones. Das Gateway ermöglicht es, Timer-Funktionen zu nutzen, vorprogrammierte Lichtstimmungen abzurufen und diverse Lichtszenerien zu definieren. Während den Ferien kann programmierbares Licht zudem Anwesenheit simulieren. Um die Zentrale einzurichten, sollte man sich gemäss Empfehlung von Fachleuten genügend Zeit nehmen. Es ist zudem von Vorteil, wenn man sich zumindest ansatzweise in seinem Heimnetzwerk auskennt.

Wachsender Markt

Stellvertretend für die Vielzahl heute verfügbarer Systeme werden nachfolgend ein paar vorgestellt. Dabei soll die Aufzählung eine Vorstellung vermitteln, was sich mit unterschiedlichen Lösungen bewerkstelligen lässt. Bei den neuesten LED-Lichtern befindet sich viel Technik in der Lampe oder im Leuchtstreifen. Weisse Lichter lassen sich per Steuerung dimmen oder zwischen «warm» und «kalt» umschalten. Farb-LEDs bergen weitere Möglichkeiten, beispielsweise bis hin zur Simulierung eines Sonnenaufgangs.

Der Markt für innovative Beleuchtungslösungen wächst kontinuierlich. Während am Anfang vor allem Branchengrössen Komplettsysteme anboten, mischen zwischenzeitlich zahlreiche Anbieter mit. Anwendern stehen derzeit somit mehrere verschieden teure und mehr oder weniger leistungsfähige und komplexe Lösungen zur Wahl.
 

Bekannte Systeme

Mit diversen LED-Leuchtmitteln bietet das Beleuchtungssystem Osram Lightify vielfältige Lichtstimmungen und Funktionen. Es basiert auf Zigbee und über ein Gateway sind bis zu 50 Leuchten im Innen- und Aussenraum steuerbar. Dies geschieht per Smartphone oder Tablet mittels Lightify App. Die Lichtquellen sind dimmbar und verfügen über die Funktion «tuneable white», mit der man zwischen verschiedenen Weisstönen wählen kann. Lichtfarbe sowie Helligkeit sind ebenso einstellbar. Für eine professionelle Nutzung eignet sich Osram Lightify Pro. Erhältlich sind die Produkte in den drei Sockeltypen E14, E27 und GU10 Spots.
Auch Philips Hue basiert auf dem Funksystem Zigbee. Im Mittelpunkt dieser Lichtsteuerung steht die Basisstation Hue Bridge, von der aus sich bis zu 50 Leuchten kontrollieren lassen. Vorhandene Glühlampen werden gegen die steuerbaren LED-Lampen ausgetauscht. Zum Angebot gehören auch LED-Streifen zur indirekten Beleuchtung, Strahler und spezielle Designer-Leuchten.

Günstige Alternative

Das Lichtsystem von Ikea trägt den Namen Trådfri – was «drahtlos» bedeutet. Das Licht der weissen LED-Lampen schalten Nutzer in drei Stufen von warm zu kalt. Farbige LED-Leuchten sind ebenfalls erhältlich. Die Steuerung ist per Fernbedienung oder mit der Trådfri-App möglich. Für letztere ist jedoch ein eigenes Gateway nötig. Die Produkte nutzen das Zigbee-Funksystem und lassen sich auch mit den Sprachassistenten Siri oder Alexa sowie Google Assistant per Sprachbefehl steuern.

Stufenweise zum Wunschsystem

Die Smarthome-Lösungen von iBricks besteht aus einem Produktesortiment, das die Bedienmöglichkeiten stufenweise ausbauen lässt. Beginnend mit dem Schalter Cello verfügt der Anwender über ein Bedienelement, mit dem das Licht ein- und ausgeschaltet sowie gedimmt werden kann. Zudem lassen sich sowohl Storen als auch die Heizung steuern. All dies erfolgt mit nur einem Produkt und ist sogar vom Handy aus möglich. Die einzelnen Schalter, die einfach die normalen, bestehenden ersetzen, kommunizieren per WLAN-Standard auf der Frequenz von 2,4 GHz miteinander. 
Der Ausbau zu iBricks Pro mit erweiterten Möglichkeiten eignet sich gemäss Anbieter für Installationen in Villen, grossen Einfamilienhäusern aber auch in öffentlichen Gebäuden und Industriebauten. Hiermit lassen sich zusätzlich Audio- und Videofunktionen oder komplette Sicherheitskonzepte verwalten. 
In einer weiteren Stufe bietet iBricks Infinity für Notebooks, Tablets und Smartphones eine eigens abgestimmte Bedienungsoberfläche an. In diesem System können Türen auf Fingerabdruck oder Schlüsselkarte reagieren, eine Schaltuhrfunktion erledigt Routinearbeiten und Funktionen sind als Gruppen ausführbar. So kann man zum Beispiel alle Storen der Südseite miteinander bedienen.

Kaufkriterien

Ob man sich in einem Raum wohlfühlt oder nicht entscheidet nicht zuletzt die Beleuchtung. Je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit entfaltet Licht eine andere Wirkung. Ortsunabhängig steuerbare Beleuchtungssysteme eignen sich, wenn ein breites Spektrum an Lichtszenen und Funktionen gewünscht wird. Vorhandene WLAN-Router, Tablets und Smartphones lassen sich in das Gesamtkonzept integrieren und flexibel nutzen. 
Für eine effiziente Beleuchtung führt heute kein Weg an LED-Lampen vorbei. Diese überzeugen mit guter Beleuchtungsqualität. Sie schneiden zudem auch in Sachen Energieeffizienz und Lebensdauer am besten ab. Sie schonen so die Umwelt und das Portemonnaie. Der Schritt zur steuerbaren Beleuchtung teils auch mit Zusatznutzen ist angesichts eines breitgefächerten Angebots oft nur noch klein.

Leuchtmittel mit Zigbee-Funk wie jene von Osram, Philips oder Ikea benötigen eine eigene Basisstation zur Steuerung. Varianten, die per Bluetooth oder WLAN kommunizieren, kommen ohne weiteres Zubehör aus. Hingegen ist die Reichweite eventuell geringer oder der Stromverbrauch etwas höher. Wer Zigbee-Geräte per Sprache nutzen, aber keinen Gateway anschliessen will, sollte auch einen Blick auf Amazon Echo Plus oder Echo Show werfen. Diese Geräte verfügen über eine integrierte Zigbee-Bridge.

  • Menschen nehmen zirka 80% ihrer Umwelt über das Auge wahr. 
  • Licht hilft dem Menschen nicht nur, seine Umwelt wahrzunehmen, es beeinflusst auch sein Wohlbefinden und seine Gesundheit. 
  • Die künstliche Beleuchtung ist ein Grundpfeiler der modernen 24-Stunden-Gesellschaft – Tendenz zunehmend. Über 24 Leuchtmittel befinden sich durchschnittlich in Schweizer Haushalten, fast doppelt so viele wie noch vor 10 Jahren. 
  • Mit LED-Leuchtmitteln lässt sich bis zu 90 Prozent Energie sparen. 
  • Im Jahr 2018 betrug der Schweizer Stromverbrauch 57,6 TWh. Davon entfielen rund 7 TWh oder 12 Prozent auf Lichtinstallationen.
     

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