Bauen & Wohnen

Die richtige Nutzung von Haushaltsgeräten

Kühlschrank, Gefriertruhe, Herd und Geschirrspüler. Diese Haushaltsgeräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch gerade, weil sie entweder Wärme oder Kälte produzieren, verbrauchen Sie viel Energie. Circa ein Fünftel des Energiebedarfs in Ihrem Haushalt geht auf ihr Konto.

Evelyn RubliEvelyn Rubli

Wann immer Sie ein in die Jahre gekommenes Haushaltsgerät ersetzen, sollten Sie beim Kauf nicht nur auf Gerätepreis und Marke schauen, sondern auch die Energieeffizienz nicht aus den Augen verlieren. Bei Kühl- und Gefriergeräten, die mehr als 10 Jahre auf dem Rücken haben, zahlt sich die Mehrinvestition nach ein bis zwei Jahren durch die niedrigeren Energiekosten aus. Diverse Energieeffizienzlabel wie die Energieetikette, Portale wie topten.ch oder test.de und das Fachpersonal im Handel unterstützen Sie bei der Auswahl der sparsamsten Haushaltsgeräte. Grundsätzlich gilt: Kaufen Sie nur Geräte der Energieeffizienzklasse A, wenn es sich um Geschirrspüler, Elektroherde, Waschmaschinen und Wäschetrockner handelt. Bei Kühlschränken und Gefriertruhen reicht die Klasse A nicht mehr aus – hier gibt es mittlerweile noch sparsamere Geräte. Am energieeffizientesten fahren Sie mit der Klasse A+++. Diese verbrauchen weniger als halb so viel Strom wie ein Gerät der Effizienzklasse A (niedriger Verbrauch).

Gerätegrösse den Bedürfnissen anpassen

Ein Kühlschrank mit fünf grossen Fächern für einen Pärchen-Haushalt? Eine Gefriertruhe, die einem Gastronomie-Betrieb würdig wäre, für eine vierköpfige Familie? Bei Kühlgeräten lautet die Devise: je kleiner, desto besser. Denn jeder Liter mehr Volumen kostet Strom und somit Geld. Wenn Sie bereits eine Kühltruhe besitzen, brauchen Sie keinen Kühlschrank mit Gefrierfach und sparen so ca. ein Drittel Energie im Vergleich zu einem Kühlschrank mit Gefrierfach. Achten Sie beim Kauf also darauf, dass die Geräte nicht mehr Leistung erbringen und grösser sind als nötig.

Mit kühlem Kopf Energie sparen

Einige Tipps, wie Sie mit Ihrem Verhalten beim Gebrauch von Kühlgeräten Energie sparen können:

Kühl mag es kühl: Der beste Standort für Kühlgeräte ist – wie sollte es anders sein – an einem kühlen Ort. Eine Gefriertruhe ist im kühlen Keller sehr gut aufgehoben. Das heisst: Vermeiden Sie es, Kühl- und Gefrierschränke neben Wärmequellen zu platzieren oder direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen. Auch sollte die warme Luft auf der Rückseite gut entweichen können. Lassen Sie also einen kleinen Abstand zur Zimmerwand und reinigen Sie regelmässig die Lüftungsgitter.

Genau richtig: Übertreiben Sie es nicht mit dem Kühlen. 5°C im Kühlschrank und -18°C im Gefriergerät sind ausreichend.

Schnell, schnell: Je kürzer Sie die Kühlgeräte-Tür öffnen, desto besser. Ein übersichtlich eingeräumter Kühlschrank erleichtert Ihnen, die Lebensmittel zu finden und vermeidet, dass warme oder feuchte Luft eindringt.

Noch ganz dicht? Wo wir schon bei Türen sind: Wechseln Sie undichte Türisolierungen so schnell wie möglich aus.

Immer schön trocken bleiben: Feuchtigkeit im Kühlgerät ist Gift für dessen Energieeffizienz. Denn je mehr ein Gerät vereist, desto schlechter arbeitet es. Decken Sie deshalb Esswaren gut ab, frieren Sie nur verschlossene Lebensmittel ein und stellen Sie keinesfalls warme Lebensmittel ins Gerät. Sie müssen nicht nur erst abgekühlt werden, sondern geben gleichzeitig viel Feuchtigkeit ab.

Ferien für den Kühlschrank:
Wenn Sie sich eine Auszeit nehmen, dürfen Sie Ihrem Kühlschrank ruhig auch eine gönnen. Stellen Sie ihn auf die niedrigste Stufe oder ganz ab. Falls Sie letzteres tun, vergessen Sie nicht, die Tür offen stehen zu lassen. So kann die Restfeuchtigkeit entweichen und es bildet sich kein Schimmel.
 

Sauber abgewaschen

Geschirrspüler schonen nicht nur zarte Hände und sparen viel Zeit und Aufwand, sie sind gleichzeitig sehr energieeffizient. Die meisten Spülmaschinen sind auf zwölf Massgedecke ausgelegt und sparsame verbrauchen für die 144 Teile gerade einmal 6 bis 7 Liter Wasser und ca. 0.75 kWh. Um die gleiche Menge Geschirr von Hand abzuwaschen, benötigen Sie ungefähr 40 Liter und ein Vielfaches an elektrischer Energie.
 

Immer schön voll machen

So einfach lautet die magische Formel, um mit einem Geschirrspüler richtig viel Energie zu sparen. Nämlich bis zu 50 Prozent im Vergleich zur Handwäsche. Diese günstige Energiebilanz wird geschmälert, wenn wegen eingetrockneter Speisereste ein aufwändigeres Waschprogramm eingeschaltet werden muss. Spülen Sie stark verschmutzte Teller und Tassen am besten direkt nach Gebrauch kurz mit kaltem Wasser ab.

Meist reicht es, die Maschine bei 50°C laufen zu lassen. Von Zeit zu Zeit sollten Sie jedoch bei 65°C oder mehr einstellen, um die Bildung von Bakterien, die Gerüche verursachen können, zu verhindern.
Falls Sie Ihr Warmwasser mit einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage erwärmen, ist es sinnvoll, den Geschirrspüler direkt an die Warmwasserleitung anzuschliessen.

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Kommentare

  • bernhard riemer

    20.08.2014 11:32:56

    Stromverschwendung Warmwasseraufbereitung oft nicht beachted:
    Wenn am Waschbecken der Wassermischer nicht vollkommen auf kalt gestellt ist. Dann wird ohnen es zu wissen oder zu brauchen jeh nach Stellung warmwasser verbraucht. Das bei kurzem aufrehen (z.B. kurz mal Haende waschen) dann in der Leitung erkalted. Da die Warmwasseraufbereitung meist im Keller ist. Befinden sich im Rohr vom Keller bis zum Wasserhahn mehrere Liter Wasser.

  • Stefan Bräuer

    28.12.2016 21:59:33

    Im Fazit von http://www.energieverbraucher.de/de/site__1324/
    Wer aber ein etwas erweitertes Bewusstsein über Verbräuche besitzt, wird keine Maschine so effizient betreiben können wie das Spülen von Hand.

    Vor allem ist zu beachten, dass
    1. Selten genau die Anzahl Massgedecke zu spülen sind
    2. Die Verschmutzung der Normverschmutzung entspricht
    3. Das passende Programm verwendet wird
    4. Der Geschirrspüler wirklich gefüllt wird

    Erklärungen:
    1. und 4.: Es sind mehr Schüsseln und Töpfe und andere unförmigen Teile vorhanden bzw. sind die Geschirrkörbe nie ganz passend für das vorhandene Geschirr.
    2. Dies ist wahrscheinlich der wirklich kritische Punkt. Für die Messung der Reinigungswirkung wird sicher auf die Normverschmutzung zurückgegriffen. Doch in Wirklichkeit sind viele Teller (z.B. vom Frühstück) nur minimal verschmutzt. Trotzdem wird
    3. wahrscheinlich ein „stärkeres“ Programm benützt, sei es, weil wirklich ein Teil schmutziger ist, sei es, weil der Benutzer das Risiko nicht eingehen will, dass evtl. etwas nicht sauber wird.

    Und da sowieso immer noch gewisse Teile von Hand abgewaschen werden (müssen), wird dies unter laufendem Wasser gemacht, statt halt den ganzen Abwasch optimal im Wasserbecken zu machen.


    Die undifferenzierte Übernahme der Aussage der Haushaltsgerätehersteller ist also etwas gar leichtsinnig.
    Genau diejenigen Benutzer, die den Handabwasch von Hand ineffizient (unökologisch) machen, werden wahrscheinlich auch den Geschirrspüler schlecht füllen und das falsche Programm mit zu viel Spülmittel verwenden.