Woher kommt eigentlich mein Strom? Spätestens seit dem Erdbeben in Japan im März 2011 beschäftigt diese Frage viele Gemüter. Die Energieexperten zeigen Ihnen auf, wie Sie aktiv mitbestimmen können, aus welchen Quellen Sie Ihren Strom beziehen.

Der Begriff Strommix sagt es bereits: Die perfekte Energiequelle gibt es bislang nicht. Vielmehr ist eine intelligente Mischung die Lösung, die dafür sorgen soll, dass keine Versorgungslücken entstehen, der Strom aber zugleich umweltfreundlich und bezahlbar bleibt.

Wasser ist Energielieferant Nr. 1

Der grösste Teil des in der Schweiz erzeugten Stroms stammt aus Wasserkraftwerken – rund 56 Prozent waren es im Jahr 2010. Die Atomkraftwerke stehen mit 39 Prozent an zweiter Stelle. Weitere Energiequellen sind fossile Brennstoffe und erneuerbare Ressourcen wie Sonne, Wind, Biomasse und Abfall. Was die CO2-Neutralität betrifft, steht die Schweiz damit im internationalen Vergleich an der Spitze.

Nutzen Sie Ihr Mitbestimmungsrecht

Seit 2005 flattert Ihnen einmal pro Jahr Post von Ihrem Stromlieferanten ins Haus, die Sie über die Herkunft Ihres Stroms informiert. Für Schweizer Stromlieferanten ist die Kennzeichnung Pflicht. Für Elektrizität, die im Ausland produziert wird, gilt sie jedoch nicht. Normalerweise exportiert die Schweiz mehr Strom, als sie importiert. In trockenen Wintern, in denen die Wasserkraftwerke weniger Strom als üblich produzieren, sind die Schweizer Stromlieferanten jedoch von ausländischen Produzenten abhängig. Der grösste Teil des importierten Stroms stammt aus französischen Atomkraftwerken.

Wenn Sie ausschliessen möchten, dass Sie z. B. für Atomstrom bezahlen, wählen Sie einen anderen Strommix. Die meisten Energielieferanten bieten Ihnen verschiedene Modelle an – von 100 Prozent Wasserkraft bis hin zu 100 Prozent Ökostrom. Natürlich haben Sie nur eine Stromleitung und nicht mehrere in Ihrer Wohnung: Aber Sie vermeiden mit der Wahl Ihres Strommixes, dass Sie Technologien unterstützen, die Sie für unökologisch halten oder ablehnen. 

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