Noch vor wenigen Jahren musste man sich bei der Wahl einer neuen Beleuchtung im Haushalt zwischen drei Varianten entscheiden: Halogen-, Spar- oder LED-Lampen; jeder Leuchtmitteltyp hatte je nach Anwendung seine Vorzüge. Im Jahr 2017 fällt die Entscheidung in fast allen Fällen auf LED.

Die Effizienz und Qualität der LED-Technik hat heute einen Stand erreicht, der die anderen Beleuchtungstechniken weit hinter sich lässt. Und auch der Preis stimmt in Zwischenzeit. Die nachstehende Tabelle zeigt vergleichend die wichtigsten Kennwerte der drei Leuchtmittelvarianten (am Bespiel einer Retrofit-Lampe mit einem Lichtstrom von 800 Lumen)

LED KennwerteBild: Die wichtigsten Kennwerte der drei Leuchtmittelvarianten. Quelle: eLight GmbH

Punkto Effizienz sind LED-Lampen bis zu 10-mal besser als Halogenlampen und doppelt so gut wie Sparlampen. Eine 60 Watt Halogenglühlampe gibt gleich viel Licht wie eine 12 Watt-Sparlampe oder eine 6 Watt-LED-Lampe.

Bei der Farbwiedergabe bleibt die Halogenlampe ungeschlagen; da sie als sogenannter Temperaturstrahler dem Funktionsprinzip der Sonne entspricht, ist auch ihre Lichtqualität ähnlich. Die LED-Lampen haben bezüglich Farbwiedergabequalität stark aufgeholt und kommen der Halogenlampe bereits sehr nahe. Deutlich zurück bleiben die Sparlampen, deren Lichtspektrum unausgeglichen und unvollständig ist; viele Farbnuancen fehlen.

In Bezug auf die Lebensdauer erreichen LED-Lampen Werte bis zu 50'000 Stunden – das entspricht z.B. 25 Jahren mit 5,5 Stunden Betrieb pro Tag. Halogenlampen brennen 1 bis 2 Jahre und Sparlampen – je nach Schalthäufigkeit – 3 bis 10 Jahre.

Wer gerne dimmbare Lampen einsetzt, muss bei LED-Lampen die Bezeichnung auf der Verpackung beachten; es gibt dimmbare (teurere) und nicht dimmbare (günstige) LED-Lampen. Halogenlampen lassen sich alle dimmen – Sparlampen (mit wenigen Ausnahmen) nicht.

Die Preise der LED-Lampen sind seit deren Einführung vor rund 10 Jahren um den Faktor 10 gesunken. Die heutigen Preise entsprechen etwa denen von Sparlampen – aber mit deutlichen Qualitätsvorteilen in allen Bereichen. Die Sparlampe ist faktisch bedeutungslos geworden; nur wenige Restposten werden noch angeboten.

Retrofit oder neue Leuchte

Wenn man sich für eine neue LED-Beleuchtung entscheidet, stellt sich als Erstes die Frage, ob man eine bestehende Leuchte mit neuen Leuchtmitteln ausrüsten möchte (Bezeichnung Retrofit) oder ob man sich eine neue Leuchte mit integrierten LED-Modulen kaufen soll. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:

Retrofit-LED-Lampen eignen sich v.a. dann, wenn eine bestehende Leuchte gefällt und Lichtmenge bzw. Lichtabstrahlung gut sind. Retrofit-Lampen sind günstig, aber nur für Lichtmengen bis ca. 1000 Lumen (entspricht 100 Watt Glühlampe) erhältlich. Dimmbare Retrofit-Lampen sind teurer als nicht dimmbare. Zu empfehlen ist insbesondere der Ersatz von Halogenspots durch LED-Spots mit den gleichen Fassungen (GU10 für 230 Volt und GU 5.3 für 12 Volt mit Trafo). Ein 35 Watt Halogenspot wird durch ein LED-Spot mit ca. 4 Watt ersetzt; auf der Verpackung findet sich ein entsprechender Hinweis.

Wenn man sich für eine neue Leuchte entscheidet, ist das Angebot mittlerweile riesig. Fachgeschäfte, Möbelhäuser und Baucenter bieten LED-Leuchten in allen Formen und Preisen an. Achten Sie auf die Lichtqualität (Handrücken unters Licht halten) und Blendung: Die kleinen Lichtpunkte der LED-Leuchten können blenden, wenn sie nicht richtig abgeschirmt sind. Viele LED-Leuchten sind dimmbar mit integrierten Dimmern. Wichtig: Eine defekte LED-Leuchte muss in die Reparatur, die Lämpchen können nicht selber ersetzt werden!

Typologie der LED-Retrofit-Lampen

Die Ersatzlampen für bestehende Halogen- und Sparlampen können in 4 Kategorien eingeteilt werden. Viele Typen sind auch als dimmbare Varianten erhältlich.

Typologie der LED-Retrofit-LampenBild: LED-Retrofit-Lampen lassen sich in 4 Kategorien einteilen. Quelle: eLight GmbH

Ausnahmen: Wo LED nicht funktioniert

In zwei Fällen funktioniert der LED-Ersatz nicht zufriedenstellend: bei indirekt strahlenden Stehleuchten mit Hoch-Volt-Halogen-Brennern (Typ R7s, typisch 200 bis 500 Watt) und Leseleuchten oder Spots mit steckbaren Halogen-Lämpchen (Typen GY6.35, G4 und G9). Die angebotenen LED-Ersatz-Lampen sind zu gross oder haben eine zu schwache Leistung. Hier muss man sich bei einem Ersatz für eine neue Leuchte mit integrierten LEDs entscheiden, ein Retrofit ist wenig überzeugend oder je nach Leuchtentyp nicht möglich.

Wenn – wie in der EU für Herbst 2018 geplant – alle Halogenlampen verboten werden sollten, dann ist für die Lampentypen, für welche keine funktionierende LED-Variante besteht (wie die oben genannten Typen) eine Ausnahmeregelung vorgesehen; diese Halogenlampen bleiben weiterhin erhältlich.

Fazit

Die LED-Technik hat die Beleuchtungswelt grundlegend verändert. Der Wandel ist heute weitgehend vollzogen. Dank der damit verbundenen enormen Effizienzsteigerung können in der Schweiz mittelfristig rund 7,5% des gesamten Stromverbrauchs eingespart werden. Das entspricht dem Stromverbrauch des ganzen Kantons Zürich.

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