Wäschetrockner mit neuer Energieetikette

Die Wäschetrockner, oft besser bekannt als Tumbler, haben seit Juli 2025 eine neue Energieetikette. Die Energieeffizienzklassen wurden bereinigt, die Skala reicht wieder von A bis G, A+ bis A+++ gibt es nicht mehr.

7 Min.
Mann macht Wäsche

Nachdem im September 2021 für die gängigsten Haushalt-Grossgeräte die Energieetikette erneuert wurde, mussten die Konsumentinnen und Konsumenten bei den Tumblern länger warten. Dass bei ähnlichen Geräten verschiedene Energieetiketten im Einsatz sind, hat immer wieder zu Verwirrung geführt. Dieser Missstand ist nun behoben und die Skala angepasst. Gleichzeitig wurde auch die Berechnung der Energieeffizienz verändert, darum ist eine 1:1-Zuordnung der alten zur neuen Energieeffizienzklasse nicht möglich. In der Schweiz darf die neue Energieetikette nun am Gerät angebracht werden, zwingend ist es aber erst ab dem 30. Juni 2026.

Energieetikette für Wäschetrockner: Die wichtigsten Neuerungen

Die offensichtlichste Änderung: Die Skala der Energieeffizienzklassen reicht nun wieder von A (sehr effizient) bis G (weniger effizient), die Klassen A+, A++ und A+++ wurden abschafft. Dies soll für mehr Übersichtlichkeit sorgen, da sich zuletzt viele Geräte in den höchsten Plusklassen tummelten und ein Vergleich schwierig wurde. Die farbliche Darstellung von grün bis rot bleibt erhalten.

Energieetikette alt und neu, prominent zu sehen ist nach wie vor die bunte Skala von Grün (A) bis rot (G)
Neue Energieetikette (rechts): Energieverbrauch für 100 Durchgänge des Eco-Programms, Geräuschemission, Dauer und Kondensationseffizienz sind ausgewiesen. (Grafik: EnEx)

Neu ist, wie bei anderen Haushaltsgeräten, der QR-Code oben rechts auf der Etikette zu finden. Dieser führt zur europäischen Produktdatenbank EPREL, in der umfangreiche technische Daten zum Gerät hinterlegt sind, darunter detaillierte Verbrauchswerte und Informationen zur Reparierbarkeit.

Strengere Anforderungen an Energieeffizienz und Kondensation

Auch die Angabe zum Energieverbrauch ändert sich: Statt eines geschätzten Jahresverbrauchs wird nun der Verbrauch für 100 standardisierte Trocknungszyklen in Kilowattstunden ausgewiesen. Als Grundlage dient eine Mischung aus voller und halber Beladung im Eco-Programm. Zum Vergleich: In der Schweiz wird für den Durchschnittshaushalt mit 100 bis 160 Trocknungszyklen pro Jahr gerechnet. Dies kann sich aber je nach Nutzung deutlich unterscheiden. Je grösser der Haushalt, desto mehr Wäsche fällt an und umso öfter kommt auch der Tumbler zum Einsatz.

Zusätzliche Informationen wie die maximale Füllmenge, die Programmdauer, die Geräuschemission, die jetzt ebenfalls in Klassen von A bis D eingeteilt ist, sowie die Kondensationseffizienz sind ebenfalls auf dem Label zu finden.

Warum wird das Energielabel geändert und was bedeutet das für die Effizienz?

Die Europäische Union verfolgt mit der Neugestaltung des Energielabels mehrere Ziele: Einerseits soll die durch die vielen Plusklassen unübersichtlich gewordene Skala vereinfacht und für Verbraucher wieder besser verständlich werden. Zudem wurden die Messmethoden und Kriterien zur Berechnung der Energieeffizienz deutlich verschärft.

Dies hat zur Folge, dass ein Wäschetrockner, der nach altem Standard eine hohe Energieeffizienzklasse erreichte (A+++), unter dem neuen Label möglicherweise nur noch in der Klasse B, C oder sogar D eingestuft wird. Eine exakte Zuordnung vom alten zum neuen Label ist nicht möglich. Das bedeutet nicht, dass das A+++-Gerät jetzt plötzlich mehr Strom verbraucht, sondern lediglich, dass die Messlatte für die höchste Effizienzklasse jetzt deutlich höher liegt.

Es ist die Regel und auch erwünscht, dass bei Einführung einer neuen Energieetikette möglichst keine Geräte die Energieeffizienzklasse A erreichen, was jetzt auch bei Tumblern der Fall ist. Dies soll Hersteller dazu motivieren, die Energieeffizienz ihrer Geräte weiter zu verbessern und innovative, noch sparsamere Technologien zu entwickeln.

Mit dem Tumbler Strom sparen

Mit diesen Anwendungstipps lässt sich beim Trocknen von Wäsche mit der Maschine Energie sparen.

  • Vor dem Trocknen: Gründliches Schleudern wringt die Wäsche bereits in der Waschmaschine aus. Das verkürzt die Trocknungszeit und senkt den Stromverbrauch.
  • Wäschetrockner voll beladen gemäss der Anleitung, damit die Maschine bei jedem Trocknungsgang voll ausgenutzt ist. Jedoch nicht überladen!
  • Eco-Programm mit passendem Trocknungsgrad für die Wäsche wählen. Bügelfeucht statt schranktrocken. Trocknen Sie Wäsche, die nach dem Trocknen direkt gebügelt wird, nur bügelfeucht statt schranktrocken.
  • Reinigen Sie den Luftfilter und das Flusensieb nach jedem Lauf und leeren Sie den Wasserbehälter, falls es keinen direkten Ablauf gibt.

Fakten zum Energieverbrauch

  • In der Schweiz erhältliche Geräte sind ausnahmslos Wärmepumpentrockner. Diese arbeiten mit einer kleinen Wärmepumpe: Der Energietauscher entzieht der warmen Abluft aus der Trocknertrommel Energie, mit der kalte Luft (aus dem Raum) wieder erwärmt wird – so ist wenig zusätzlicher Strom nötig.
  • Kondensationseffizienz: Um Schimmel vorzubeugen, sollten Sie Kondensationsklasse A oder B wählen. Dabei wird nur wenig Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben.
  • Feuchtigkeitssensoren steuern die Dauer des Programms. So vermeidet sich unnötiger Stromverbrauch, weil bereits trockene Wäsche nicht einfach bis zum Ende der eingestellten Zeit weiter getrocknet wird.

Verpasste Chance für die Reparierbarkeit

Leider hat es die EU verpasst, für die Wäschetrockner analog zu anderen neuen Energieetiketten wie etwa für Smartphones und Tablets Angaben zur Reparierbarkeit auf dem Label zu integrieren. Zwar sind – versteckt hinter dem QR-Code – auf der EPREL-Plattform Angaben zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturanleitungen und Garantiedauer abrufbar, aber es gibt keine Bewertung der Reparierbarkeit im eigentlichen Sinn, wie das etwa bei Smartphones jetzt neu der Fall ist.

Ein Vorschlag, die Reparierbarkeit zu bewerten und abzubilden, wurde zwar von der EU-Kommission zur Diskussion eingereicht, aber auf den letzten Metern aufgrund von Feedback und Widerstand von Stakeholdern nach dem Consultation Forum von der Europäischen Kommission vorerst wieder verworfen. Im Vorschlag wären ähnlich wie für Smartphones verschiedene Aspekte der Reparierbarkeit abgebildet und in einen Index zusammengefasst worden.

Die Reparierbarkeits-Aspekte von Tumblern

Das Thema der Reparierbarkeit ist neu und muss für jedes Produkt separat erarbeitet werden. Für Wäschetrockner ging es um die Bewertung der möglichen Demontagetiefe, Befestigungsmittel, Art der Werkzeuge, sowie Verfügbarkeit von Information zur Reparatur. Jeder dieser Aspekte könnte mit einer Punktzahl bewertet werden, das Punktetotal den Reparierbarkeitsindex darstellen.

Fazit: Die Berechnung des Reparaturindexes wäre wohl für die Hersteller aufwändig, aber durchaus machbar und nachvollziehbar. Es ist eine verpasste Chance, dass sich aufgrund vieler kritischer Kommentare die Einführung verzögert. Es bleibt zu hoffen, dass die Reparierbarkeit in der nächsten Überarbeitungsrunde wieder aufgenommen wird. Noch schöner wäre es, wenn dann auch Aspekte wie Kosten für die Ersatzteile und Reparatur einbezogen würden. Diese Kosten fehlen auch bei den Smartphones noch komplett.

In separaten Beiträgen haben wir gute Tipps zum Wäschetrocknen sowie zum richtigen Zeitpunkt für den Ersatz von Waschmaschine und Tumbler veröffentlicht.

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  • Beily

    Vor 3 Monaten

    Ich würde den Wäschetrockner mit der schlechteste Effizienz kaufen. Hatten wir in unserem Haus einen mit A+++. Ich musste 2-3 mal in der Nacht aufstehen und den Tumbler von vorne laufen lassen um endlich trockene Wäsche zu haben. Nie wieder!
    PS.
    Dasselbe mit den neuen Staubsauger. Schwächere Motoren, doppelt so lange saugen. Energie Ersparnis?🤔

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