Die Energiestrategie 2050 sieht vor, den Stromverbrauch pro Kopf (gegenüber 2000) bis ins Jahr 2020 um 3% und bis ins Jahr 2035 um 13% zu senken. Im Haushalt versteckt sich ein beachtliches Energiesparpotenzial. Strom sparen gelingt hier sogar im Schlaf.

Ist es nötig, dass die Stereoanlage im Standby-Betrieb läuft und permanent Strom bezieht ohne überhaupt Musik abzuspielen? Gibt es einen Grund, die Set-Top-Box in der Nacht eingeschaltet zu lassen, wenn nicht nur die Familie, sondern auch der Fernseher schläft? Muss der Internet-Router weiterlaufen, während die Hausbewohner für zwei Wochen in die Ferien verreist sind? – Nein, diese Art von Stromverbrauch ist völlig unnötig. Wo es sich energetisch lohnt, kleine Anpassungen im täglichen Verhalten vorzunehmen, erfahren Sie im folgenden Film:

Stromspar-Tipps für den Haushalt

1. Beleuchtung auf LED wechseln

Der Verkauf von klassischen Glühbirnen ist in der Schweiz bereits seit 2012 verboten. Dies nicht ohne Grund, wandelt die Glühbirne doch gerade nur 5% des Stroms in Licht und den Rest (ganze 95%) in Abwärme um. Es bleiben im Moment also noch die LED, die Halogen- sowie die Spar-Lampe zur Auswahl. Von den drei Leuchtmitteln ist die LED-Leuchte eindeutig die beste Wahl. Sie ist qualitativ besser als die Spar-Lampe, welche sich in der gleichen Preiskategorie befindet und ist im Vergleich zur Halogen-Leuchte viel energieeffizienter. Dank ihrer Langlebigkeit ist sie auf lange Sicht sogar finanziell vorteilhafter als die Halogen-Leuchte. (Lesen Sie dazu auch den Bericht «Die LED-Transformation ist vollzogen»).

2. Energieetikette beachten

Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner - fast alle Geräte sind heute mit einer Energieetikette ausgestattet. Sie gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient ein Produkt ist, wobei die oberste Klasse immer die sparsamste ist. Es lohnt sich, die Geräte vor dem Kauf auf ihre Energieeffizienz zu überprüfen, denn auch wenn zwei Geräte ähnlich erscheinen; die Unterschiede im Energieverbrauch können über die Jahre hinweg enorm sein.

3. Geräte ganz ausschalten

Der Standby-Verbrauch macht in einem typischen Haushalt bis zu 10% Prozent des Stromverbrauchs aus. Dabei gibt es sogar Geräte, die mehr Strom im Bereitschaftszustand verbrauchen als während ihrer Betriebszeit! Dazu gehören zum Beispiel Set-Top-Boxen, Multifunktionsdrucker mit Fax, ältere HiFi-Anlagen, Router und Modems, eine Kaffeemaschine mit schlechter Energiebilanz oder ein Computer, der permanent eingeschaltet bleibt. Wenn immer möglich sollen Geräte deshalb ganz abgestellt werden. Sind alle Geräte an die gleiche Steckerleiste angeschlossen, lassen sie sich mit nur einem Knopfdruck von der Steckdose trennen.
 

Im Weiteren lohnt es sich, ältere Geräte ab etwa zehn Jahren zu ersetzen. Gerade eine alte Secondhand-Kühltruhe im Keller, die immer noch in Gebrauch ist, kann sich als wahre Energieschleuder herausstellen. Vergleicht man ein Tiefkühlgerät der Klasse A+ mit einem Modell der Klasse A+++, dann braucht letztere halb so viel Strom.

Weitere einfache Stromspar-Massnahmen:

- Wasser im Wasserkocher kochen spart rund 50% Strom.
- Deckel auf die Pfanne spart 30% Kochenergie.
- Geschirrspüler immer ganz füllen.
- Keine noch warmen Töpfe in den Kühlschrank stellen.
- Wäsche an der Sonne statt im Tumbler trocknen braucht gar keinen Strom.
- Backofen nicht vorheizen spart rund 20% Energie.

Lesen Sie auch den Vorgängerbeitrag «Die drei Säulen der Energiestrategie 2050». Er geht auf die grundsätzlichen Ziele und Massnahmen der Energiestrategie 2050 ein.

In den insgesamt fünf Folgebeiträgen zur Energiestrategie 2050 geben wir wertvolle Tipps, wie im Alltag auf einfache und kluge Art Energie gespart werden kann. Der dritte Beitrag, der nächsten Monat erscheint, behandelt das Thema Mobilität.

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