Wäsche trocknen im Winter ohne Tumbler

Der Tumbler ist ein Haushaltsgerät, das viel Strom braucht. Ein Mal Wäsche trocknen verbraucht je nach Alter und Effizienz des Wäschetrockners zwischen 0,9 und 1,6 kWh. Wer auf das Tumblern verzichten kann, spart also einiges an Energie. Nicht alle Alternativen sind jedoch gleich gut geeignet.

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Bunte Wäsche an einer Leine im Freien über schneebedeckter Wiese

Für das maschinelle Wäschetrocknen verbrauchen Schweizer Haushalte jedes Jahr rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom und bezahlen dafür bisher 160 Millionen Franken – 2023 wird der Betrag deutlich steigen, wenn wir nicht kräftig sparen.

Am günstigsten ist es, die Wäsche an der Sonne trocknen zu lassen. Das geht allerdings nicht immer, gerade im Herbst und im Winter machen uns Nebel und Kälte oft einen Strich durch die Rechnung oder schlicht die fehlende Möglichkeit etwas draussen aufzuhängen.

Einfache Tipps zum Energie sparen beim Wäsche trocknen

  • Vor dem Trocknen die Wäsche gut schleudern
  • Die effizienteste Variante zum Trocknen wählen
    1. Wäsche draussen trocknen – Je nach Wetter die Restfeuchte der Wäsche im Innenraum fertig trocknen.
    2. Ungeheizter, trockener Raum – Idealerweise mit geöffnetem Fenster. Wenn nicht anders möglich, mit Unterstützung eines Raumluftwäschetrockners (ohne zusätzliche Heizung). Gute Tumbler sind heute effizienter als Raumluftwäschetrockner.
    3. Wäsche im Tumbler trocknen – Gibt es keine Möglichkeit, die Wäsche draussen zu trocknen oder in einem ungeheizten, gut gelüfteten Raum, ist das Trocknen der Wäsche in einem effizienten Tumbler am besten.
Wäsche auf Ständer auf dem Balkon
Wer etwas Geduld aufbringt, kann auch bei kühlem Nebelwetter Wäsche draussen aufhängen. (Foto: Nadja Gross)

Wäsche draussen trocknen: Balkon oder Garten

Gesegnet ist, wer die Wäsche draussen trocknen kann. Dies ist mit Abstand am effizientesten, weil es nur Zeit zum Wäsche auf- und Abhängen und keine Energie benötigt. Wer keinen Zugang zu einem Garten hat oder in einer Überbauung wohnt, welche keinen Aussenplatz bietet, wo Wäsche aufgehängt werden darf, kann dies auch auf dem Balkon oder der Terrasse tun. Ein Wäscheständer ist schnell aufgestellt und auch rasch wieder platzsparend versorgt.

Bei trockenem, warmem Wetter

Am besten trocknet Wäsche, wenn trockenes, warmes Wetter herrscht. Hier verdunstet das Wasser aus der Wäsche am schnellsten. Ein bisschen Wind beschleunigt das ganze zusätzlich. An einem heiss-trockenen Sommertag ist es so möglich, dass die Wäsche in 2-3 Stunden trocken ist. Ansonsten dauert es einige Stunden bis zu einem Tag.

Bei nebligem, kühlem Wetter

Aber auch bei nebligem, kühlem Wetter lohnt es sich, die Wäsche draussen aufzuhängen, so verdunstet der grösste Anteil der Feuchtigkeit draussen, nach ein, zwei Tagen kann die Wäsche entweder komplett trocken abgehängt werden oder man stellt die fast trockene Wäsche noch für einige Stunden in einen Innenraum, um die Restfeuchte zu verdunsten. Das ist bereits so wenig, dass die zusätzliche Feuchtigkeit im Raum kein Problem darstellt.

Wäsche trocknen bei Minustemperaturen

Auch bei klirrender Kälte kann die Wäsche draussen getrocknet werden. Klingt unglaublich, aber es funktioniert! Dabei setzt man auf einen physikalischen Prozess, die Sublimation. Dabei verdunstet das Eis direkt. Man hängt also die Wäsche auf, diese gefriert beinhart. Wichtig: in diesem Zustand sollten Sie die Wäsche nicht bewegen oder gar abhängen, denn erstens ist sie nicht trocken und zweitens könnte auch etwas kaputt gehen. Sobald die Wäsche wieder locker auf der Leine flattert, ist sie trocken und kann noch kurz im Innenraum aufgewärmt und dann versorgt werden. Das kann sehr schnell gehen, beispielsweise bei -10 °C in einer Stunde trockene Wäsche.

Wäsche drinnen trocknen? Vorsicht!

Wer nasse Wäsche drinnen aufhängen möchte, muss einige Dinge beachten. Wer es schon versucht hat, weiss: Die Luft im Raum wird so richtig feucht. Diese Feuchtigkeit muss weg. Entweder man lüftet also fleissig – was im Winter dazu führt, dass warme, geheizte Luft und damit viel Energie verloren geht – oder man benutzt einen Entfeuchter, einen sogenannten Raumluftwäschetrockner, der dem Raum die Feuchtigkeit entzieht. Dieses Gerät braucht ebenfalls Energie.

Im Folgenden zeigen wir für verschiedene Szenarien auf, wie unterschiedlich sie betreffend Energieeffizienz sind.

Wäsche im Trockenraum oder Keller trocknen …

Luftfeuchtigkeit mit Thermo-Hygrometer kontrollieren

Regelmässig die Luftfeuchtigkeit im Raum zu prüfen hilft, damit kein Schimmel entstehen kann. Nicht nur durch das Wäschetrocknen kann zu viel Feuchtigkeit in einen Raum gelangen. Auch Duschen oder Kochen kann die Luftfeuchtigkeit stark erhöhen.

Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 35 bis 50 % bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 21 °C.

Gerade in Altbauten, wo es nicht immer möglich ist, die Raumtemperatur optimal zu steuern, kann mit einem effizienten Luftentfeuchter nachgeholfen werden, wenn die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigt. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 35 bis 50 % bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 21 °C.

Wäsche in der Wohnung trocknen?

Wer einen Raum extra heizt und zum Wäsche trocknen das Fenster geöffnet lässt, um die Feuchtigkeit auszulüften, würde besser einen effizienten Tumbler benutzen.

Man sollte den Tumbler nicht verteufeln. Je nach Situation ist er die effizienteste Methode um Wäsche zu trocknen.

Nadja Gross, Topten Schweiz
Zum Lüften Fenster gekippt: Energie verschwendet (Werbemotiv mit Thermografiebild eines gekippten Fensters), Absender UVEK, WBF
Mit der Kampagne «nicht verschwenden» rufen Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Bundesrat Guy Parmelin zum Energiesparen auf. (Kampagnensujet: EnergieSchweiz)

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