Alarmanlagen sind ständig auf der Lauer. Relevant für den Gesamtstromverbrauch ist deshalb weniger die eigentliche Alarmierung als vielmehr der Überwachungsmodus. Deshalb sollten möglichst viele Komponenten im Sleep-Mode betrieben werden.

Seine Alarmanlage würde 46 Watt schlucken, meint ein Anwender im Blog des „Alarmforums“, was zu Stromkosten von jährlich 100 Euro führen würde. Soll die Anlage stromlos gemacht werden, um Energie zu sparen? „Dann verrate mir mal,“ antwortet Hugo500, „wer die Anlage vor einem Einbruchversuch wieder in Betrieb setzt – der Einbrecher?“ Der kurze Wortwechsel illustriert ein Grundproblem von Alarmanlagen. Denn Sensoren und – im Falle eines Ereignisses – Sirenen, Flutscheinwerfer und elektronische Meldeeinrichtungen sollten dauernd in Funktion oder einsatzbereit sein. Und dauernd heisst: 8760 Stunden pro Jahr, was jedes einzelne Watt der Anschlussleistung in fast neun Kilowattstunden auf dem Stromzähler verwandelt.

Geringe Leistungen

Deshalb sollte die Betriebszeit der Geräte auf eine minimale Dauer reduziert werden. Dies gilt insbesondere bei Beleuchtungen – gesteuertes statt permanentes Licht. Ein sehr guter, typischer Bewegungsmelder verbraucht 0,4 Watt, günstige Geräte sind schon mit Leistungen von 0,1 Watt zu haben. Diese eignen sich besonders gut für eine Versorgung über Batterien. Beide Typen arbeiten mit Infrarot-Strahlen. Trotzdem: Bei der Installation von zehn Meldern an Fenstern und im Garten ergibt sich ein Jahresverbrauch von rund 35 kWh. Doch den Löwenanteil des Stromes verbraucht die Zentrale, die aufgrund des Sensor-Signals den Alarm auslöst oder diesen weiterleitet. In Alarmanlagen von privaten Haushalten verbrauchen Zentralgeräte zwischen einigen wenigen Watt und hundert Watt. Läuft die Meldung über einen PC sind es etwa 50 Watt. Noch eine letzte Zahl: Eine nach Herstellerangaben stromsparende kleine Alarmanlage benötigt 23 Watt – 200 kWh pro Jahr.

Business-Anlagen mit grossen Einsparpotenzialen

Noch deutlicher höher ist der Stromverbrauch von Anlagen in grösseren Betrieben. Zusätzlich gehen Meldungen in der Regel über eine Standleitung direkt zur Polizei. Um Sabotagen durch Unterbruch der Standleitung auszuschliessen, sendet die Alarmzentrale ununterbrochen Signale an die Polizei. Kommt das Signal dort nicht an, entspricht dies einem Alarm. Diese Überwachung der Leitung ist relativ verbrauchsintensiv. Nicht nur im Business-Bereich kommen häufig Kameras zum Einsatz. In einer energieeffizienten Anlage sind die stillen Beobachter aber erst aufgrund einer Bewegung in Betrieb. Durch diese Kombination mit einem Bewegungsmelder sind die Kameras und der dazugehörige Recorder relativ sparsam. Dokumentiert werden die Ereignisse auf einem internetfähigen Langzeitrecorder, der darüber hinaus eine Scharfstellung der Kameras über das Web ermöglicht. Damit lässt sich aus Distanz ein Blick in den Garten werfen. Bei vier Kameras plus Recorder ergibt sich eine Systemleistung von typischerweise 70 Watt.

Ein oder Aus oder Sleep-Mode?

Für die Energieeffizienz einer beispielhaften Überwachungsanlage ist nicht so sehr die Bestückung mit Kameras und Recorder als vielmehr deren Betriebsweise ausschlaggebend. Je mehr Komponenten im Sleep-Mode verharren, desto sparsamer ist die Einrichtung. Beim erwähnten Video-Beispiel differiert der Stromverbrauch etwa um den Faktor 10! Statt 70 Watt sind es noch 7 Watt.

Batterien noch teurer

Viele Sensoren werden über Batterien versorgt. Doch Strom in dieser elegant gespeicherten Form ist noch deutlich teurer als die Kilowattstunden ab 230-Volt-Netz. Weil die Komponenten weniger Strom brauchen und die Batterien eine grössere Kapazität haben, kommt es nur alle zwei bis fünf Jahre zum Batteriewechsel. Noch effizienter ist die Energy-Harvest-Technik, bei der die notwendige Energie für den Sensor aus der Umgebung gewonnen wird, beispielsweise aufgrund von Temperaturunterschieden. Die Technik ist mittlerweile bewährt, der damit erzeugte Strom ist aber deutlich teurer als Batterie-Strom.

Fazit: Alarmanlagen bringen zusätzliche Sicherheit,  brauchen aber erhebliche Mengen Strom. Umso wichtiger ist die Wahl von energieeffizienten Systemen, die nur während einer Gefahr aktiv werden. In der übrigen Zeit verharren sie im „Sleep-Mode“. Je nach Grösse der Anlage lassen sich in einem privaten Haushalt bis zu 150 Fr. Stromkosten sparen.

Tag des Einbruchschutzes

Seit 2015 findet jeweils am ersten Montag nach dem Wechsel von der Sommer- zur Winterzeit der „Nationale Tag des Einbruchschutzes“ statt. Zweck ist unter anderem, Interessierte über Möglichkeiten zur Minderung von Einbruchrisiken zu informieren. Weitere Infos zu dieser Präventionskampagne bietet die Website www.gemeinsam-gegen-einbruch.ch.

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