Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas; das ist der einzige natürliche Rohstoff, über den unser Land im Überfluss verfügt – und er regeneriert sich zudem ständig. Während 1981 pro Kopf der Schweizer Bevölkerung noch 500 Liter Wasser pro Tag verbraucht wurden, sank diese Zahl bis 2014 auf 300 Liter. Nimmt man lediglich den privaten Verbrauch in Haushalten, sind es rund 145 Liter pro Person und Tag. Problemlos fördert die Schweiz jährlich 917 Milliarden Liter Wasser, was einem Wasserwürfel mit einer Kantenlänge von einem Kilometer oder knapp dem Inhalt des Bielersees entspricht. Und schliesslich kosten 1000 l Trinkwasser im Schnitt lediglich zwei Franken, eine Badewannenfüllung also 20 Rappen.

 

Wasser sparen lohnt sich!

Der respektvolle und effiziente Umgang mit unserem Wasser schont nicht nur die Ressource selbst, sondern hat immer auch einen direkten und positiven Effekt auf die weitere Umwelt und auf die Energie-Kosten in unserem Haushalt.

Der Mensch selbst besteht zu 60 Prozent aus Wasser, ohne Trinkwasser können wir nur wenige Tage überleben. Deshalb ist Wasser Leben, und mit unserem Leben sollten wir so sorgsam umgehen wie mit unserem Wasser.

Im folgenden wollen wir Ihnen die Aspekte aufzeigen die im Umgang mit Wasser beachtet werden können. Bei uns zu Hause können sich durch kleine Anpassungen bereits grosses Sparpotentiale entwickeln. Diese Anpassungen können im Haushalt, ausserhalb des Hauses, oder sogar am Arbeitsplatz erfolgen. Sie umfassen technische Aspekte, wie Spararmaturen, aber auch Verhaltensweisen und Gewohnheiten im Umgang mit dem täglichen Wasser.

Klicken Sie sich unten durch die grünen Balken! Wir hoffen unsere Experten-Tipps können Ihnen einige Fragen beantworten. 

Wieso sollte man Wasser sparen, und wenn ja, wie?

Der Umwelt zu liebe! Und weil es kosten spart!

Die Antwort liegt auf der Hand: Aus ökologischen Gründen und nicht zuletzt deswegen, weil im Wasser auch Energie drin steckt, die beispielsweise zum Transport, zur Entsorgung von gebrauchtem Wasser und der Erwärmung aufgewendet werden muss. Und wo Energie ist, gibt es bekanntlich auch einen CO2-Ausstoss.

Werden aber auch noch die Energie-Kosten mit einbezogen die durch den geringeren Wasserverbrauch natürlich sinken, entsteht so eine Win-Win-Situation.

Durch Wassereinsparung im Haushalt kann also nicht nur der Umwelt geholfen werden, sondern es kann sogar Geld gespart werden!

Wie man im Haushalt Wasser sparen kann

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In Schweizer Haushalten wird über die Hälfte des Wassers durch die Toiletten und durch das Duschen/Baden verbraucht. In diesen Bereichen wurden in den letzten Jahren hohe Einsparungen erzielt. So werden heute schon fast standardmässig Zwei-Stufen-Spülungen in Toiletten eingebaut und Spardüsen in Duschen installiert. Aber auch die Haushaltgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen werden immer effizienter im Umgang mit Wasser und Strom. In den Schweizer Haushalten wurde von 1997 bis 2014 eine Wassereinsparung von 12% beobachtet. Die Gründe dafür sind vielschichtig und beherbergen gesamtgesellschaftliche, individuelle und technische Aspekte.

Jede Wasserquelle bietet sein eigenes Sparpotential!

Im eigenen Haushalt gibt es eine Vielzahl sinnvoller Massnahmen, die einfach umzusetzen sind: Beispielsweise der Einbau von Sparbrausen im Duschkopf, Strahlreglern im Wasserhahn und in sämtlichen Armaturen, aus denen Wasser kommt – all diese Massnahmen ergeben bereits eine Einsparung von bis zu 50 Prozent.

Da 30 Prozent des Wassers in einem Haushalt für die Toilettenspülung verbraucht werden, ist die Regulierung auf maximal 9 Liter pro Spülgang und die Installation eines unterschiedlichen Spülgangs für das grosse und das kleine Geschäft sinnvoll.

  • 30 Prozent des Wassers im Haushalt werden die Toilette runter gespült

Indem man Waschmaschine und Geschirrspüler nur dann verwendet, wenn die Geräte auch wirklich voll sind, spart man ebenfalls. Wasser und Strom! Und wenn man sich daran gewöhnt, beim Zähneputzen oder Händewaschen das Wasser abzustellen, während man es nicht braucht, spart man zusätzlich, ohne das die eigene Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird. Und schliesslich ist es sinnvoll, den heutzutage üblichen Mischregler für Warm- und Kaltwasser vor dem Öffnen immer ganz nach rechts zu stellen, wenn man kein warmes Wasser braucht.

Im Umgang mit warmem Wasser ist weiter zu beachten, dass dieses stets mit grossem Energieeinsatz verbunden ist. Bis zu 12% des Gesamt-Energieaufwandes ist auf die Erwärmung des Wassers zurückzuführen. Mit einem effizienten Einsatz dieser Ressource unterstützt man somit nicht nur die Umwelt, sondern mindert auf nachhaltige Weise auch kosten.

 

Sehen Sie auch weitere Beiträge zum Wasser sparen: 

- Bauen und renovieren mit Köpfchen: die wichtigsten Wasserspartipps

- Wassersparen mit den richtigen Armaturen

- Trinkwasser-Recycling und Regenwassernutzung!

 

 

Wo man überall Wasser sparen kann

Jede regulierbare Wasserquelle, die unbenützt sprudelt, ist im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig.

Neben möglichen Sparmassnahmen im Haushalt gibt es natürlich auch noch den Aussenbereich. Besitzer eines Swimmingpools oder eines Gartens mit Sprinkleranlage sind hier gefordert. Moderne Umwälzpumpen oder die Verwendung von Regenwasser zum bewässern des Rasens oder der Pflanzen sind nur zwei Möglichkeiten, den Wasserverbrauch zu senken. Gleiches gilt auch für die Autowäsche, insofern man sie selbst vornimmt. Das Hinauszögern der Intervalle und der sparsame Umgang mit Wasser sind mögliche Sparmassnahmen.

Private Haushalte und Kleinbetriebe sind in der Schweiz für über die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs verantwortlich. Entsprechend kann der einzelne Mitarbeitende am Arbeitsplatz ebenfalls den Einbau von Sparvorrichtungen an Wasserquellen anregen und durch verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zum Sparen beitragen.

Hat Wasser sparen auch Nachteile?

Wie Wasser eingesetzt wird entspringt sehr individuellen Bedürfnissen!

Klar, dass sich die Frage stellt, inwieweit man sich durch das Wasser sparen in seiner Lebensqualität eingeschränkt empfindet. So verbraucht man bei einer kurzen Dusche für die Körperhygiene im Schnitt nur die Hälfte der Wassermenge, die es für die Befüllung einer Badewanne braucht. Das Badewannenwasser kann auch von mehr als einer Person verwendet werden. Mit modernen Waschmitteln können in der Waschmaschine auch Temperaturen von 20 oder 30 Grad verwendet werden, statt 60 oder 90 Grad.

Es ist nun die individuelle Entscheidung jedes Einzelnen, ob er solche Sparmassnahmen mit seiner Vorstellung von Lebensqualität vereinbaren kann oder nicht. Auch die Mehrfachverwendung von Wasser im Spülbecken oder Lavabo bringt zwar Einsparungen, findet aber auch nicht bei jedem gleichen Anklang.

Zudem ist es beispielsweise bei der Toilettenspülung so, dass die Kanalisation eine gewisse Menge Wasser braucht, um richtig zu funktionieren. Eine Reduktion des Spülvorgangs auf das absolute Minimum ist also nicht unbedingt nur von Vorteil. Es zeigt sich jedoch, dass trotz der Abnahme des schweizweiten Gesamt-Wasserverbrauchs um 40% seit 1980 (Quelle:Studie SVGA, 2015 ) die Wasserqualität aus unseren Hahnen noch immer hervorragend ist. Und auch heute gibt es noch Potential nach oben ohne befürchten zu müssen, dass die Qualität darunter leidet.

Wasserverbrauch in der Schweiz seit 1980

Der Wasserverbrauch in der Schweiz hat seit den 1980er-Jahren stetig abgenommen. Die Haushalte und das Kleingewerbe haben dazu einen grossen Teil beigetragen.

Aus der Grafik links wird ersichtlich, dass die Haushalte und das Kleingewerbe für beinahe 2/3 des Wasserverbrauchs in der Schweiz verantwortlich sind. Und für den Grossteil dieser 2/3 die Haushalte.
Seit den Höchstständen in den 1980er-Jahren ist die Wasserabgabe stetig gesunken. Starke Einsparungen wurden in Gewerbe und Industrie, aber auch in der Verwendung für öffentliche Zwecke & Brunnen gemacht. Beim Gewerbe und der Industrie kann man die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz nachzeichnen. So kann der wirtschaftliche Trend weg vom, wasserintensiveren sekundären Sektor (Industrie), hin zum weniger wasserintensiven dritten Sektor (Dienstleistungen) beobachtet werden. Wasserintensive Industrien erzielten zudem, wie bspw. die Schweizer Haushalte auch, grosse Fortschritte in der Effizienz der Ressourcennutzung und benötigen heute weit weniger Wasser für denselben Output als noch vor drei Jahrzehnten.

Wo die Gründe für diese Entwicklung liegen, erklärt Ihnen die nächste Rubrik.

 

 

 

Gründe für die Effizienzsteigerung im Umgang mit Wasser

Unten finden Sie die wichtigsten Gründe für den Rückgang des Wasserverbrauchs in Schweizer Haushalten gemäss einer Studie des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches aufgelistet (SVGW 2015).

 

  • Umweltbewusstsein: Das Bewusstsein für Wasser als begrenzte Ressource hat stark zugenommen. Immer mehr Menschen achten auf  einen effizienten Ressourceneinsatz und vermindern so bewusst auch den Wasserverbrauch. Dies wird auch im vermehrten Einbau von Wasserspartechnologien aus. So finden Sie heute in Neubauten oder renovierten Gebäuden fast standardmässig Toiletten mit Zwei-Stufen-Spülung und Energiespararmaturen an den Wasserhähnen.

  • Wasserspartechnik: Energieeffizientere Haushaltsgeräte und Armaturen sind ein Hauptgrund für die Abnahme seit 1997. Moderne WC-Spülungen, Waschautomaten, Spardüsen und Durchflussbegrenzer in Küche und Bad gelten als entscheidend für diesen Rückgang.

  • Siedlungsstruktur: In der Schweiz leben immer mehr Menschen und immer mehr Menschen in Städten. Die bewohnbare Fläche jedoch bleibt gleich. Vor allem in den Städten wird daher verstärkt auf verdichtetes Wohnen und Bauen geachtet. Es zeigt sich nun, dass die Gebäudegrösse ein weiterer wichtiger Faktor bezüglich des Wasserverbrauchs ist. Mehr Menschen in einer Wohneinheit verbrauchen weniger Wasser, als bspw. eine einzelne Person in einer 1,5-Zimmer-Wohnung. Je mehr Menschen in einer Wohneinheit leben umso geringer ist der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf.

  • Ernährung: In einer immer mobiler werdenden Gesellschaft wird ein zunehmender Teil der Nahrung über Fertig- und Halbfertigprodukte konsumiert. Dies bewirkt eine weitere Abnahme des Wasserverbrauchs, da Wasser fürs Kochen, Rüsten und Abwaschen erspart wird. Man geht davon aus, dass dadurch in der Küche durchschnittlich 10%-15% weniger Wasser gebraucht wird.

  • Einweggesellschaft: Fertigprodukte werden oftmals nicht in abwaschbarem Geschirr verspeist, sondern in Einwegutensilien. Diese müssen wiederum nicht abgewaschen werden, sondern werden einfach entsorgt. Hier nimmt zwar der Verbrauch der Ressource Wasser ab, wird jedoch kompensiert durch einen erhöhten Verbrauch von nicht immer wiederverwendbaren Materialien.

  • Demographie: Die Schweizer Bevölkerung wird älter. Ältere Menschen haben durchschnittlich einen geringeren Wasserverbrauch als Jüngere. Dies liegt einerseits an einer höheren Sensibilität gegenüber der Ressource Wasser, aber auch an Alltagsstrukturen. So geht man davon aus, dass ältere Menschen öfters Ausflüge machen, öfters auswärts essen und im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung weniger duschen. Die weitere demographische Entwicklung in der Schweiz deutet auf eine Fortsetzung dieses Trends hin.

  • Brauch- und Regenwassernutzung: Bei Renovationen und Neubauten von Wohnhäusern wird zunehmend auf Regenwasser und Brauchwasser gesetzt. Durch die Aufnahme, Speicherung und Nutzung von Regenwasser wird weniger Wasser von Versorgungsbetrieben benötigt und durch die Wiederverwendung von gebrauchtem Trinkwasser oder der Nutzung von Brauchwasser wird der Umgang mit der Ressource effizienter und ein unnötiger Verlust von Trinkwasser reduziert.
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