Bauen & Wohnen

Welche Projekte werden von wem gefördert?

Unterstützung wird einerseits vom Staat gewährleistet, andererseits helfen auch die meisten Kantone bei der energetischen Sanierung eines Gebäudes. Was heisst energetische Sanierung? Die energetische Sanierung ist oder vielmehr sind Massnahmen zur Steigerung der Effizienz Ihres Gebäudes. Auch die Nutzung von erneuerbaren Energien und somit die Entkopplung von fossilen Energieträgern ist Teil des Konzeptes.

Armin MühlematterArmin Mühlematter

Die Massnahmen an Gebäuden mit Baujahr vor 2000 werden schweizweit vom Gebäudeprogramm gefördert. Dies beinhaltet die Förderung einer verbesserten Wärmedämmung von Wänden und Fenstern. Hinter dem Gebäudeprogramm steht die Konferenz kantonaler Energiedirektoren (EnDK), das Bundesamt für Energie (BFE) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Um einen Förderbeitrag zu erhalten, sind gewisse Bedingungen zu erfüllen. Unter anderem das fristgerechte Einreichen der Fördergesuche und das Erreichen der vorgeschriebenen Zielwerte nach der Massnahme.

Im Schnitt werden ca. 9‘500 Franken pro Sanierung gefördert

Mit den Zielwerten ist der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient gemeint. Dieser beschreibt wie viel Leistung über eine bestimmte Fläche bei einer gegebenen Temperaturdifferenz verloren geht. Im Durchschnitt werden so circa 9‘500 Franken pro Sanierung zugesprochen. Die vollständigen Tabellen zu den Förderbeiträgen, die Bedingungen und das Vorgehen finden Sie auf der Website des Gebäudeprogramms.

Sonne, Holz und Erdwärme

Die zweite Komponente der Förderprogramme ist der Ersatz der Haustechnik und anderen Geräten, sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Subventionen sind hierbei kantonal unterschiedlich geregelt. Die Seiteenergiefranken.ch gibt detailliert Auskunft über Ansprechpartner im jeweiligen Kanton. Einige Kantone fördern beispielsweise den Ersatz der bestehenden Heizung durch eine Wärmepumpe. Wenn Sie eine Anlage zur Stromerzeugung aus erneuerbare Ressourcen bauen möchten, so wird dies ebenfalls unterstütz. Oftmals steht noch zur Auswahl, ob Sie von einer Förderung Ihrer Anlage oder lieber von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren möchten. Bei der letzteren Variante erhalten Sie eine höhere Förderung, als bei der normalen Einspeiseprozedur. Je nach Grösse einer Anlage kann dies ein durchaus lukrativer Anreiz sein. Ein Spezialfall sind Gesamtsanierungen, denn diese werden auch vom Kanton finanziert. Ein weiterer Vorteil sind die Steuervorzüge, die durch die Investitionen entstehen.
Im Kanton Zürich beispielsweise gibt es einen Vollzugsordner. Dieser schlägt unter anderem Standardlösungen zur Heizungserneuerung vor und greift auch andere wichtige Themen auf. Als mögliche Varianten werden Kombinationslösungen aus Wärmedämmungsmassnahmen, Wärmepumpen, Holzfeuerungsanlagen und solarer Energiegewinnung aufgeführt. Egal wofür sich ein jeder entscheidet – etwas zu tun ist besser als gar nichts zu unternehmen. Nicht alle Massnahmen bedeuten zwingend einen hohen finanziellen Aufwand. Und wenn doch, so sollen die Förderprogramme einen Beitrag dazu leisten, diese teuren Investitionen zu schmälern, um so den Schutz der Umwelt auch finanziell attraktiver zu machen.

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Kommentare

  • Mats Böhlen

    14.01.2016 09:40:47

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Wir werden bei unserer Liegenschaft alte Wagnerei Oberdorfstrasse 4 , 5628 Aristau Wohnungen einbauen. Nach den neusten Vorschriften von Lärm und Schallisolationen.
    auch werden die Wohnungen über eine neue Wärmepumpe Bodenheizungen beheizt.

    Werden uns der Kanton oder Bund mit Förderbeiträge unterstützen?

    Gutachten liegen vom Bauphysiker vor. ( Stand Sept. 2015)

    Für ein Feedback bin ich Ihnen dankbar.

    Freundliche Grüsse

    Mats Böhlen

  • Energie Experten

    14.01.2016 17:00:45

    Sehr geehrter Herr Böhlen
    Die Förderbeiträge sind je nach Kanton unterschiedlich. Unter www.energiefranken.ch können Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl sehen, von welchen Förderprogrammen Sie profitieren können. Die genauen Anforderungen je Programm entnehmen Sie dann am Besten der jeweiligen Webseite der Förderstelle.
    In unserem Beitrag "Durchblick im Förderdschungel" finden Sie noch eine Übersicht zu den verschiedenen Bereichen für welche Fördermittel verfügbar sind: https://www.energie-experten.ch/wissen/wissen/durchblick-im-foerderdschungel.html

  • Roguljic Dino

    02.01.2017 11:20:51

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Unser Zweifamilienhaus BJ 1995 steht eine sanfste Renovation (ca. 30`000.-) bevor. Die schweizweiten Bedingungen habe ich als Laie verstanden und sind nachvollziehbar. Jetzt lese ich zusätzlich die kantonalen Förderprogrammvorgaben und finde bei meinem zuständigen Kanton eine/viele "Bedingung/en". In der Kombinationspflicht mit Fenstern kann Zitat: "Ist die Fassade oder das Dach zum Zeitpunkt des beantragten Fensterersatzes beispielsweise (sehr) gut gedämmt, sind die Fenster trotzdem nicht förderberechtigt." Was heisst hier "sehr gut gedämmt". Transparenz Fehlanzeige! Je mehr ich in die Tiefe gehe, desto unmöglicher wird es für den Laien dies selber zu bewerkstelligen. Also ich müsste einen Profi haben. Der kostet dann jedoch das vielfache der Fördergelder. Also der Staat zahlt Beträge aus Steuergelder, die dann der Wirtschaft zugute kommen. Könne sie mich aufklären?
    Freundliche Grüsse
    Dino Roguljic

  • Energie Experten

    03.01.2017 17:24:54

    Grüezi Herr Roguljic
    Ohne zu wissen, wo das besagte Objekt steht, ist es schwierig, die Förderbedingungen zu erläutern. Denn diese sind leider nicht überall gleich. Wir haben Ihnen aber per E-Mail weitere Informationen zukommen lassen, die hoffentlich weiterhelfen.
    Freundliche Grüsse
    Energie-Experten

  • René Walker

    06.06.2017 10:30:40

    Elektro-Heizungsersatz in 2544 Bettlach (SO)

    Guten Tag
    In 5 Liegenschaften, steht der Ersatz von Elektrospeicherheizungen (Bj 1989) an.
    Aus technischen Gründen kommen jedoch nur Gasheizungen in Frage.
    Besteht allenfalls eine Möglichkeit, trotzdem in den Genuss von kantonalen Förderbeiträgen zu kommen?

    Vielen Dank für Ihr Feedback und freundliche Grüsse
    René Walker

  • Energie Experten

    06.06.2017 13:37:42

    Sehr geehrter Herr Walker
    Wenn Ihre Gasheizungen noch nicht amortisiert, also jünger als 20 Jahre alt sind, dann profitieren Sie z.B. in Zürich bis 2020 von Fördergeldern der Stadt, wenn Sie diese vorzeitig stilllegen und sich einem klimafreundlichen Energieverbund anschliessen.
    Unter www.energiefranken.ch sehen Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl, von welchen Förderprogrammen Sie im jeweiligen Kanton profitieren.
    Falls Sie dennoch auf Gasheizungen setzen, dann können Sie sich bezüglich möglicher Vergünstigungen höchstens an Ihren Gasversorger wenden.
    Freundliche Grüsse
    Ihre Energie Experten