Ob zum Duschen, Wäschewaschen oder für die WC-Spülung: 162 Liter Trinkwasser braucht der Durchschnittsschweizer pro Tag. Eigentlich viel zu viel, sagen Experten. Denn nur etwa zwei bis fünf Liter trinken wir und benutzen es zum Kochen. Für alles andere ist im Prinzip kein Trinkwasser nötig.

Je grösser die Umweltverschmutzung, desto aufwändiger und somit teurer die Trinkwasseraufbereitung. Es liegt deshalb nahe, nach Alternativen zu suchen. Eine Lösung, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreut, ist das Recycling von gebrauchtem Trinkwasser.

Sauber, sauber: die Brauchwasseraufbereitung

Brauchwasseraufbereitungsanlagen sammeln das Abwasser aus Dusche, Waschmaschine, Geschirrspüler und anderen Quellen und reinigen es so weit, dass es noch einmal verwendet werden kann. Wichtig ist dabei, dass das Brauchwasser nicht mit sauberem Trinkwasser in Berührung kommt. In der Regel verwendet man das wiederaufbereitete Wasser deshalb nur für die WC-Spülung. Doch bereits darin liegt ein enormes Sparpotenzial, denn fast 50 Liter schluckt die Toilette durchschnittlich pro Kopf und Tag. Auch Wäsche waschen ist mit gereinigtem Brauchwasser möglich.

Lohnt sich die Brauchwasseraufbereitung finanziell?

Die Installation einer einer Regenwasseraufbereitungsanlage ist vor allem in bereits bestehenden Gebäuden nicht ganz billig, weil zwei separate Leitungssysteme eingebaut werden müssen. Langfristig lohnt sich die Investition trotzdem. Der Trinkwasserverbrauch lässt sich mit einer Brauchwasseraufbereitungsanlage um bis zu 90% reduzieren. Zudem fällt ein grosser Teil der Abwasserkosten weg.


Wärme doppelt nutzen

Eine weitere Möglichkeit, Wasserkosten zu sparen, ist der Einbau einer Brauchwasser-Wärmepumpe, manchmal auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt. Wie der Name schon vermuten lässt, ist sie eine energiesparende Alternative zum traditionellen Elektro-Boiler, der oftmals die Stromrechnung massiv in die Höhe treibt.

Brauchwasser-Wärmepumpen bieten sich insbesondere für Gebäude an, in denen viel Abwärme entsteht. Zum Beispiel in Bürogebäuden mit grossen Serverräumen, die sonst aufwändig gekühlt werden müssen. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe nimmt die Abwärme aus der Luft auf und erhitzt damit das Brauchwasser auf besonders effiziente Weise. Ausserdem hilft sie beim Entfeuchten der Luft –ein oftmals willkommener Nebeneffekt.

Ist bereits eine Heizungswärmepumpe installiert, stellt sich die Frage, ob die zusätzliche Anschaffung einer Brauchwasser-Wärmepumpe überhaupt nötig ist. Grundsätzlich lässt sich eine Heizungswärmepumpe auch zum Erwärmen von Wasser auf bis zu 50°C nutzen. Dies genügt in der Regel zum Duschen oder Händewaschen. Brauchwasser-Wärmepumpen schaffen bis zu 60°C bei einer Vorlauftemperatur von 65°C. Dies hat vor allem hygienische Vorteile, zum Beispiel, wenn die Vermehrung von Legionellen (Bakterien) verhindert werden soll. So oder so empfiehlt es sich, vor dem Einbau einer Wärmepumpe eine Fachperson zu Rate zu ziehen. Ein Profi kann Ihnen genau sagen, welche Lösung sich für die Bedürfnisse Ihres Unternehmens am besten eignet.

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