Die fossile Heizung hat ausgedient – zumindest im Neubau sind Öl- und Gasheizungen selten geworden. Dadurch gewinnen Wärmepumpen Marktanteile. Ein Zahlenvergleich über 14 Jahre.

Im Jahre 2000 wurden in fast 70 Prozent der neuen Einfamilienhäuser fossile Heizungen eingebaut, 2013 waren es noch gut 7 Prozent. Der Vergleich zeigt, wie stark sich die Marktanteile bei Heizungen verschoben haben. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung, die Wüest & Partner im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführt hat. Die wachsenden Anteile der Wärmepumpe als beliebte Wärmeerzeugung manifestiert sich auch im Erneuerungsmarkt, wenn auch in abgeschwächter Form. Bei Umbauten und Ersatz der Wärmeerzeugung sank der Anteil der fossilen Heizungen in EFH von ursprünglich ebenfalls 70 auf 47 Prozent. In der Statistik enthalten sind sowohl die im Rahmen eines Umbaus installierten Heizungen als auch der im üblichen Zyklus fällige Ersatz der Wärmeerzeugung. Dass Umbauten häufig mit einem Wechsel des Energieträgers verbunden sind, erscheint plausibel. Beim Ersatz der Heizung dagegen ist nach Einschätzung von Fabio Guerra, der die jährliche Erhebung leitet, eine Neuinstallation mit demselben Energieträger ein häufiger Fall.

Ersatz häufiger als Umbau

Bei älteren Einfamilienhäusern entfallen vier Fünftel der neu installierten Wärmeerzeuger auf einen „reinen“ Ersatz. Lediglich 20 Prozent der Installationen stehen mit einem Umbau in Verbindung. Mehr als die Hälfte dieser Ersatzaggregate, nämlich 54 Prozent, sind fossil befeuerte Heizkessel. Dagegen nutzen bei den Wärmeerzeugern, die im Zuge eines Umbaus installiert werden, vier Mal mehr erneuerbare Energien als fossile. Erwartungsgemäss haben erneuerbare Energien beim Umbau von Mehrfamilienhäuser eine geringere Bedeutung. Von 100 installierten Aggregaten nutzen lediglich 60 erneuerbare Energien, 40 Wärmeerzeuger dagegen sind fossil alimentiert.        

Der Anteil von Ölheizungen bei Neubauten tendiert gegen null.

„Tendenz gegen null“

Gemäss Guerra tendiert der Anteil der Ölheizungen im Neubau „gegen null“. Ein wesentlicher Grund sei die schwindende Bedeutung der Energieträger, weil aufgrund guter Wärmedämmung viel weniger Heizenergie notwendig sei, meint Guerra. Sanierungen von Häusern hätten diesbezüglich andere Bedingungen. Eine Öl- oder Gasheizung werde von vielen Hausbesitzern als einfachere und dadurch kostengünstigere Lösung bewertet. Ähnlich zeigt sich die Entwicklung bei neuen Mehrfamilienhäusern, aber deutlich weniger akzentuiert bei der Sanierung dieser Gebäudekategorie. Bei einem Vergleich zwischen urbanen und ländlichen Standorten hinkt die Entwicklung zur fossilfreien Wärmeversorgung in der Stadt jener auf dem Land hintennach, was auf den Neubauanteil zurückzuführen ist.      

Büro-, Gewerbe- und Industriebauten

Bei Neubauten, die nicht dem Wohnen dienen, liegt der Anteil fossiler Wärmeerzeuger bei einem Sechstel. Über 80 Prozent nutzen also erneuerbare Energien. Bei Umbauten von Büro-, Gewerbe- und Industriebauten und bei Ersatz der Heizung in Gebäuden dieser Kategorie teilen sich erneuerbare und fossile Energieträger im Verhältnis 40 zu 60. Der Trend läuft aber auch hier zugunsten erneuerbarer Energien.            

Fazit

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Und sie lassen darüber hinaus einen energie- und umweltpolitisch relevanten Schluss zu: Der Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien ist von der Eingriffstiefe des Bauvorhaben abhängig. Bei (Ersatz-) Neubauten sind regenerierbare Energien fast garantiert, bei Umbauten weisen diese einen hohen Anteil auf und bei einem reinen Ersatz des Wärmerzeugers überwiegen nach wie vor fossile Energien.     

Studie von Wüest & Partner im Auftrag des Bundesamts für Energie: Heizsysteme: Entwicklung der Marktanteile 2000-2013


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