Mit dem Glühlampenverbot stellt sich die Frage: Gibt es gute Ersatzlampen? Der Kassensturz hat LED-Lampen getestet. Die Qualitätsunterschiede sind enorm.

Stefan Gasser ist Beleuchtungsexperte bei der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.). Im Auftrag des „Kassensturz“ hat Experte Gasser einen Test des Bundesamtes für Metrologie von vierzehn LED-Lampen begleitet und ausgewertet. Geprüft wurden Energieeffizienz, Farbwiedergabe, Lichtverteilung und die Qualität der Produktedeklaration.

In der Schweiz und in der EU gilt bald ein umfassendes Verbot für herkömmliche Glühbirnen. Der Test sollte zeigen, ob LED-Lampen als vollwertiger Ersatz taugen. Die gute Nachricht: „Die besten LED-Lampen erreichen punkto Lichtqualität annähernd die Glühlampe und übertreffen punkto Effizienz die Sparlampe“, erklärt der S.A.F.E.-Experte. Die schlechte Nachricht lautet: Die drei LED-Lampen mit den tiefsten Noten bewegen sich in der gleichen Preisklasse wie die drei Besten. Als Glüh- oder Sparlampenersatz sind sie aber unbrauchbar. Und das bei einem Preis zwischen 50 und 70 Franken. Besonders ärgerlich ist, dass bei der Hälfte aller getesteten LED-Lampen auf der Verpackung mehr Licht versprochen wird, als die Lampe tatsächlich hergibt.

Erst seit kurzem sind LED-Lampen mit einer Leistung von 12 Watt auf dem Markt. Sie sollen die herkömmlichen 60-Watt-Glühbirnen ersetzen. Im Kassensturz-Test wurden drei Produkte gemessen. Zwei davon haben mit der Note „Gut“ abgeschnitten: Philips Master LED bulb 806 und Osram Parathom Classic A810. Diese LED-Lampen brauchen den Vergleich mit einer 60-Watt-Glühbirne überhaupt nicht zu scheuen. Sie sind in Sachen Farbtemperatur und Farbwiedergabe ebenso top und bei der Effizienz um Längen besser.

„In dieser Beziehung müssen wir ein bisschen umdenken“, sagt Stefan Gasser. Der Vergleich „12-Watt-LED = 60-Watt- Glühlampe“ oder „21-Watt-Sparlampe = 100-Watt-Glühlampe“ sei in vielen Fällen nicht mehr tauglich. Mit der grossen Erweiterung des Lampenangebotes wird die Vergleichbarkeit für Konsumenten immer schwieriger. Gasser empfiehlt den Konsumenten deshalb, Lampen nicht mehr nach der Wattzahl, sondern nach der effektiven Lichtmenge in Lumen zu kaufen. Konkret: Das Wohnzimmer eines typischen Schweizer Haushalts ist heute mit gut 9000 Lumen massiv überbelichtet. Gemäss S.A.F.E.-Experte Gasser reichen 4000 Lumen vollauf. Aufgrund dieses Richtwerts kann die Auswahl von Lampen und Leuchten erfolgen.

Ein Umdenken ist wohl auch bei den Beleuchtungskosten angezeigt. Entscheidend ist hier nicht der Preis von Lampen oder Leuchten beim Kauf. Es müssen neben dem Kaufpreis auch die Ersatz- und Stromkosten eingerechnet werden. Rechnet man dies alles zusammen, so zeigt sich, dass eine LED-Lampe (12 Watt) ihren hohen Kaufpreis von 55 Franken gegenüber einer vergleichbaren Glühlampe (60 Watt) nach etwa acht Jahren durch Stromeinsparung kompensiert hat. Über die gesamte Betriebszeit der LED-Lampe von etwa 20 Jahren ergibt das eine Einsparung von rund 100 Franken.
 

Alternativen zur Glühlampe


Eco-Halogen-Glühlampe

Die weiterentwickelte Glühlampe, die weiterhin erlaubt ist. Sie funktioniert physikalisch fast identisch, hat alle Vorteile der Glühlampe (z.B. sehr gute Farbwiedergabe), aber auch fast alle Nachteile (z.B. grosse Hitzeabgabe). Für jede herkömmliche Glühlampe gibt es eine direkte Eco-Halogenglühlampe. Sie ist 20 bis 30% effizienter und kostet etwa 3.50 Franken. Beispiel: Eine normale 60-Watt-Glühlampe kann durch eine Eco-Halogen-Glühlampe mit 42-Watt ersetzt werden.

Stromsparlampe
Die wirtschaftlichste Alternative. Qualitativ gute Sparlampen kosten je nach Leistung und Hersteller 10 bis 40 Franken. Pro Lampe ergeben sich Einsparungen von 10 bis 20 Franken pro Jahr. Sparlampen halten 5 bis 10-mal länger als Glühlampen. Ein weiterer Vorteil gegenüber herkömmlichen Glühlampen oder Eco-Halogenglühlampen: Sparlampen werden nicht heiss. Die hauptsächlichen Nachteile: Langsame Aufstartzeit (bis zu 2 Minuten für volle Lichtstärke), Quecksilbergehalt (Rückgabe von defekten Lampen an Verkaufsstellen zur Entsorgung als Sondermüll) und wenig geeignet für Akzentlicht.

LED-Lampe
Die LED (Licht emittierende Diode) ist das Licht der Zukunft. Die LED-Technik ist über 50 Jahre alt. Bekannt sind zum Beispiel die roten Digitalanzeigen von Uhren oder grün-gelb-rot bei Verkehrsampeln. Weisses LED-Licht kann erst seit wenigen Jahren erzeugt werden. Die Vorteile: Hohe Effizienz, geringe Wärmeabgabe, lange Lebensdauer, kein Quecksilber, Sofortstart, geringer Elektrosmog (vergleichbar mit Glühlampen), geeignet für Akzentlicht. Nachteile: Hoher Anschaffungspreis, noch nicht alle Glühlampenleistungen erhältlich und grosse Qualitätsunterschiede.

Die besten LED- und Sparlampen: www.topten.ch

Lampenvergleich – Anschaffungs- und Betriebskosten über 20 Jahre

 

Alle Lampen geben gleich viel Licht mit vergleichbarer Lichtqualität. Angenommener Strompreis: 20 Rp./kWh; Lebensdauer pro Lampe: LED/Sparlampe (15‘000 Std.), Glühlampe (1000 Std.), Eco-Halogen (2000 Std.); Brenndauer pro Jahr: 750 Std.

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