Test: Multikochgeräte im Effizienzvergleich

Thermomix, InstantPot und neu Wired Cooker erlauben das Kochen ohne Herd. Wie energieeffizient ist das – und für wen eignet es sich? Wir haben die drei Geräte im Alltag getestet.

6 Min.
Topf mit Pasta auf Chromstahl-Küchentisch, rechts davon das Netzteil des Topfs, links auf einem Küchentuch liegt ein Smartphone

Kürzlich haben wir hier über stromsparendes Kochen geschrieben. Nicht berücksichtigt sind dort sogenannte Multikocher oder Universalkochgeräte. Drei davon haben wir jetzt getestet. Hier sind unsere Erkenntnisse.

Was sind Multikochgeräte?

Multikocher oder Universalkochgeräte kommen ganz ohne Herdplatte oder Ofen aus. Sie werden einfach eingesteckt und können damit flexibel eingesetzt werden: Zuhause, in der Ferienwohnung, im Büro, im Wohnwagen, auf dem Boot; überall dort, wo eine Steckdose zur Verfügung steht.

Vorreiter Thermomix

Eine erste heizende Küchenmaschine in unseren Breitengraden kam von Vorwerk. Der Vorläufer des heutigen Thermomix kam 1971 auf den Markt. Der Thermomix hat die für eine Küchenmaschine üblichen Funktionen wie Rühren, Mischen, Kneten und Zerkleinern, aber auch weitere wie Wiegen, Erwärmen, Kochen und Dünsten; das neueste ModellTM6 beherrscht zudem Anbraten und Karamellisieren. Bei unseren Tests kam das Vorläufermodell zum Einsatz.

Die Wurzel der Slow- und Dampfkocher liegt in Asien

Toshiba lancierte 1950 den ersten elektrischen Reiskocher. Aus diesem wurden diverse Dampf- und Slow-Cooker abgeleitet, die nicht nur Reis kochen, sondern dank einer unterschiedlichen Anzahl Programme auch braten, dämpfen (auch unter Druck), garen, backen, dünsten, frittieren und sautieren. So lassen sich unzählige Gerichte und Eintöpfe zubereiten. Beliebt ist auch die Funktion Joghurt herstellen, die einige Modelle anbieten. Unser Testkandidat war ein InstantPot Lux60.

Neuling aus der Schweiz: Wired Cooking

Der doppelt isolierte Wired-Cooker-Topf wird übers Handy gesteuert, wobei sich die Temperatur von Boden, Gargut oder Dampf präzise steuern lassen. Damit ersetzt der Kochtopf 16 Küchengeräte, vom Wasserkocher über die Fritteuse und die Joghurtmaschine bis zum Fonduecaquelon. Er richtet sich vorwiegend an Menschen, die beim Kochen gerne kreativ werden, was durch die Zusammenarbeit mit Köchen wie David Geisser gefördert wird. Das Testgerät wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Blick in den WiredCooking Topf, mit Tintenfisch, Zitronenscheiben, Pfeffer
Der Wired Cooker richtet sich an kreative Köchinnen und Köche. (Foto: Wired Cooking)

Vorteile der Multikochgeräte

  • Der Hauptvorteil ist die einfache Steuerung: Sie wählen, was Sie kochen möchten, programmieren das Gerät und wenden sich dann anderen Arbeiten zu. Das Gerät meldet sich, wenn das Gericht fertig ist oder ein neuer Arbeitsschritt ausgeführt werden soll.
  • Gelungene Menüs: Bei korrekter Bedienung kann eigentlich nichts schief gehen. Das kommt vor allem Menschen entgegen, die nicht so geübt sind im Kochen oder wenig Zeit haben.
  • Energieeffizienz: Wird die passende Grösse gewählt, so dass der Topf jeweils optimal gefüllt zum Einsatz kommt, sind die Geräte sparsam im Stromverbrauch im Vergleich zum Kochen auf dem Herd. InstantPot und Wired Cooker sind doppelt isoliert, so lässt sich die Energie gut nutzen und Gerichte bleiben längere Zeit warm.

Denise Metzner hat für stern.de Multikocher verglichen und kommt zu einem positiven Fazit zum Stromverbrauch: «Auf höchster Stufe kommt das Gerät mit einer Leistung von 1000 Watt aus. Ein Herd verbraucht dagegen 4000 Watt. Darüber hinaus schaltet sich ein Multikocher automatisch ab, wenn er keine Hitze mehr benötigt».

Der Stromverbrauch dieser Geräte ist generell niedrig, was einer der Vorteile eines Multikochers ist.

Denise Metzner

Nachteile von Multikochgeräten

  • Zu den oft genannten Nachteilen zählt die gewöhnungsbedürftige Bedienung. Je nach Gerät muss man sich schon etwas Zeit nehmen, um die Funktionen zu verstehen und alle Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können.
  • Häufig wird auch gelästert, derartige Geräte seien etwas für Leute, die nicht kochen können oder dies nicht gerne tun. Dem widersprechen allerdings Tausende, die sich zum Beispiel in Thermomix-Foren austauschen, und auch Wired Cooking ist daran, sich eine Community von Kochfans aufzubauen.
Kochtopf mit Glasdeckel von oben, daneben Steuergerät, Strommessgerät und Steckdosenleiste
Anhand von drei Tests wurde der Stromverbrauch der Kochgeräte gemessen und verglichen. (Foto: Lovey Wymann)

Testresultate: So effizient sind Multikocher

Wir haben drei verschiedene Testdurchgänge ausgeführt: Gekocht haben wir 500 g «Gschwellti» (Pellkartoffeln), ein Tomaten-Risotto für zwei Personen und Papet de Vaud für vier Personen. Streng wissenschaftlich war das nicht, aber die Ergebnisse sind trotzdem ganz aufschlussreich.

Generell ist der Stromverbrauch bei allen getesteten Geräten sehr tief, es gibt nur geringfügige Unterschiede. Im Vergleich zum Kochen auf dem Herd sind Multikocher effizienter: Wird ein Liter Wasser auf einem Glaskeramikfeld erwärmt, gehen ganze 45 Prozent des Stroms über Herdplatte und Pfanne verloren.

Beim InstantPot empfiehlt es sich, die Flüssigkeitsmenge gegenüber der herkömmlichen Zubereitung etwas zu reduzieren, weil durch die Dampfkochfunktion kaum Wasser verloren geht, Risotto und Papet wurden etwas gar flüssig. Idealerweise nutzt man ein für den InstantPot ausgelegtes Rezept, wovon es Tausende im Internet zu finden gibt.

Kartoffeln: Klare Vorteile beim InstantPot

Der InstantPot verfügt über eine Dampfkochfunktion und war damit schneller und effizienter als der Wired Cooker und der Thermomix.

GerätEnergieverbrauchKochzeit
InstantPot0,2 kWh5 Min. Druckaufbau + 12 Min. im Dampf
Thermomix0,4 kWh25 Min.
Wired Cooker0,3 kWh30 Min.

Risotto: Thermomix und InstantPot können punkten

Die automatische Rührfunktion des Thermomix sorgt für ein cremig-feines Resultat. Rühren kann man auch im Wired Cooker, da ist einfach der Oberarm gefordert. Beim InstantPot musste das Rühren wegen der Dampffunktion entfallen. Das Risotto wurde trotzdem cremig und war sehr schnell fertig.

GerätEnergieverbrauchKochzeit
InstantPot0,1 kWh12 Min.
Thermomix0,1 kWh36 Min.
Wired Cooker0,1 kWh38 Min.

Während der InstantPot kocht, kann ich die Küche aufräumen oder sonst etwas machen, und es gibt nur eine Pfanne zum Abwaschen.

Testerin Nadja Gross will künftig öfter den InstantPot benutzen, nicht nur für Reis.

Papet de Vaud: Der Wired Cooker überzeugt am stärksten

Der Strombedarf des Wired Cooker lag knapp unter jenem des InstantPot, dessen Gericht schwamm aber beim Kochen in zu viel Flüssigkeit. Geschmacklich überzeugten alle drei Varianten.

GerätEnergieverbrauchKochzeit
InstantPot0,3 kWh35 Min.
Thermomix0,3 kWh42 Min.
Wired Cooker0,2 kWh35 Min.

Wired Cooking war für mich neu. Das Ausprobieren der verschiedenen Funktionen macht extrem Spass.

Lovey Wymann hat den Thermomix durch ihre Arbeit als Texterin kennengelernt und sich damals in das Testgerät verliebt. Auch den Wired Cooker würde sie nun gerne noch ein Weilchen behalten.

Testfazit und Preise Multikochgeräte

Alle drei Kandidaten vermochten bei allen drei Gerichten zu überzeugen. Wo sie zu Kochgewohnheiten und Budget passen, können sie eine sinnvolle Ergänzung der Küchenausstattung sein.

  • InstantPot ist das günstigste der drei Testgeräte, erhältlich ab etwa 140 Franken. Je nach Modell bietet er sechs oder mehr Programme und spart gemäss Hersteller bis zu 70 % Energie. Das Gerät gibt es schon viele Jahre und im Internet finden sich Tausende Rezepte und zahlreiche Anbieter.
  • Wired Cooking bewegt sich im mittleren Preissegment. Ein 2,5-Liter-Topf kostet aktuell 550 Franken. Die App dazu gibt es bei Apple oder im Google Play Store. Das Gerät ist neu auf dem Markt und die Community ist erst ganz am Anfang. Rezepte zum Herunterladen gibt es erst wenige, aber die Zusammenarbeit mit renommierten Köchen ist kürzlich angelaufen. Hier sind vor allem Kochbegeisterte gefragt, die gerne selbst tüfteln. Bezugsquelle
  • Thermomix ist das Luxusgerät unter den Getesteten; je nach Modell kostet er um 1500 Franken. Er ist aber eben nicht nur ein Multikocher, sondern auch gleichzeitig Waage, Mixer, Mühle, Pürierstab und mehr. Auch hier gibt es tausende Rezepte online. Bezug im Direktvertrieb
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  • Hochstrasser

    Vor 1 Monat

    Habe seit kurzem auf Thermomix umgestellt und denke ich brauche sicher weniger Strom als ich noch mit 2-4 Kochtöpfen kochte und ist leichter .
    X

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  • Theres

    Vor 1 Monat

    habe seit kurzem den Bosch Cookit. Ich bin begeistert. Heute Abend habe ich in 5 minuten Eiscreme gemacht. Andererseits kann ich mit bis 200 Grad anbraten, dampfgaren etc. etc.

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