Was ist eigentlich ein Waschtrockner?

Waschtrockner tun das, was der Name vermuten lässt: Sie waschen wie eine Waschmaschine, und sie können waschen und trocknen in Kombination. Nur trocknen können sie aber nicht, im Unterschied zu einem Wäschetrockner oder Tumbler.

3 Min.
Waschtrockner in Schrankwand

Waschtrockner vereinen Waschmaschine und Tumbler in einem Gerät. Daher ist ihre Energieetikette zweigeteilt: Die rechte Hälfte bezieht sich nur auf das Waschen, die linke Hälfte auf durchgängiges Waschen und Trocknen in Kombination. Die Skala reicht von A (sehr effizient) bis G (wenig effizient). Auch für die Waschtrockner kann via QR-Code die europäische Produktdatenbank EPREL aufgerufen werden, wo viele weitere Informationen zum Produkt verfügbar sind.

Zwei Etiketten in einer: Waschen und Trocknen links, nur Waschen rechts. (Foto: Shutterstock / gualtiero boffi; Montage: EnEx)

Komfort zulasten des Energieverbrauchs

In der Schweiz sind diese Geräte weitestgehend unbekannt. Und das ist auch gut so, denn im Vergleich zu einer Waschmaschine und einem Tumbler verbrauchen sie deutlich mehr Energie. Für 100 Zyklen mit Waschen und Trocknen von 7 kg Wäsche verbraucht ein Waschtrockner rund 170 Kilowattstunden Strom. Wer die gleiche Menge mit separaten Geräten wäscht und trocknet, braucht dafür nur 114 kWh. Der Mehrverbrauch des Waschtrockners beträgt fast 50 Prozent! Aus diesem Grund gibt es auch nur wenige Waschtrockner, welche die Energieeffizienz-Anforderungen von Topten erfüllen.

Verbrauchsdiagramm von Waschtrockner vs. Waschtrockner und Wäschetrockner in Kombination
Der sparsamste Waschtrockner verbraucht 50 % mehr Energie im Vergleich zu Top-Kombis mit Waschmaschine und Tumbler. (Grafik: Topten)

In Ausnahmefällen sinnvoll

Es gibt jedoch einzelne Situationen, wo der Einsatz eines Waschtrockners sinnvoll sein kann. Am offensichtlichsten: In kleinen Wohnungen mit zu wenig Platz für zwei einzelne Geräte, wo aber dennoch der Komfort einer eigenen Maschine gewünscht ist. Man denke etwa an Dachwohnungen in Altbauten, wo die Nutzung der Waschküche mit viel Treppensteigen verbunden wäre.

Für Vielbeschäftigte

Untersuchungen zeigen, dass gerade bei Waschmaschinen häufig nicht das energiesparende Programm Eco 40–60 verwendet wird, weil dieses sehr lange dauert. Die Tagesplanung von der Waschmaschine abhängig zu machen, ist für viele Menschen nicht möglich oder wird nicht in Kauf genommen. Da man die nasse Wäsche nicht lange in der Trommel liegen lassen sollte, bevor man sie aufhängt oder in den Wäschetrockner füllt, fällt die Wahl oft auf ein kürzeres Waschprogramm, obwohl damit ein Mehrverbrauch an Strom und Wasser droht.

Vor der Arbeit das Programm starten und nach der Arbeit die getrocknete Wäsche aus der Maschine holen, klingt verlockend.

Wenn man nun aber die Option hat, zusätzlich zum Waschen direkt auch die Trocknung im gleichen Gerät vorzunehmen, eröffnet das neue Möglichkeiten: Vor der Arbeit das Programm starten und nach der Arbeit die getrocknete Wäsche aus der Maschine holen, klingt verlockend.

Für Wenigwascher attraktive Anschaffungskosten

Im Vergleich zu zwei Einzelgeräten sind Waschtrockner günstiger in der Anschaffung. Das kann sich für Wohnungen, in denen nur wenig gewaschen wird, durchaus lohnen, auch wenn im Verbrauch die Energiekosten höher sind. Beispiele sind Ferienwohnungen oder auch Wohnungen für Einzelpersonen.

Familien fahren mit zwei Geräten besser

Für Familien, bei denen jede Woche viel Wäsche anfällt, ist es jedoch nicht empfehlenswert, nur mit einem Waschtrockner zu arbeiten. Dazu ist die Programmdauer von 8 Stunden für Waschen und Trocknen dann wohl auch zu lang.

In separaten Beiträgen haben wir gute Tipps zum Wäschetrocknen sowie zum richtigen Zeitpunkt für den Ersatz von Waschmaschine und Tumbler veröffentlicht.

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  • Damir Senija

    Vor 4 Monaten

    Ich verstehe nicht, warum der Stromverbrauch beim Waschtrockner höher sein soll? Geht es um das bisschen Restfeuchte im System? Für ein Gerät fällt auch nur einmal die graue Energie an. Wir hatten mal (zu zweit) so ein Gerät von Electrolux, es war das beste und langlebigste Gerät, das wir von meinen Schwiegereltern übernommen und danach sicher noch 10 Jahre benutzt haben, insgesamt 18 Jahre. Von solchen Lebenszyklen kann man bei neueren Geräten nur träumen, wir haben in 15 Jahren schon 3 Waschmaschinen verschlissen.

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    • Nadja Gross
      Nadja Gross

      Nadja Gross

      Vor 4 Monaten

      Danke für die Frage und den Erfahrungsbericht. Ein Waschtrockner verbraucht im Vergleich zu den Einzelgeräten tatsächlich mehr Strom. Das liegt daran, dass hier ein Gerät mehrere Funktionen abdecken muss und nicht das gleiche Effizienzpotenzial ausschöpfen kann wie ein spezialisiertes Gerät. Für die Vergleiche stützen wir uns auf die offiziellen Daten, die wir zur Verfügung haben, also die Energieetikette. Diese zeigt den Strom- und Wasserverbrauch für 100 Waschzyklen für das Eco-Programm. Und wenn man hier die besten Maschinen vergleicht, so brauchen eine Waschmaschine und ein Trockner definitiv weniger Strom für die gleiche Menge Wäsche.
      Graue Energie ist auch ein wichtiges Thema. Es ist natürlich richtig, dass zwei Geräte hier erst einmal schlechter sind als eines. Man müsste im Einzelfall genau berechnen, ob die Stromersparnis in der Nutzung das aufwiegen kann. Das kennt man von den E-Autos, die den CO2-Rucksack aus der Batterieproduktion nach rund 30’000 bis 50’000 Kilometern ausgeglichen haben.
      Bezüglich Langlebigkeit ist es so eine Sache. Sowohl Waschtrockner als auch Waschmaschine und Wäschetrockner können sehr langlebig sein. Oder eben, wie eure Erfahrung zeigt, auch schneller kaputt gehen. Hier spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass man nicht von subjektiven Erfahrungen auf alle Geräte schliessen kann. Hersteller und Produktionsstandort; aber auch die Nutzung, die häufig eingesetzten Programme, die Wäschemengen (sind Kinder dazugekommen?) oder die Wartung der Geräte haben unter anderem einen Einfluss.
      Es kann auch sein, dass neuere Geräte generell anders gebaut werden als frühere. Womöglich hätte ein neu gekaufter Waschtrockner auch nicht länger gehalten als die Waschmaschinen. Schliesslich sind in einem Waschtrockner mehr Teile verbaut, die kaputt gehen können. Weiter ist zu erwähnen, dass euer übernommenes Gerät in den 18 Jahren enorm viel mehr Strom verbraucht hat als neue, wassersparende Maschinen und Trockner mit Wärmepumpe.
      Wie im Artikel aufgezeigt, kann es für gewisse Situationen und Nutzende immer noch sinnvoll sein, einen Waschtrockner zu verwenden. Wenn das für euch gut geklappt hat, dann habt ihr in dieser Zeit wohl zu dieser Gruppe gehört.